02.03.2020 - 14:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Tolle Technik rettet Nacht der Musicals im ACC

Unbestritten - sie ist und bleibt ein Verkaufsschlager: Die Nacht der Musicals bewegt sich rasant zwischen Radio-Dauerbrennern von anno dazumal und Top-Schnulzen. Die Darsteller leisten dafür Akkordarbeit.

von Dagmar WilliamsonProfil

Dass diese Nacht zum Erfolg wird, ist hauptsächlich der reibungslosen Technik im Kongresszentrum zu verdanken. Denn ohne Lichteffekte, Bild-Projektionen und perfektem Sound gäbe es kein Bühnenbild. Das Konzept der Broadway Musical Dance Company ist ausgelegt für die breite Masse. Hits aus den bekanntesten Musicals, die Deutschland seit 40 Jahren verfolgen, zum Mitsingen und Klatschen, aber ohne Biergartenstimmung.

Wer die einzelnen Broadway-Stücke im Original gesehen hat, würde demnach etwas enttäuscht sein. Zwischen 42 und 75 Euro liegt der Preis für zwei Stunden musikalischer Unterhaltung. Beginnend mit "The greatest Show", basierend auf dem Film "Greatest Showman" aus dem Jahr 2018, ist das erste Rundum-Spektakel noch kein offizielles Musical. Gefolgt von einem stimmgewaltigen "Think of me" und "Phantom of the Opera" aus dem Phantom der Oper.

Brennende Kreuze und in rot-schwarzen Strapsen hüpfende Tänzerinnen zeichnen im Kongresszentrum das Bühnenbild von Jesus Christ Superstar. Ruhiger wird der Tanz der Vampire beim stehenden und anschmiegsamen Duett von "Totale Finsternis". Dem Musical Grease werden vier Titel gewidmet - Rock 'n' Roll weckt die Gemüter und wahrscheinlich Erinnerungen an die eigene rebellische Jugend.

Etwas skurril wirkt der Auftritt von Janina Maria Wilhalm. Zwar singt sie "Memory" aus Cats in aller Perfektion, aber das vereinsamte, langsame und bucklige Umherschleichen auf der Bühne ist verstörend und einzigartig in der bisherigen Inszenierung der alten Katze. Hinter dem Horizont scheint dann schon eine Erlösung zu sein. Obwohl die männliche Stimme nicht einmal annähernd der von Udo Lindenberg gleicht. Egal, Mareike Heyen überzeugte hier in ihrem weiblichen Part des ostdeutschen Mädchens und ist überhaupt die große Solistin an diesem Abend.

Einmal gesehen, reicht dann auch für die kulturelle Erweiterung des Geistes. Leichte Kost für einen hohen Preis - die Empfehlung liegt hier eindeutig bei der Investition in ein einziges Musical in Gesamtlänge. Dennoch muss gesagt sein, die Akkordarbeit auf der Bühne ist eine wahre Meisterleistung der Solisten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.