28.10.2018 - 14:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Start-up-Blitzer

Den Besuch der CSU-Stadtratsfraktion beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz nutzt Fraktionschef Dieter Mußemann für ein umfassendes Lob. Die Bilanz könne sich sehen lassen.

Geschäftsführer Maximilian Köckritz (stehend, Dritter von rechts), informiert die CSU-Stadträte um Fraktionsvorsitzenden Dieter Mußemann (am Computer sitzend) über den Zweckverband Verkehrssicherheit.

Die Entwicklung des Verbandes, der Zuwachs an Arbeitsplätzen und die Ideen zeigen laut Mußemann, dass man es nicht "mit einem normalen Zweckverband" zu tun habe, sondern vielmehr mit einem Start-up-Unternehmen. Laut Geschäftsführer Maximilian Köckritz gehörten 2015 erst elf Gemeinden zum Verband, Ende dieses Jahres werden es 70 sein. Von zunächst einem Mitarbeiter sei die Beschäftigtenzahl auf mehr als 50 gestiegen.

"Und bewirkt haben wir auch einiges", sagt Köckritz: Wegen der Messungen gebe es heute weniger Raser. In der Bayreuther Straße sei die Verstoß-Quote, also die Prozentzahl derjenigen, die schneller als erlaubt unterwegs waren, von 20 auf 0,9 gesunken. Beim Beruflichen Schulzentrum sei der Wert von 30 auf drei Prozent gefallen. Köckritz: "Man sieht, dass wir unser Versprechen einhalten, nicht Autofahrer abzuzocken, sondern den Verkehr sicherer zu machen." Zu denken gebe ihm aber, dass drei Messungen zum Schulanfang in der Krumbacher Straße immer 20 Prozent Verstöße ergeben haben - trotz der Plakate und Hinweise.

Stadtrat Rupert Natter bestätigte die Erfolge auch beim Thema Ring-Raser. Die Lärmbelastung sei stark gesunken. Da sich die Stadtrundenfahrer untereinander jedoch schnell darüber informierten, dass kontrolliert werde, sei wohl nicht mit einem nachhaltigen Effekt zu rechnen. "Brauchen wir am Ring feste Messstellen?", wollte Natter wissen. Köckritz antwortete zurückhaltend. Damit würde man schon etwas erreichen, müsse aber Millionenbeträge aufwenden. Sein alternativer Lösungsansatz lautete daher: semi-stationäre Anhänger statt festinstallierter Blitzer-Säulen. Köckritz ließ anklingen, dass der Verband noch mehr könne, als nur den fließenden Verkehr zu überwachen: Ordnungsdienste, Jugendschutzkontrollen, Smartparking mittels Apps. Zudem wolle man mit den Elektrofahrzeugen des Verbandes ein Carsharing aufbauen. Eine Idee, die Oberbürgermeister Michael Cerny, aufnahm: Für ihn böte sich die Umgebung des neuen Parkdecks an der Marienstraße an. Mit dem E-Auto-Sharing, in das man auch den städtischen Fuhrpark einbinden könnte, sollte die Mobilitätdrehscheibe Amberg gestärkt werden.

Auf große Sympathie stieß laut Mußemann auch das Mobilitätsmanagement, an dem der Zweckverband Verkehrssicherheit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule arbeitet. Für Stadträtin Michaela Frauendorfer ein absolutes Zukunftsthema. Stadt und Umland müssten noch stärker in regionalen Zusammenhängen denken: "Wenn man Dinge gemeinsam erledigen kann, wird es besser und günstiger."

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