13.12.2019 - 15:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Von wegen Deko-Sau stört kein Schwein: Amtsschimmel wiehert

Es ist zum Quieken - nein, zum Wiehern - oder beides. Denn sowohl ein Schwein als auch der Amtsschimmel spielen hier die Hauptrollen. Eher komisch, obwohl die Geschichte nicht nur zum Lachen ist.

Eingerahmt von „Fisch paniert“ und wartendem Hund wartet auch das Deko-Strohschwein auf seiner Bank vor der Metzgerei Englhard auf seine Genehmigung und denkt sich wohl derweil: „Ich glaub, mein Schwein pfeift.“
von Thomas Amann Kontakt Profil

Die Viecherei beginnt mit einem Strohschwein - also einem "echten", das nicht nur auf Stroh steht, sondern durch und durch daraus gemacht ist. Diese putzig anmutende Deko-Sau sitzt friedlich auf einer Bank vor der Metzgerei Englhard am Malteserplatz - neben anderem Weihnachtsschmuck, der Kunden und Passanten auf das Fest der Liebe einstimmen soll.

Doch mit der Liebe war es kürzlich nicht weit her, da glaubte Geschäftsinhaberin Heike Lutter eher, ihr Schwein pfeift. Denn ein Kontrolleur des Bauamts wies darauf hin, dass die Bank mit der Sau eine Freiflächennutzung samt "Bestuhlung" sei. Dafür brauche es eine Genehmigung, die Heike Lutter - sonst mit der erlaubnispflichtigen Nutzung von Tischen vor der Ladentür durchaus vertraut - tatsächlich nicht hatte.

Weil sie nie auf die Idee gekommen wäre, dass ihre Deko amtstechnisch so gesehen wird, sagt die Geschäftsfrau und fügt an, dass sich bisher kein Schwein daran gestört hätte. Im Gegenteil fänden Kunden das Borstentier mit der Nikolausmütze auch mit Blick auf den Strohschwein-Hype saugut - wie sich die Altstadt-Geschäfte ohnehin stets um attraktive Ladengestaltungen mit bunten Ideen mühten, um Kunden in die City zu locken und ihnen den Einkauf zu verschönern.

Auch die Stadt hat nach Auskunft ihrer Sprecherin Susanne Schwab nichts gegen solche Einfälle, müsse aber auf Genehmigungen pochen - "aus Gerechtigkeitsgründen" allen Läden gegenüber, die für Sondernutzungen auf öffentlichem Grund ebenfalls Erlaubnisse hätten. Heike Lutter findet das zwar eine "i-Tüpfel-Scheißerei" und recht bürokratisch, will aber ohne weitere Viecherei den entsprechenden Antrag stellen. Um dem Schwein seine Ruhe zu gönnen. Also, dem auf der Bank, wo außer ihm übrigens noch keine Sau saß.

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