10.09.2018 - 16:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Wegen Klinikumsarzt von Kuwait nach Amberg

Schmerzen im Oberkiefer, Wange, Augen und Stirn. Qualen, die Dr. Hisham El-Hizzawi erleiden muss. Der Ägypter, selbst Arzt in Kuwait, kann kaum essen. Zähneputzen wird zur Tortur. Mehr als drei Monate wäscht er nur die linke Gesichtshälfte.

Chefarzt Dr. Hischam Bassiouni bei der Visite des Patienten Dr. Hisham El-Hizzawi.

Hisham El-Hizzawi, der Rat im Klinikum suchte, litt unter Trigeminusneuralgie. "Dabei kommt es zu sehr heftigen und meist einseitigen Gesichtsschmerzen, die einschießen und meistens wenige Sekunden anhalten, die Leute in den Wahnsinn und auch in den Selbstmord treiben können", wird Dr. Hischam Bassiouni, Chefarzt der Neurochirurgie am Klinikum St. Marien, in einer Pressemitteilung zitiert. Auch der Mediziner aus Kuwait war in seinem Alltag mehr als eingeschränkt. Überfiel ihn eine Attacke während des Patientengespräches, war dieses nicht mehr zu führen. Für seine Frau und seine beiden Kinder auch eine ganz schlimme Zeit: "Nicht helfen zu können und so machtlos zu sein, war für mich und die Kinder ganz furchtbar. Wir waren nur noch verzweifelt", wird Ehefrau Mona Ebrhim in dem Schreiben zitiert.

Ursache der Erkrankung sei meistens ein arterielles Gefäß, das auf den fünften Hirnnerv, den Trigeminusnerv, drückt. Die Diagnose stellte sich der Ägypter nach fast zweijähriger Recherche selbst. Doch mit der Zeit habe die Wirkung der selbst verordneten Medikamente nachgelassen. Es folgten Besuche bei mehreren Neurochirurgen, unter anderem bei einem Kollegen an der Harvard Universität in den USA. Hier habe er erfahren, dass ein hervorragender Operateur für dieses Krankheitsbild in Deutschland tätig sei - im Klinikum St. Marien in Amberg. "Wenn ein Patient tausende von Kilometern zu mir kommt, ohne mich persönlich zu kennen, dann ist es natürlich eine große Ehre, denn er vertraut sich mir in jeder Hinsicht an", sagt Chefarzt Dr. Hischam Bassiouni.

El-Hizzawi sei gesagt worden, dass die Erfolgsquote bei einer Operation bei 70 bis 90 Prozent liege. Zu wenig für den Arzt aus Kuwait. Er wollte 100 Prozent - und so nahm er den langen Weg nach Amberg auf sich. Nach der OP sei der Ägypter beschwerdefrei gewesen: "Mein glücklichster Moment war nach der Narkose, als ich meine rechte Gesichtshälfte berührte und keine Schmerzen mehr hatte. Jetzt bin ich wieder geboren. Mein Leben ist zurückgekehrt."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.