26.09.2019 - 12:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Spannender als Kino: Oberpfalz-Medien und Kai Schimmelfeder lassen Fördergeld fließen

Großes Kino von Oberpfalz-Medien - mit einem Star seiner Branche in der Hauptrolle: Fördermittel-Experte Kai Schimmelfeder lockt am Mittwoch mehr Publikum ins Cineplex als mancher Thriller. Kein Wunder: Sein Stoff ist spannender Realfilm.

Vom Bundespräsidenten 2016 zum Top-Consultant Deutschlands ausgezeichnet, zieht Kai Schimmelfeder auch in Amberg alle Register seines Könnens und macht seinen Infotainment-Vortrag mit dem Titel "Erfolgsfaktor Fördermittel" selbst zum Erfolg für sich und die Zuhörer.
von Thomas Amann Kontakt Profil

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Es war ein Service, den die Oberpfalz-Medien mit ihrem Amberger Flaggschiff AZ vor allem ihren Geschäftskunden boten, aber auch jedem anderen Unternehmer und Entscheider in Chefetagen. Über 80 Leute nahmen das Angebot wahr und sorgten im Saal 4 des Multiplexkinos an der Regensburger Straße für ausverkauftes Haus. Darüber freuten sich Verlagsleiter Thomas Huber und Alexander Süß, Leitung Geschäftskunden, mit einem Aufgebot weiterer Kollegen, die für die Betreuung der teils gut bekannten Firmenvertreter sorgten, gleichermaßen.

Letzterer blickte kurz auf die identische und ebenso stark besuchte Veranstaltung Ende Februar in Weiden zurück und berichtete, dass dabei am Ende ein Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro auf den Tisch kam, um das sich Kai Schimmelfeder mit seiner in Hamburg ansässigen Unternehmensberatung Feder-Consulting kümmert. Das ist das Hauptgeschäft des 2016 vom Bundespräsidenten als Top-Consultant ausgezeichneten und mehrfach preisgekrönten 51-Jährigen, der sich seit 1995 zum bundesweit anerkannten Fachmann für Fördermittel entwickelt hat. Seine Botschaft auch in Amberg: "Macht es einfach. Ihr müsst nur alle Fördermittel der Welt beantragen und eure Ideen umsetzen!"

Motivation stärken

Tatsächlich ging es Kai Schimmelfeder hauptsächlich darum, den Willen der Zuhörer dazu und ihre Motivation für Investitionen zu stärken. Denn ohne Letztere gerate eine Firma - egal, ob groß oder klein - schnell in Gefahr, auf der Stelle zu treten, nicht mehr zu wachsen und in der Konkurrenz mit anderen, die hier mutiger und innovativer sind, unterzugehen. Das Credo des Referenten, der keinen langatmigen Vortrag hielt, sondern gut eineinhalb Stunden lang mitreißendes Infotainment bot - auch interaktiv immer mit Einbeziehung des Publikums: "Ohne Investition keine Veränderung." Dabei falle beides leicht, weil es rund 1500 Förderprogramme und Gesetze in Deutschland und viele weitere in der EU gebe, die man nur nutzen müsse. Ein Großteil der staatlichen Unterstützung wird laut Schimmelfeder sogar in Form von Zuschüssen gewährt, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Das ist bares Geld, das sich die Firmeninhaber sparen und an anderer Stelle einsetzen können.

So werde Wachstum gleich doppelt gefördert, was der Experte an einem einfachen Beispiel deutlich machte: 30 000 Euro Projektzuschuss, die nicht aus der eigenen Kasse stammen und für die obendrein keinerlei Banksicherheiten nötig sind, reichen fürs Einstellen einer Halbtagskraft, die all die Aufträge an Land zieht, zu denen der meist eh überlastete Chef oder anderes Personal nicht mehr kommen. Mit eindrucksvollen Zahlen ermunterte Schimmelfeder Firmen aller Größen, keine Scheu zu haben, darauf zuzugreifen, zumal "dieses Geld da ist" und nicht erst bei Antrag von der Förderstelle generiert werden müsse. Die EU habe allein in den vergangenen sieben Jahren eine Billion Euro Zuschüsse für Europa ausbezahlt. Diese Summe stammt laut Schimmelfeder von den Steuerzahlern: "Das ist von uns allen erarbeitet, es ist unser Geld, von dem wir einen Teil zurückbekommen."

