14.03.2019 - 14:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Willy Nachdenklich in Amberg: Vom Tafelwischer zum Bühnenstar

Einst besuchte Sebastian Zawrel die Wirtschaftsschule in Amberg - als Comedian Willy Nachdenklich kehrte er zurück und erhielt bei seiner Lesung viel Beifall von Schülern wie auch Lehrern

Willy Nachdenklich im Kreise von Elftklässlern an der Städtischen Friedrich-Arnold-Wirtschaftsschule in Amberg.
von Peter GeigerProfil

Schule funktioniert eigentlich denkbar einfach: Wer sich an Regeln hält, wird mit guten Noten belohnt. Und wer dagegen verstößt, bekommt einen Fünfer oder einen Sechser. Wie gut, dass das Leben schlauer ist. Denn Sebastian Zawrel, vor rund 20 Jahren hat er seine Mittlere Reife an der Städtischen Wirtschaftsschule in Amberg erworben, hat aus Normverstößen ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt.

Weshalb er nunmehr bei seinem Lese-Gastspiel vor den beiden 11. Klassen der Wirtschaftsschule nicht nur als Autor seine höchst eigenwilligen Geschichten vorlas. Sondern auch stolz davon berichten konnte, dass er unter dem Pseudonym Willy Nachdenklich zunächst zum respektierten Internetstar mit rund 350 000 Facebook-Followern avancierte. Dem es mittlerweile gelungen ist, seinen Erfolg zu verstetigen: Indem er als Comedian im gesamten deutschsprachigen Bereich unterwegs ist. Zudem ist er hauptberuflich Redakteur bei "Puls" - dem jungen Programm des Bayerischen Rundfunks.

Helge Schneider als Zuschauer bei Willy Nachdenklich

Sofort war bei der Rückkehr in die Schule zu spüren, dass der Funke der Begeisterung auf die rund 50 Elftklässler überspringt. Weil das doch viel mehr war für sie, als eine bloße Lesung irgendeines Schriftstellers, der Geschichten erfindet, die vielleicht irgendjemanden interessieren - aber definitiv nicht sie. So meldete sich Noah zu Wort und wollte wissen: "Glauben Sie, dass Sie auch so erfolgreich wären, wenn es keine Sozialen Netzwerke gäbe?" Der Angesprochene blickte auf von seinem Lese-Manuskript, räusperte sich - und antwortete: "Nein, natürlich nicht!" Nach dem Web-Hype, der im Titel "Jugendwort des Jahres" für "I bims" gipfelte, unternahm er den nächsten Karriereschritt. Er begann damit, auch längere Texte zu schreiben. Und avancierte auch auf analogen Bühnen zum Publikumsliebling. Weshalb er als Autor von zwei Büchern mittlerweile im gesamten deutschsprachigen Raum gastiert. Besonders stolz war er, als bei seinem Auftritt in Duisburg sein langjähriges Idol Helge Schneider im Publikum saß. "Für mich der intelligenteste und lustigste Mensch auf der ganzen Welt."

Viel in der Schule gelernt

Die zwei Schulstunden vergingen wie im Flug: Der Autor fühlte sich Aussagen zufolge überaus wohl unter lauter jungen Menschen. Er lobte seine eigene Schulzeit in seiner eigenen Sprache: "Ohne die Schule hette ich nie gelermt wie man 1 Tafel wischt." Und nutzte die Gelegenheit, sein Publikum aufzufordern, sich zu engagieren - gegen die EU-Pläne, mittels Upload-Filtern "die Freiheit im Internet zu beschränken". Sagte es, winkte zum Abschluss freundlich - und verabschiedete sich unter großem Applaus auch der Lehrer.

Auch die Lehrer an der Städtischen Friedrich-Arnold-Wirtschaftsschule waren von Willy Nachdenklichs Erzählstil begeistert.

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