03.09.2020 - 18:16 Uhr
AmbergOberpfalz

So startet die Schule in Amberg und Amberg-Sulzbach

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Schultaschen und Masken, Pausenbrote und Desinfektionsmittel, Abc an den Tafeln und Einbahnstraßen auf den Gängen: Das neue Schuljahr beginnt am Dienstag auch in Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach unter besonderen Voraussetzungen.

Beatrix Hilburger ist die Leiterin des Schulamts für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach. Im Pressegespräch erzählt sie, was im neuen Schuljahr wichtig wird.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Aufregend ist der erste Schultag nach den langen Sommerferien sowieso, ganz besonders natürlich für die Abc-Schützen. In diesem Jahr aber fiebern alle noch ein bisschen mehr auf den Schulstart hin. Nicht nur die Kinder, sondern auch Lehrer und Eltern. Schuld ist das Coronavirus.

Natürlich sei da die Angst, dass Schulen wieder geschlossen oder Kinder zumindest teilweise daheim betreut werden müssen. „Das ist für die Schulen und Eltern nicht einfach“, weiß Beatrix Hilburger, die Leiterin des Schulamts für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach. Doch man sei gut vorbereitet. „Das Kultusministerium hat ein Konzept erarbeitet, wie der Unterricht zu organisieren ist, mit sehr detaillierten Vorgaben“, erklärt die Schulamtsdirektorin. Darunter die Empfehlung, möglichst feste Gruppen zu unterrichten, Räume intensiv zu lüften und die Pausen zu staffeln.

„Gleichzeitig musste auch jede einzelne Schule ein eigenes Hygienekonzept vorlegen.“ Schließlich seien die Gegebenheiten vor Ort ganz unterschiedlich: Größe, Schüleranzahl, Räumlichkeiten, Toiletten. In einer Schulleiterkonferenz hätten dann verschiedene Schulen ihre Ideen vorgestellt und sich ausgetauscht.

Auf alle Fälle vorbereitet

„Wir wollen im Schuljahr 2020/2021 so viel Präsenzunterricht wie möglich bei bestmöglichem Infektionsschutz für alle Beteiligten“, betont Beatrix Hilburger. Auch schulische Ganztagesangebote und Mittagsbetreuung sollen regulär stattfinden. Doch der Schulbetrieb müsse auch kurzfristig auf Änderungen reagieren können. So bereiteten sich die Schulen auch auf mögliche Formen der Distanzbeschulung vor. „Das war ein Schwerpunkt der Arbeit in den letzten Wochen“, sagt Hilburger, „hier sind die Schulen nun sehr gut vorbereitet.“ Ebenso sei der Fokus auf die Nutzung digitaler Medien verstärkt worden. Alle Schulen haben laut Hilburger Medienkonzepte entwickelt, die sukzessive zur Umsetzung kommen – unterstützt von einem medienpädagogischen und einem informationstechnischen Berater. Bayernweit einmalig ist die eigene Homepage der Staatlichen Schulämter Amberg/Amberg-Sulzbach, erzählt die Schulamtsdirektorin. Hier seien alle Konzepte und Material – vorrangig für die Lehrer – einsehbar. Außerdem würden die Schulen Angebote des Medienzentrums Amberg-Sulzbach nutzen, seit Mai zum Beispiel ein Videokonferenzsystem und ab September soll es ganz neu auch eine Schulcloud geben.

Zu Schulbeginn will man auf Nummer sicher gehen: Seit dieser Woche ist klar, dass an weiterführenden Schulen in den ersten beiden Schulwochen eine Maskenpflicht auch im Unterricht gilt. Grundschüler sind davon ausgenommen. Abseits des Sitzplatzes – zum Beispiel auf dem Pausenhof und im Gang – gilt für alle Schüler grundsätzlich eine Maskenpflicht. „Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass das für die Kinder überraschenderweise gar kein so großes Thema ist. Die haben sich sehr schnell daran gewöhnt“, sagt Hilburger. Ein vorbeugendes Angebot sind auch kostenlose Corona-Tests für Lehrkräfte und Schulpersonal – auf freiwilliger Basis. Hilburger: „Das wird sehr gut angenommen.“

Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend

Das Kultusministerium entwickelte zudem in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium einen Drei-Stufen-Plan. Dieser orientiert sich am Infektionsgeschehen im jeweiligen Kreis (Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner) und unterscheidet folgende Szenarien:

Stufe 1: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz bis 35 ist ein Regelbetrieb unter Hygieneauflagen geplant.

Stufe 2: Erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 35, müssen alle Schüler ab Jahrgangsstufe 5 auch am Sitzplatz im Klassenzimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn dort ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann.