Chance für Mittelstand

Von insgesamt 3,6 Millionen Firmen in Deutschland seien 2,7 Millionen Einzelunternehmen, die die Fördertöpfe bereits am meisten nutzten. Auch das überraschte viele Zuhörer, weil oft die Meinung vorherrscht, in den Genuss dieser Unterstützung kämen "nur die Großen". Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall - Dax-Konzerne zum Beispiel sind laut Referent nicht zuschussfähig. Überhaupt ermutigte Kai Schimmelfeder am Beispiel etlicher aufgezeigter Fördermöglichkeiten in praktisch allen Bereichen - für Innovations-, Umwelt- und Energiethemen genauso wie für Digitales, um nur einige Beispiele zu nennen - , diese Chancen zu ergreifen und sich nicht vom oft für bürokratisch gehaltenen Aufwand der Antragstellung abschrecken zu lassen.

Letzteren inklusive eines kompletten Checks, was alles an Möglichkeiten infrage kommt, übernimmt zum Beispiel Schimmelfeders Firma. In dem Zusammenhang riet der Unternehmensberater den Zuhörern ferner, "sich nicht vom Alltag abfressen zu lassen", der ebenfalls oft an solchen Vorhaben hindere. Sein Appell: Noch am Abend oder spätestens tags darauf hinsitzen, Liste mit allen nötigen Aufwendungen für die Investition schreiben und Anträge stellen. Einen ersten Überblick bot ein Startpaket, das alle Zuhörer mitbekamen.

Hintergrund:

Vom Ein-Mann-Betrieb über Handwerker aller Schattierungen und Mittelständler verschiedener Dimensionen bis hin zum 870 Mitarbeiter starken größeren Unternehmen: Das Spektrum der Firmen, die an der Premiumveranstaltung "Erfolgsfaktor Fördermittel" von Kai Schimmelfeder teilnahmen, war breitgefächert. Ebenso das Interesse an weiteren Ausführungen oder gleich sehr konkreten Gesprächen über die eigene Situation mit dem Referenten hinterher.

Rund 20 der über 80 Gäste avisierten gleich am Abend, dass sie den Hamburger Unternehmensberater voraussichtlich in ihrer Sache engagieren werden. Ein (Zwischen-)Ergebnis, mit dem auch der Verlagsleiter der veranstaltenden Oberpfalz-Medien, Thomas Huber, sehr zufrieden war. Überhaupt stellte er fest, dass der Bedarf für diese konkrete Fördermittelberatung in der Region wie vielerorts in Deutschland vorhanden ist. Aber nicht nur in der nördlichen Oberpfalz: Selbst aus Regensburg, Passau und Landshut/Straubing waren auf Vermittlung von Oberpfalz-Medien Vertreter der dortigen Zeitungs- und Medienhäuser am Mittwoch anwesend, um sich Kai Schimmelfeders Auftritt anzuschauen und ihn gegebenenfalls auch für ihre Einzugsgebiete mit Veranstaltungen zu engagieren.

Gäste-Talk mit AZ-Catering.
Im Blickpunkt:

Dass Kai Schimmelfeder Power hat, bewies er nicht nur bei seinem sehr impulsiv und interaktiv gestalteten Vortrag, der Info- und Entertainment gleichermaßen war. Nein, der Hamburger war zwischen Mitte der 80er-Jahre und 1995 auch als Kraftsportler und sogenannter Power-Lifter unterwegs. Als solcher hob er profimäßig schwerste Gewichte, zog 40-Tonner-Lkw und sogar ein Boeing-Flugzeug nur mit purer Muskelkraft. Im "Strongest Man"-Wettbewerb dieses Genres mischte er ganz vorne mit, war auch mehrfach im Fernsehen und in TV-Serien über diese spektakuläre Sportform zu sehen.

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