22.08.2018 - 17:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Vorreiter in der Oberpfalz

"Wir wollen den Bergsteig in seine neue Zukunft führen", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny. Sein Ziel: Veränderung ja, aber nicht auf Kosten der Bergsteig-Kultur. Gleichzeitig setzt die Stadt mit der indirekten Belegung neue Maßstäbe.

Für die Verwirklichung des neuen Bergsteigs packen alle mit an: Eduard Kohl aus Hahnbach als ausführender Bauunternehmer (links mit Schaufel), Landrat Richard Reisinger, OB Michael Cerny (Zweiter und Dritter von links mit Schaufel) und Maximilian Hahn von der Stadtbau GmbH (rechts mit Schaufel) und weitere Beteiligte.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

(anv) Laut Cerny sind vor allem die Anwohner in Aufbruchsstimmung. Immer wieder haben sie eines stark gefordert: "Der Bagger muss rollen." Jetzt tut er das auch. "Es geht los. Der neue Bergsteig kommt", eröffnete Maximilian Hahn von der Stadtbau seine Rede.

Frischer Wind für Bergsteig

Am Claudiweg entstehen zwei Doppelhaushälften und ein Neubau mit sechs Mietwohnung (drei Drei-Zimmer-Wohnungen und drei Zwei-Zimmer-Wohnungen) von der Stadtbau GmbH. Im Mehrparteienhaus wird es einen Aufzug geben, Garagen und Stellplätze, Balkone und Terrassen sowie Fußbodenheizung und eine Solaranlage. Vor allem die Doppelhaushälften sollen familiengerecht und großzügig ausgestattet sein. Die 122 und 116 Quadratmeter großen Häuser sind bereits vergeben.

Die Mietwohnungen werden zu einem Grundpreis von 6,25 Euro pro Quadratmeter angeboten. Der Neubau stellt zugleich ein Pilotprojekt dar. Es ist das erste Gebäude in der Oberpfalz, das indirekt belegt wird. Das bedeutet, dass die Stadtbau für die etwa 400 Quadratmeter Neubauwohnungen im Gegenzug über 600 Quadratmeter Wohnraum aus ihrem freifinanzierten Bestand als Sozialwohnungen anbietet.

In der Vergangenheit habe es in der Bevölkerung zu Unmut geführt, wenn neue Wohnungen zum Beispiel für Asylbewerber gebaut wurden und diese dann zu einem guten Preis darin wohnen konnten. Manche Bürger in älteren, teureren Wohnungen hätten sich benachteiligt gefühlt. Die indirekte Belegung scheint da eine gute Lösung für Amberg zu sein, durchaus mit Vorbildpotenzial für andere Städte. "Unterm Strich schaffen wir 30 Prozent mehr Wohnraum", erklärte Hahn. Der Bergsteig selbst solle genauso aufpoliert werden, wie sein Image. Das Viertel hat in der Bevölkerung teilweise nicht den besten Ruf. Völlig zu Unrecht, da sind sich OB, Stadtbau und andere Beteiligte sowie die Anwohner einig.

Charme erhalten

Es seien alle Voraussetzungen für ein lebenswertes Wohngebiet gegeben: Einkaufsmöglichkeiten, die gute Erreichbarkeit der Stadt, die Natur vor der Haustür und eine gute Nachbarschaft. "Wir wollen den Charme des Bergsteigs nicht verändern, sondern gezielt Wohnraum auch für neue Leute schaffen", so Cerny.

Der Bebauungsplan sieht für den Claudiweg noch einen zweiten Bauabschnitt vor. Dazu muss zunächst eine der Baracken verschwinden. Doch die stehen unter Denkmalschutz. Eine davon, in der noch Gottesdienste gefeiert werden, könne beispielsweise wegen ihrer historischen Vergangenheit erhalten bleiben. Doch die andere müsste zugunsten von weiterem Wohnraum abgerissen werden. Cerny zeigt sich zuversichtlich: "Da werden wir zusammen mit dem Landesamt für Denkmalschutz sicher noch eine gute Lösung finden."

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