24.06.2019 - 17:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtgärtnerei Amberg sorgt für blühendes Stadtbild

Kräftig gießen, Unkraut zupfen und Gras mähen: Die Amberger Stadtgärtner haben derzeit gut zu tun. Und während draußen in den städtischen Anlagen der Sommerflor grünt und blüht, gedeiht im Gewächshaus die nächste Generation von Pflanzen.

Farbenrausch an der Ohmstraße: Auch im Gewächshaus der Stadtgärtnerei blühen die Pflanzen in den schönsten Farben. Sie bleiben dort zur Reserve – falls ein Unwetter den Sommerflor verhagelt, Vandalen die Blumen ausreißen oder achtlos durch die Beete trampeln.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Pünktlich zum Altstadtfest ist der Sommerflor in den Grünanlagen im Innenstadtbereich fertig geworden. Das Gewächshaus der Stadtgärtnerei an der Ohmstraße ist aber mit Sommerpflanzen noch gut gefüllt. Gewollt, wie Bernhard Richter, der seit 1. Dezember 2018 die Einrichtung leitet, erklärt. "Wir haben immer einen Überhang", sagt er beim Rundgang durch das Gewächshaus, in dessen Abteilungen unterschiedliche Klima-Bedingungen herrschen. Schließlich müssen die Stadtgärtner für Nachschub in den Beeten sorgen können. Für den Fall, dass ein Unwetter die Blütenpracht verhagelt. Oder Vandalen die Pflanzen ausreißen, sie zertrampeln.

Tropenflair in der Stadtgärtnerei.

Rund 55 000 Pflanzen sind es, die die Stadtgärtner drei Mal im Jahr ausbringen - für den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstflor. Im Gewächshaus erfolgt die Anzucht. "Wir erwerben Sämereien oder Jungpflanzen." Die Geranien beispielsweise kommen als bewurzelte Stecklinge, werden eingepflanzt und weiter kultiviert. Auf Reserve sind momentan im Gewächshaus neben den Geranien unter anderem die schwarzäugige Susanne, weitere Rank- und Kletterpflanzen, Insektenfreundliches wie Salbei, Exoten wie das indische Blumenrohr (Canna), Edellieschen wie das Neuguinea-Lieschen, das halbschattige Plätze bevorzugt.

Mit der Anzucht des Sommerflors, der derzeit in den Grünanlagen üppig grünt und blüht, geht es im Gewächshaus der Stadtgärtnerei im Januar los. Am Jahresanfang wird ausgesät oder werden die Stecklinge gepflanzt, erklärt Bernhard Richter. Eintopfen, regelmäßig düngen und die Pflanzen immer wieder stutzen, damit sie schön und kompakt werden: Die Arbeit geht in der Stadtgärtnerei auch in der Folgezeit nicht aus. Der Frühjahrsflor (bevorzugt Stiefmütterchen, Goldlack, Vergissmeinnicht, Gänseblümchen) wird nach dem 15. März ausgepflanzt. Beim Sommerflor warten die Stadtgärtner grundsätzlich die Eisheiligen Mitte Mai ab. „Für uns ist es wichtig, dass es Pflanzen sind, die von Mai bis etwa Ende September durchblühen“, sagt Bernhard Richter über die Auswahl der Sorten. Ebenso wesentlich: dass es leuchtende Farben sind.

Stadtgärtnerei-Chef Bernhard Richter mit einer Bananenstaude. Die exotische Pflanze fühlt sich im Gewächshaus wohl und dankt es mit üppigem Blattwerk.

Der Sommerflor ist draußen, doch der Stadtgärtnerei-Chef brütet schon über den Planungen für das nächste Jahr. „Der Frühjahrsflor 2020 steht schon komplett, für den Sommerflor ist jetzt die Bestellphase.“ In der Stadtgärtnerei sei man der Zeit immer so ein Dreivierteljahr voraus. Um die Allerweltskirwa, also in der dritten Oktoberwoche, werden die Zwiebeln für Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen, Kaiserkronen oder Hyazinthen in die Erde gesteckt. Für Bernhard Richter ist der Frühjahrsflor der schönste: Weil nach dem grauen Winter das erste Grün und die ersten Blüten kommen.

