07.02.2019 - 15:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Vergessener Stolz

Cantus Ferrum trägt in seinem kompletten Namen den Zusatz "Verein für erlebte Geschichte Amberg". Deshalb liegt seit 5. Februar ein Kranz vor dem Rathaus.

Erstmals erinnert ein Kranz an die drei am 5. Februar 1454 hingerichteten Bürger, die als Rädelsführer des Amberger Aufruhrs ausgemacht wurden. Die wenig beachtete Gedenktafel darunter ist immer da.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Ein Trauerkranz und drei erloschene Grabkerzen vor dem Rathaus, zeitlich weitab vom Volkstrauertag, das irritiert. Klarheit schafft eines der immer und überall präsenten sozialen Netzwerke: "Der Kranz wurde heute von den Aktiven des Cantus-Ferrum-Vereins für erlebte Geschichte Amberg", niedergelegt, postete das Stadtarchiv.

Es geht um den 5. Februar. Nicht 2019, sondern 1454. An diesem Tag wurden vor dem Amberger Rathaus drei Bürger der Stadt auf Befehl von Kurfürst Friedrich I. enthauptet. Er sah in ihnen die Rädelsführer des sogenannten Amberger Aufruhrs. Eine wenig beachtete Gedenktafel unter dem Kranz erinnert an die drei Männer, die Opfer des Amberger Bürgerstolzes geworden sind.

Hintergrund sind Irritationen um die Erbnachfolge von Kurfürst Ludwig IV, der 1449 verstarb. Ihm galt die Gefolgschaft der Amberger. Doch zum Zeitpunkt seines Todes war dessen Sohn Philipp erst 13 Monate alt. Die Bürger der Stadt sahen sich dennoch dem Erben verpflichtet und nicht Pfalzgraf Friedrich dem Siegreichen, der als Onkel erst die Vormundschaft übernahm und später seinen Neffen Philipp adoptierte. Das Loyalitätsproblem wurde gewaltsam gelöst. Mit drei Hinrichtungen am 5. Februar 1454.

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