Amberg
18.02.2020 - 10:11 Uhr

Das verbirgt sich hinter Endometriose

Das Gesundheitsforum des Klinikums St. Marien startet mit dem Thema Endometriose in die neue Runde. Dabei handelt es sich um ein anderes Wort für chronische Regelschmerzen.

Dr. Thomas Papathemelis, Chefarzt der Frauenklink am Klinikum St. Marien Amberg. Bild: Stephanie Gräß
Dr. Thomas Papathemelis, Chefarzt der Frauenklink am Klinikum St. Marien Amberg.

Seit 25 Jahren gibt es das Gesundheitsforum, eine gemeinsame Vortragsserie des Klinikums und der Amberger Volkshochschule. Zum Auftakt in die diesjährige Veranstaltungsreihe referierte Dr. Thomas Papathemelis, der Chefarzt der Frauenklink in St. Marien.

Das überwiegend weibliche Publikum war laut einer Pressemitteilung des Krankenhauses gespannt, ging es doch um ein Thema, das nach vorsichtigen Schätzungen etwa zehn Prozent der geschlechtsreifen Frauen betrifft: Endometriose. Was ist das? Papathemelis: "Bei der Endometriose handelt es sich um Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, die sich außerhalb der Gebärmutter in benachbarten Organen ansiedelt." Diese versprengten Herde wachsen während des Monatszyklus. Da sie bei jeder Menstruation bluten, das Blut aber meist nicht abfließen kann, komme es häufig parallel zur Bildung von Zysten.

Die möglichen Symptome: verfrühte Regelblutung, kurze oder lange Blutung, chronische Schmerzen im Unterbauch, beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang. Bis es zu einer Erstdiagnose kommt, vergehen laut Papathemelis im Schnitt meistens sieben Jahre: "Da ist dann der Leidensdruck meistens schon sehr groß." Die Endometriose sei eine gutartige Erkrankung mit bösem Charakter. Seit 2019 gibt es das zertifizierte Endometriosezentrum am Klinikum unter der Leitung von Papathemelis und Oberarzt Raul Donutiu. Dort könne die genaue Diagnose gestellt und eine passende Therapie gestartet werden. Ein Ende der monatlichen Qualen könne auch eine minimalinvasive Operation bringen. Das heißt: "Es werden mehrere nur etwa fünf bis zehn Millimeter kleine Stiche um den Nabel gesetzt und dann die Endometriose-Herde entfernt." Die Patientin erhole sich normalerweise schnell und könne nach drei bis vier Tagen das Klinikum wieder verlassen. Bei milderen Formen der Erkrankung könne der Eingriff auch ambulant erfolgen. Bei einem bestehenden Kinderwunsch habe sich gezeigt, dass die Chance auf eine Schwangerschaft nach dem operativen Eingriff wesentlich steige.

Papathemelis sagte aber auch: "Sofern kein Kinderwunsch besteht, bietet sich eine dauerhafte Einnahme einer Anti-Baby-Pille an, um das Entstehen neuer Endometriose-Herde zu unterdrücken."

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.