15.10.2019 - 10:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Weil Barrierefreiheit fehlt: Über Regensburg nach Nürnberg

Zehn Jahre abzuwarten, bis die Arbeiten zur Schaffung der Barrierefreiheit am Bahnhof beginnen, ist den Stadträten von Amberger Bunt entschieden zu lange. Sie fordern eine rasche Initiative des Oberbürgermeisters für eine Zwischenlösung.

Bei einem Treffen mit Behinderten formulierte die Wählergruppe Amberger Bunt Forderungen an die Stadt, schon vor dem in zehn Jahren erst geplanten barrierefreien Ausbau des Bahnhof tätig zu werden, etwa sich am Einbau eines Senkrechtaufzugs zu beteiligen.
von uscProfil

Laut Werner Konheiser, dem Sprecher der Gruppe, müsste es möglich sein, am Amberger Bahnhof eine Interimseinrichtung zu schaffen. Wie er bei einem Ortstermin im Beisein von Behinderten erläuterte, könnte der Einbau eines Senkrecht-Aufzugs im Treppenhaus von Bahnsteig 1 und 2 eine Alternative für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und für ältere Reisende sein, die Probleme mit ihren Koffern haben.

Die Bahn handle bislang unverantwortlich, kritisierte Stadtrat Josef Lorenz. Auch wenn das Unternehmen letztendlich für den Umbau zuständig sei, könne sich die Stadt nicht aus der Verantwortung stehlen. Es gehe auch um das Image Ambergs. Konheiser brachte den erwähnten Aufzug ins Gespräch, der ohne Probleme in die Ecke des Treppenanlage gebaut werden könnte - beim Abgang an Gleis 1 sowie beim Aufgang zu Gleis 2 und 3. Die Anlage könne leicht installiert und ebenso einfach wieder abgebaut werden, sobald die Barrierefreiheit nach dem Umbau hergestellt ist. Konheiser schätzt die Kosten auf rund 90.000 Euro. Diese Anschaffung müsste nach Überzeugung von Amberger Bunt auch die Stadt Amberg schultern können. Kornelia Schmid, Vorsitzende des Vereins Pflegende Angehörige, sieht Menschen, die an einem der beiden Behindertenparkplätze der Bahn das Auto abstellen, auf der Suche nach dem Zugang schnell in einer Stresssituation. Eine Lösung wäre der Bau einer Rampe beim Blumenladen. Abgesehen davon, so stellte ein Diskussionsteilnehmer fest, seien die Behindertenparkplätze viel zu eng. Da müsste die Bahn Abhilfe schaffen.

Dass es gegenüber dem hinteren beschrankten Parkplatzzugang des Postgebäudes einen stufenfreien Zugang zum Bahnsteig 1 gibt, wisse wohl niemand, da dafür eine Ausschilderung fehle, monierte Josef Lorenz. Sein Stadtratskollegen Aydin Ayten beklagte das Fehlen von Toiletten. Rollstuhlfahrer müssten die Anlagen am Busbahnhof benutzen, berichtete eine Teilnehmerin.

Wie problematisch die derzeitige Situation für Rollstuhlfahrer ist, erläuterte ein Senior, der seine im Rollstuhl sitzende Frau betreut. Das Ehepaar fährt öfter nach Nürnberg. Weil der Zug aber in Amberg auf dem nicht erreichbaren Gleis 2 startet, nimmt das Ehepaar zunächst ab Gleis 1 den Zug nach Regensburg und fährt dann von dort nach Nürnberg weiter.

Barrierefreies Reisen mit der Bahn

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