13.06.2019 - 08:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit Velomobil: Freudenberger rast in Monza auf Platz zwei

Hamilton, Bottas, Vettel: Im Autodrom von Monza stehen normalerweise die ganz Großen auf dem Treppchen. Jetzt war es ein eher kleiner: Richard Schaffenroth aus Freudenberg mit einem ganz besonderen Fahrzeug.

Richard Schaffenroth (Mitte) in seinem weißen Flitzer.
von Uli Piehler Kontakt Profil
Das Fahrzeug ist federleicht. Richard Schaffenroth trägt es manchmal durch die Gegend.

Wenn er mal in seinem Heimatdorf auftaucht, dann in seinem Velomobil - einem vollverkleideten Liege-Fahrrad. Ziemlich eng ist es da drinnen und im Sommer oft auch brütend heiß. Dafür kommt man für ein muskelbetriebenes Fahrzeug ultraschnell voran und ist vor Wind und Wetter geschützt. Wie schnell, das hat der 38-jährige Freudenberger jetzt auf der berühmten Formel-1-Rennstrecke in Norditalien unter Beweis gestellt. Beim jährlichen Rennen für Velomobile errang Schaffenroth mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60,7 Kilometern pro Stunde den zweiten Platz hinter dem deutschen Dauer-Gewinner Daniel Fenn (62,9 km/h). 14 vollverkleidete Velomobile und einige unverkleidete Liegeräder hatten teilgenommen. Sie mussten auf der Rennstrecke 60 Minuten lang ihre Runden drehen. Beide fuhren 11 Runden (63,7 Kilometer), Fenn war aber eine halbe Runde voraus.

Richard Schaffenroth (geborener Dähne) fährt ein Velomobil der Marke "dF Spezial". Das Gerät wiegt so viel wie ein Sack Blumenerde - rund 20 Kilogramm. "Mein Velomobil ist für den Alltag im Verkehr beleuchtet", erzählt Schaffenroth. "Vor ein paar Jahren bin ich damit fast jeden Tag von Erlangen nach Bamberg gependelt. 48 Kilometer einfach". Auf den großen Rennstrecken ist der zweite Platz in Monza nicht der erste Erfolg des Freudenbergers. 2014 holte er sich bei einem ähnlichen Wettbewerb in Frankreich sogar den ersten Rang. Und demnächst will er wieder starten. Das nächste Rennen ist die 24-Stunden-Ausfahrt am Brelinger Berg in Niedersachsen am 22. und 23. Juni. Die Woche darauf steht ein Rennen in Meppen und im Juli die Weltmeisterschaft in Frankreich an.

Der Markt für Velomobile ist klein. Wer sich eines zulegen will, der muss sich im Internet und im Ausland umschauen. Das "dF" wurde als Serienfahrzeug von Daniel Fenn konstruiert, wird in Rumänien produziert und in Holland vertrieben. Das "dF spezial" ist eine extraleichte Spezialanfertigung durch Fenn personlich. Inzwischen gibt es aber neuere, windschnittigere und damit noch schnellere Modelle. Kostenpunkt: um die 10.000 Euro. Doch sein altes "dF Spezial" ist für Schaffenroth viel mehr wert. Nach dem zweiten Platz in Monza sowieso.

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