Amberg
04.04.2019 - 13:19 Uhr

Eine-Welt-Laden zieht um: Sogar die Möbel sind nachhaltig

Der Verein nennt es selbst eine "faire Globalisierung auch in Amberg". Gemeint ist der Vertrieb von Waren aus der südlichen Halbkugel. Seit über 35 Jahren sind Ehrenamtliche im Eine-Welt-Laden aktiv, der in die Ziegelgasse ungezogen ist.

von usc
Franz Wittmann (rechts) gratulierte mit einer Spende, über die sich der Vorsitzende des Eine-Welt-Ladens e.V., Helmut Kollhoff (links) und Cornelia Siebenbürger, der Motor des neuen Ladens, sehr freuten. Bild: usc
Franz Wittmann (rechts) gratulierte mit einer Spende, über die sich der Vorsitzende des Eine-Welt-Ladens e.V., Helmut Kollhoff (links) und Cornelia Siebenbürger, der Motor des neuen Ladens, sehr freuten.

Den Hauptanteil am Gelingen trug nach den Worten des Vorsitzenden Helmut Kollhoff die ideenreiche und umtriebige Mitstreiterin Cornelia Siebenbürger. Ein Anruf bei ihr im Sommer habe genügt, um sie für ein neues Zuhause zu gewinnen. Am alten Standort drohte die Belastung einer Dauerbaustelle. An der Einrichtung selbst hatte der Zahn schon deutlich genagt.

Siebenbürger wurde bei der Suche nach einer Immobilie in einer besseren Einkaufslage als an der bisherigen Adresse Paulanerplatz bald fündig - im Gebäude Ziegelgasse 3. Mit Barbara Piana habe sie eine verständnisvolle Vermieterin gefunden, wie Siebenbürger bei der Einweihungsfeier dankbar feststellte. Cornelia Siebenbürger war bei der Realisierung des Projekts auf viele Menschen gestoßen, die sich mit Rat, Tat und Spenden einbrachten. So entstand in nur drei Monaten ein neuer Eine-Welt-Laden. Helmut Kollhoff ist davon überzeugt, dass der faire Handel nun auch in Amberg Fahrt aufnehmen wird. Nach seinen Angaben wurden in diesem Verkaufsmodell in Deutschland 2017 über 1,5 Milliarden Euro umgesetzt. Auch durch Menschen, die ihr ehrenamtliches Engagement und Talente einsetzen. Der neue Eine-Welt-Laden bietet nun ein breites Spektrum von Produkten aus dem globalen Süden an. Der Kaffee, der im neuen Laden verkauft wird, ist übrigens der erste aus Afrika, der dort auch geröstet und verpackt wird, also Arbeitsplätze schafft. Ebenso hat der Eine-Welt-Laden Schokolade aus Ghana, die dort auch komplett hergestellt wird. Eine globale wichtige Wirkung der festen Arbeitsverhältnisse ist laut Kollhoff, dass die Zahl der Kinder pro Frau sinkt, und dass Menschen aus wirtschaftlicher Not nicht mehr in andere Regionen auswandern müssen. Ein weiteres wichtiges Produkt ist das Kunsthandwerk, das der Laden durch die größere Fläche in breiter Auswahl präsentiert. Die Einrichtung des Ladens, darauf hat Cornelia Siebenbürger großen Wert gelegt, ist aus zweiter Hand, und damit nachhaltig. Zusammen mit der Theke aus Indien als Blickfang biete das Geschäft eine einzigartige Atmosphäre.

Bürgermeister Martin Preuß sprach in seinem Grußwort von einem schönen Tag für die Fair-Trade-Stadt Amberg. Er appellierte an die Bevölkerung, einfach mal reinzuschauen und sich selbst ein Bild vom Angebot zu machen. Er bedankte sich bei Cornelia Siebenbürger und allen Mitstreitern. Und Helmut Kollhoff machte der Aktivistin am Schluss des offiziellen Teils ein großes Kompliment: "Connie Siebenbürger ist ein Segen für uns."

Franz Wittmann übergab im Namen der Hausverwaltung eine Spende. Den kirchlichen Segen sprachen Thomas Helm von St. Martin und Joachim von Kölichen von der Paulaner-Gemeinde. Eine Überraschung bot eine Trommler-Gruppe der Katholischen Erwachsenenbildung, die für afrikanische Stimmung sorgte.

 
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