Der nächste Abschnitt des Gewächshauses ist die Kinderstube des Herbstflors. Noch sind die Pflänzchen zart und klein, aber dank der guten Pflege der Stadtgärtner wachsen sie schnell und werden kräftig. Die Stadtgärtnerei hat 26 Festangestellte, drei Auszubildende (in jedem Lehrjahr einen) und sieben Saisonkräfte, die Mitte März bis Ende November beschäftigt werden. Fuchsien-Hochstämme ("Unsere ältesten sind knapp 40 Jahre alt") und Tropenpflanzen wie die rote Banane ("Die blühen immer im Kurfürstenbad und haben auch schon Früchte getragen"), aber auch derzeit blühende Strelitzien und diverse Palmen bevölkern Gewächshaus und Freiflächen - ein wahres Paradies für passionierte Hobbygärtner.

Bernhard Richter kontrolliert die Fuchsien.

"Das ist unsere Krankenstation", sagt Bernhard Richter lachend und deutet auf Pflanzen im Außenbereich. Deren Schädlinge werden hauptsächlich mit Nützlingen wie australischem Marienkäfer, Florfliegen, Raubmilben und Fadenwürmern bekämpft. In der letzten Abteilung befinden sich die Dauerbewohner der Stadtgärtnerei. Sie werden nicht ausgepflanzt, dienen vielmehr als Saalschmuck und grüne Hingucker bei Veranstaltungen der Stadt.

Die Stadtgärtnerei betreut, hegt und pflegt 44,3 Hektar öffentliche Grünflächen, 77 Spiel- und Bolzplätze (11,3 Hektar) sowie die Friedhöfe (13,7 Hektar), das Straßenbegleitgrün und die Außenanlagen von Hockermühlbad und Kurfürstenbad. Die Wechselflor-Beete machen zusammengerechnet eine Fläche von 2500 Quadratmetern aus. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen sind die Stadtgärtner derzeit fleißig am Gießen der Blumenbeete. Im Sommer wird der Arbeitsbeginn in der Stadtgärtnerei von 7 auf 6 Uhr vorverlegt. "Die Hitze ist ja auch eine große Belastung für unsere Mitarbeiter", sagt Bernhard Richter. Denn nicht nur zum Gießen müssen die Stadtgärtner ausrücken. Sie jäten auch Unkraut, entfernen Verblühtes, schneiden Hecken, richten das Straßenbegleitgrün, kümmern sich um die Spiel-und Bolzplätze, sind laufend am Mähen der Grün- und Rasenflächen ("Erst fürs Altstadtfest, jetzt fürs Bergfest"). "Es ist schon eine Kunst, sich jedes Jahr was Neues einfallen zu lassen und immer wieder was anders zu machen", gesteht Richter und verrät, dass er dafür durchaus Anregungen holt. Bei Gartenschauen beispielsweise. Aber auch bei Messen und in anderen Städten.

In der Kinderstube des Herbstflors: Während die Sommerpflanzen draußen in den Beeten der Grünanlagen prächtig und üppig blühen, wächst und gedeiht in diesem Abschnitt des Gewächshauses der Stadtgärtnerei eine neue Generation an Herbstpflanzen.

Der Leiter der Stadtgärtnerei findet, dass man nicht jeden Modetrend mitmachen müsse. Einmal, so erinnert er sich mit einem Lachen, habe man sich für den Außenbereich der Sauna im Kurfürstenbad für eine Neuzüchtung entschieden. Alsbald roch es dort ziemlich unangenehm. Der Übeltäter war flugs ausgemacht: Es war die Hängepetunie, die morgens, wenn die Pflanze nass war und die Sonne drauf schien, nach Fußschweiß roch. "Die haben wir aber ganz schnell entfernt und entsorgt."

Info:

Tipps zum Gießen

Frühmorgens oder am späten Abend? Beim Gießen des Gartens oder der Balkonblumen scheiden sich die Geister. Stadtgärtnerei-Chef Bernhard Richter rät zum morgendlichen Gießen, wenn die Sonne noch nicht auf die Pflanzen scheint. Unbedingt vermeiden sollte man, die Blätter zu wässern. „Wenn dann die Sonne drauf scheint, wirkt das Wasser wie ein Brennglas und die Blätter verbrennen.“ Problem beim abendlichen Gießen sei, dass die Pflanzen dann nicht mehr so gut abtrocknen können, was Pilzbefall begünstigen könne.

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