22.03.2019 - 22:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Tierschutzverein fordert mehr Geld

Nicht nur der Bayerische Tierschutzpreis 2018 ließ Vorsitzende Sabine Falk nach vier Jahren im Amt beim Tierschutzverein eine Erfolgsbilanz präsentieren. Doch dieser Erfolg könnte seine Mütter und Väter auffressen – finanziell.

Der neue Vorstand des Tierschutzvereins für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach (von links): Jochen Nahlik, Heike Übler, Ingrid Mallmann, Vorsitzende Sabine Falk, Gabi Binder, Stilla Messer, Inge Raum, Helmut Weigl und Evi Kres.
von Markus Müller Kontakt Profil

Bei der Jahreshauptversammlung in der Alten Kaserne lenkte Sabine Falk den Blick zuerst auf die Mitgliederzahl. Die lag 2015, als sie ins Amt der Vorsitzenden gewählt wurde, bei 1021. Heute sind es 1300. Auch die Menge der im Tierheim versorgten Tiere steige immer weiter; 2018 habe man 686 Schützlinge aufgenommen (+ 4,3 Prozent).

Die durchschnittlichen Tierarztkosten pro Tier sanken laut Falk innerhalb weniger Jahre um rund 35 auf etwa 140 Euro. Dennoch kämpfe man finanziell ständig ums Überleben. Die Fundtierpauschale von einem Euro pro Bürger, die die Gemeinden zahlten, reiche nämlich nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Da Fundtiere etwa 70 Prozent der Heimbewohner ausmachen, möchte der Verein von den Kommunen auch einen Anteil von 70 Prozent an den Unterhaltskosten – und damit eine Fundtierpauschale von 2,10 Euro. „Dafür kämpfen wir gerade“, sagte Falk.

Erbschaften retten vor Pleite

In den Jahren 2017 und 2018 habe man sich lediglich durch mehrere große Erbschaften – zusammengerechnet jeweils mehr als 180.000 Euro – über Wasser halten können, verriet die Vorsitzende. Schatzmeisterin Heike Übler sah das ähnlich: „Ohne Spenden und Erbschaften kämen wir überhaupt nicht über die Runden.“ Da deren Höhe aber im Voraus kaum einzuschätzen sei, könne man sich nicht darauf verlassen, dass diese Gelder den Verein zuverlässig vor der Pleite retteten.

Zudem müsse der Tierschutzverein auch Vermögen für anstehende Baumaßnahmen bilden, ergänzte Helmut Weigl, der als Vertreter des Amberger Stadtrats Mitglied im Vorstand des Vereins ist. Er forderte die Landkreis-Kommunen deshalb auf, sich zu ihrer finanziellen Verantwortung zu bekennen.

Eine Zuhörerin aus Vilseck äußerte Respekt für die Stadt Amberg, die bereit sei, die Forderungen des Tierschutzvereins zu erfüllen. Doch wenn sie lese, wie die Gemeinden darauf reagierten, habe sie den Eindruck, die ließen sich „immer so viel einfallen, weil sie nicht zahlen wollen“.

Noch 80 Mäuse übrig

Zur positiven Bilanz von Sabine Falk gehörte auch, dass die früher hohe Personalfluktuation gestoppt wurde, dass das Tierheim jetzt Ausbildungsbetrieb ist und dass eine Stelle in Bundesfreiwilligendeinst besetzt ist. Die Auszeichnung mit dem Bayerischen Tierschutzpreis 2018 führte die Vorsitzende vor allem auf den „Großnotfall vom Oktober 2017“ zurück, als über 7000 Kleintiere aus einem illegalen Transport im Heim landeten. Davon sind jetzt noch rund 80 Mäuse in Amberg.

Nachdem Helmut Weigl im Namen der Stadt Amberg dem Vorstandsteam gedankt hatte – „es arbeitet unglaublich engagiert“ –, ging es an die Neuwahlen. Vorsitzende Sabine Falk wurde mit 51 von 54 Stimmen im Amt bestätigt. Bei den anderen Posten kam es bei einstimmigen Ergebnissen zu Änderungen, oft allerdings nur in der Form, dass bisherige Funktionsträger in neue Ämter wechselten.

Den Abschluss der Versammlung bildete die Ehrung langjähriger Mitglieder. Zwei von ihnen waren dem Verein bereits 1964 beigetreten.

Der neue Vorstand:

Vorsitzende Sabine Falk

2. Vorsitzende Ingrid Mallmann (neu)

Kassier Jochen Nahlik (neu)

Schriftführerin Stilla Messer (neu)

Beisitzer: Gabi Binder, Evi Kres, Inge Raum, Heike Übler

Beiräte: Manfred Dirscherl, Sandy Müller-Dirscherl, Elisabeth Graf, Werner Kursawe, Alfons Simon, Petronella Bengl

Revisoren: Birgit Kölbl, Volker Schreier (ll)

Vorsitzende Sabine Falk (links) ehrte diese Mitglieder für langjährige Treue zum Tierschutzverein (von links): Dr. Karl Metz (40 Jahre dabei), Herbert Brenner (30), Ingrid Lay (40), Günther Siegert (30), Ingeborg Hübner (35), Albin Jack (35), Wanda Desor (35), Agnes Schiefer (35) und Silvia Dechant (25).
Die Geehrten:

Für 25 Jahre: Hannelore Zuleg, Hildegard Kosewsky, Manfred Kosewsky, Margarethe Hörauf, Claudia Bauer, Brigitte Ströhl, Martina Wagner, Marlene Knaack, Sabine Schmidt, Johann Schmidt, Martina Weiß, Silvia Dechant. - Für 30 Jahre: Rosi Utz, Ingrid Weichert, Gerhard Döll, Gerlinde Blücher, Gertrud Siegert, Günther Siegert, Renate Winter, Anita König, Gerhard Peisker, Herbert Brenner, Peter Kurz, Dieter Gerstacker, Johanna Beer, Margareta Mertn, Stefanie Rubenbauer, Ursula Haller, Monika Haberzettl, Margarete Schumann, Anna Weber, Sigrid Zahn, Sabine Hohler. - Für 35 Jahre: Josef Dobmeyer, Agnes Schiefer, Magda Schwientek, Wiili Vogt, Gunda Mauerer, Karin Karl, Wanda Desor, Anita Schmidt, Rotraud Probst, Ingrid Wagner, Manuela Waligora, Sieglinde Siegert, Irene Kumeth, Susanne Pirzer, Peter Sand, Wilhelma Schlosser, Ingeborg Hübner, Renate Brandl, Gertraud Fischer, Albin Jack. - Für 40 Jahre: Dr. Karl Metz, Dietrich Krischer, Mariella Kroher, Annelies Doleschal, Ingrid Lay, Rita Bartmann. - Für 45 Jahre: Elisabeth Platzer, Alfons Säckler, Roswitha Baumer. - Für 55 Jahre: Maria Loher, Katharina Thometzki. (ll)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.