27.10.2019 - 09:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Wenn die Vils über die Ufer tritt: THW übt Ernstfall zum Hochwasser in Amberg

Im Falle eines Hochwassers bleiben dem THW in Amberg nur rund drei Stunden, um einen Steg in der Schiffgasse zu errichten. Die ist bei hohem Vilsstand betroffen betroffen. Am Samstag wurde der Einsatz eingeübt.

Wenn es mit dem Hochwasser brenzlig wird, haben beispielsweise Regensburg und Passau eine Vorlaufzeit vorn zwei bis drei Tagen. In Amberg sind es nur ein paar Stunden. Am Samstag übten die Einsatzkräfte das Notfallszenario. Bilder: brü (2)
von Andreas Brückmann (brü)Profil

Sechs Jahre ist es her, dass die Vils in der Innenstadt über die Ufer trat. Genau 2,34 Meter. Im Vergleich zu Städten wie Regensburg und Passau ist das kein hoher Pegel. Aktuell ist die Vils etwa einen halben Meter tief. Der Stand von 2013 bedeutet für Amberg demnach: Hochwasserlage. Vor allem in der Schiffgasse und Schiffbrückgasse, wo die Fenster an den Unterkanten unter Wasser stehen würden.

Für den nächsten Fall gerüstet zu sein, dafür trainierte am Samstag das Technische Hilfswerk (THW) Amberg den Aufbau des Hochwasserstegs zwischen Landratsamt und Martinskirche. Christoph Hollweck, Zugführer beim THW, erklärte: "Der Hochwassersteg gehört zum Bereich des Katastrophenschutzes der Stadt. Das übernimmt das THW." Eine Hochwasserlage ist derzeit in Amberg nicht gegeben, aber: "Es geht um die Schulung der Einsatzkräfte, um die Überprüfung von Einsatzplänen und ob alles noch zeitgerecht ist."

Bildergalerie zur Übung

Mit 32 Einsatzkräften war es den Verantwortlichen auch wichtig, die Jugend einzubinden. "Als kleines Zuckerl für unseren Nachwuchs darf auch die Jugend mit anpacken", freute sich Hollweck, denn "im wirklichen Einsatz wäre das nicht so. Die Jungs und Mädels ab zehn Jahren an den Einsatz heranzuführen, dass ist neben der Übung auch wichtig, um den Einsatzbetrieb zu zeigen."

Die Übung des THW stieß auf großes öffentliches Interesse. Sämtliche Stadtführungen wurden umgeleitet, der eine oder andere, der sich auf seinen samstäglichen Weg zum Markplatz machen wollte, musste einen kleinen Umweg machen, um bei den Aufbauarbeiten im wahrsten Sinne des Wortes nicht unter die Räder der Einsatzfahrzeuge zu kommen.

"Der Hochwassersteg muss geprobt werden", sagte Cerny, der ebenfalls bei der Übung vor Ort war. "Passau und Regensburg haben eine Vorwarnzeit von bis zu zwei Tagen. Bei uns muss der Steg innerhalb von zwei, drei Stunden stehen."

Ehrung:

Unter dem Motto „Füllen. Werfen. Gewinnen“ fand im September an 69 Standorten des Technischen Hilfswerks in Bayern die Sandsack-Challenge statt. In Amberg auf der Bleichwiese neben dem ACC ausgerichtet, sicherte sich Katharina Baum-Shreider den ersten Platz des Wettbewerbs und wurde in Bayern Drittplatzierte. Den Preis dafür erhielt sie im Zuge der Übung des THW.

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