14.12.2018 - 14:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Tsavaris-Prozess: Märchenstunde im Amberger Landgericht

Zweiter Tag im Prozess um drei Männer im Tsavaris-Raubüberfall: Die bereits verurteilten Räuber sollten zu ihren Begleitern aussagen - schwiegen aber oder fingen an, ganz andere Geschichten zu erzählen.

Justiz
von Autor HOUProfil

Märchenstunde im Amberger Landgericht. Drei teilweise zu langjährigen Haftstrafen verurteilte Räuber sollten aussagen, welche Rolle drei ihrer Begleiter spielten, die sie im Juli 2017 in die Oberpfalz brachten. Diese Männer aus Litauen sitzen nun wegen Mittäterschaft auf der Anklagebank und schweigen beharrlich.

Von einem 20-Jährigen, der seinerzeit mit in das Geschäft ging, den Juwelier Ioannis Tsavaris und dessen Ehefrau malträtierten und ausraubten, hörten die Richter: "Was ich anfangs gesagt und gestanden habe, war zu 90 Prozent gelogen." Er hatte die mutmaßlichen Auftraggeber zunächst schwer belastet und rückte nun davon ab. Tenor: Drei seien auf Raubzug gegangen, die anderen drei hätten sich auf vergnügter Ausflugsfahrt befunden und nichts gewusst.

Ein heuer im Frühjahr zu sieben Jahren Haft verurteilter 36-Jähriger hätte aussagen müssen und schwieg. "Es gibt nichts mehr zu sagen", hörten die Richter mehrfach und schickten ihn zwei Monate in Erzwingungshaft.

Der dritte und zu acht Jahren Gefängnis verurteilte Räuber machte die Dramaturgie des zweiten Prozesstages perfekt. Er mochte sich an kaum mehr etwas erinnern und nannte innerhalb zweier Stunden mehrfach andere Namen derer, die seinerzeit mit in dem mit sechs Männern besetzten und von Litauen nach Amberg fahrenden Auto saßen. Auch die nun angeklagten angeblichen Begleiter kamen ins Spiel. Doch da setzte seine Erinnerung irgendwie aus. Grund: "Alles schon lange her."

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