09.06.2020 - 15:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Trauer um Alfons Guttenberger: Eisstadion war sein Lebenswerk

1964 erfüllte sich für Alfons Guttenberger ein Traum: ein eigenes Eisstadion für Amberg. Nun ist der "Vater des Amberger Eisstadions" im Alter von 97 Jahren verstorben. Beigesetzt wurde er in aller Stille.

Alfons Guttenberger verstarb im Alter von 97 Jahren.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Der Eislauf war Zeit seines Lebens sein Hobby. Und so verwundert es kaum, dass Alfons Guttenberger, der am 11. Mai 1923 in Amberg zur Welt gekommen war, darum kämpfte, dass Amberg ein eigenes Eisstadion bekam. 1950 gründete sich in Amberg der ERSC, sechs Jahre später übernahm Guttenberger den Vorsitz des Amberger Eis- und Rollsportclubs. 24 Jahre lang führte der leidenschaftliche Münzsammler den ERSC. Dass es heute in Amberg ein Eisstadion gibt, ist Alfons Guttenberger zu verdanken – es ist sein Lebenswerk. Etwa eine Million D-Mark kostete der Neubau damals, am 28. November 1964 war die Eröffnung. 15 Jahre später ergriff Guttenberger, der ob seiner Leistungen 1985 zum Ehrenvorsitzenden des ERSC ernannt wurde, nochmals die Initiative. Er setzte sich vehement für das nächste Großprojekt ein: eine Überdachung für das Eisstadion am Schanzl. Nach seiner Zeit beim ERSC übernahm Guttenberger ab 1999 nochmals Verantwortung in der Führung eines Vereins: Er war zwei Jahre Vorsitzender des damals neu gegründeten ESC Amberg.

Alfons Guttenberger war das zweite Kind der Eheleute Regina und Michael Guttenberger. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Lehre als Einzelhandelskaufmann bei der Eisenhandlung Kolb in Amberg. Dort arbeitete er nach der Ausbildung weiter, bis er 1941 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Zunächst war er beim Luftwaffen-Ausbildungsregiment in Eger, später dann im Luftwaffenführungsstab in Ostpreußen (Lager Mauerwald bei Angerburg). Während seiner Tätigkeit in der Bild-Auswertungsstelle des Oberkommandos des Heeres lernte er seine spätere Frau Elfriede kennen. 1943 kam Guttenberger zum Kampfgeschwader 55 in Thorn (Polen) und flog von dort aus Einsätze in Russland zur Unterstützung der Wehrmacht. Vor Kriegsende wurde diese Einheit aufgelöst. 1945 geriet Guttenberger in französische Kriegsgefangenschaft und kam nach Cantal. Von dort wurde er an französische Bauern vermittelt. Erst Weihnachten 1948 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurück.

Wieder daheim, arbeitete er zunächst weiter bei Eisen Kolb und wechselte später als Geschäftsführer zu Eisen Schmidt. 1982 ging er mit 61 Jahren in Rente. Seine Frau Elfriede, die er während des Krieges kennengelernt hatte, heiratete er 1952. Das Paar bekam zwei Kinder: Tochter Angelika und Sohn Reiner.

Alfons Guttenberger verstarb nach Angaben seines Bruders Ernst am 27. Mai im Seniorenheim St. Barbara in Sulzbach-Rosenberg. Nur wenige Tage sei er dort nach einer Erkrankung gewesen. Beerdigt wurde Alfons Guttenberger in aller Stille: am 5. Juni im Beisein seiner Verwandten auf dem Waldfriedhof in Amberg.

50 Jahre Eisstadion Amberg

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