15.04.2020 - 14:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Suche nach Marihuana kein triftiger Grund für Nachtschwärmer

41-Jähriger läuft nachts mit Feinwaage und spitzem Dolche einer Polizeistreife in die Arme. Auch eine Joint-Runde auf einem Innenstadt-Parkplatz beenden Ordnungshüter.

Die Feinwaage und einen spitzen Dolch hatte ein Nachtschwärmer in Amberg bei sich, als ihn Streifenbeamte kontrollierten. Sein Marihuana aber, das habe er verloren und suche er jetzt auf der Straße, erklärte der 41-Jährige den verdutzten Ordnungshütern.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Das ging für einen 41-Jährigen so richtig in die Hose: Als ihn Streifenbeamte in der Dienstagnacht auf der Regensburger Straße kontrollierten, fanden sie etwa zwei Gramm Marihuana, eine Feinwaage und einen beidseitig geschliffenen Dolch. Nach dem Waffengesetz darf der Dolch nicht mitgeführt werden.

Als die Polizisten noch nachfragten, aus welchem triftigen Grund sich der Amberger in der Öffentlichkeit aufhalte, glaubten sie ihren Ohren nicht zu trauen: Der Mann gab kurioserweise an, er würde sein "Marihuana suchen", dass er "unterwegs zuvor verloren" habe. Die Beamten erklärten ihm, dass die Suche nach verlustig gegangenen - illegalen - Drogen keinen triftigen Grund im Sinne der Ausnahmeregelung darstellt. Der Nachtschwärmer hat damit die Ordnungswidrigkeiten gegen das Infektionsschutz- und gegen das Waffengesetz ebenso am Hals wie einen strafrechtlich relevanten Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Gegen Letzteres verstieß auch eine sogenannte Kifferrunde am Mittwochabend in einem Auto auf einem Parkplatz in der Innenstadt. Zwei Frauen (36 und 19 Jahre alt) und zwei Heranwachsende (19 und 17) ließen genüsslich einen Joint kreisen, als eine Polizeibeamtin an die Scheibe klopfte. Der 19-Jährige gab zu, dass ihm der Joint gehöre. Es war offensichtlich, so die Polizei, dass sich die Freunde zum Drogenkonsum getroffen und somit auch gegen die Ausgangsbeschränkung verstoßen hatten. Diesbezüglich wird jeder separat beim zuständigen Ordnungsamt angezeigt und muss mit einem Bußgeld von je 150 Euro rechnen.

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