Stufe 3: Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 wird der Mindestabstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer wieder eingeführt. Dies bedeutet, dass die Klassen in der Regel geteilt und die Gruppen im wöchentlichen oder täglichen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht unterrichtet werden. Darüber hinaus ist das Tragen einer Maske auch am Sitzplatz für Schüler aller Jahrgangsstufen verpflichtend.

Die Entscheidung, welche Stufe jeweils greift, trifft das zuständige Gesundheitsamt in Abstimmung mit der Schulaufsicht. Die Sieben-Tage-Inzidenzen lagen am Donnerstag in Amberg bei 4,77 und im Landkreis bei 3,88.

Besondere Förderung

Die Corona-bedingten Einschränkungen im zurückliegenden Schuljahr haben auch Auswirkungen auf das beginnende. Deshalb soll es laut Hilburger zusätzliche Förderangebote geben. Deren Ziel sei es, Schüler, bei denen Lern- oder Wissenslücken auftreten, besonders zu unterstützen. Hierbei handle es sich um ein freiwilliges Angebot. „Ganz besonders“ müssten auch die Erstklässler begleitet werden, betont Beatrix Hilburger. „Das ist mir ein großes Anliegen. Darauf sollten wir in dieser sowieso schon besonderen Situation großen Wert legen.“

Zahlen zum neuen Schuljahr

Die Schüler

82 Kinder weniger als noch im Vorjahr haben am Dienstag ihren ersten Schultag. So sind es heuer 1046 Abc-Schützen im Schulamtsbezirk. Von den sogenannten „Korridorkindern“ werden nur 39 Prozent eingeschult. Diese Kinder wurden im Juli, August oder September 2014 geboren und die Eltern durften über die Einschulung entscheiden. Auch insgesamt fiel die Zahl der Schüler an den Grund- und Mittelschulen in Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach von 7058 auf 6943. Davon haben 1654 einen Migrationshintergrund, also 115 weniger als 2019. Bei 210 Klassen in der Grundschule (vier weniger als im Vorjahr) und 127 in der Mittelschule (eine weniger) ergibt das eine durchschnittliche Klassenstärke von 21,4 in der Grund- und 19,2 in der Mittelschule (Vorjahr: 21,5 und 19,3).

Die Schulen

In der Stadt Amberg und dem Landkreis gibt es 28 Grundschulen, 13 Mittelschulen und die private Montessori-Schule. Die kleinste Grundschule im Schulamtsbezirk ist wie auch in den vergangenen Jahren Ehenfeld mit 32 Schülern, an die Pestalozzi-Grundschule in Sulzbach-Rosenberg hingegen gehen mit 330 Schülern die meisten Kinder. Auch bei den Mittelschulen ist Sulzbach-Rosenberg Spitzenreiter: An der Krötensee-Schule sind für das beginnende Jahr 502 Schüler gemeldet. Nur 50 gehen hingegen an die Mittelschule in Hirschau, hier sind aber auch nur die fünften und sechsten Klassen untergebracht. Akut gefährdet aufgrund zu weniger Schüler sieht Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger derzeit keine Schule. Wichtig sei ihr zu betonen, welch gute Arbeit an den Mittelschulen im Bezirk geleistet wird.

Die Lehrer

Im Schulamtsbezirk arbeiten 766 Lehrkräfte (Vorjahr: 686). Davon sind 492 Lehrer, 89 Fachlehrer, 36 Förderlehrer, 42 Lehramtsanwärter, 5 Fachlehreranwärter, 3 Förderlehreranwärter und 99 kirchliche Lehrkräfte. Zusätzlich stehen dem Schulamt und den Schulen drei Vollzeitkapazitäten im Bereich Teamlehrkräfte sowie Drittkräfte zur Verfügung. Die sogenannten Drittkräfte unterstützen Schüler mit Migrationshintergrund. Neu sind die sogenannten Teamlehrkräfte. Sie sollen Stammlehrkräfte unterstützen, die Corona-bedingt nicht im Klassenzimmer sein können. „Das sind zum Beispiel Lehrer, die zur Risikogruppe gehören“, sagt Hilburger. „Die haben dann trotzdem Dienst, müssen aber nicht vor Ort sein.“ Sie würden zum Beispiel den Unterricht vorbereiten oder Arbeiten korrigieren, während Teamlehrkräfte den Präsenzunterricht halten. Auch gebe es Lehrkräfte, die sich im Bedarfsfall einem „Contact Tracing Team“ am Gesundheitsamt anschließen, und bei der Identifikation und Nachverfolgung von Infizierten helfen.

Personelle Veränderungen im Schulamtsbezirk

Amberg

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