Update 04.06.2018 - 16:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Zickenterror am Gymnasium

Wer das Märchen"Die Schöne und das Biest" kennt, ist bei der Aufführung der Theatergruppe Mobbits des Gregor-Mendel-Gymnasiums unter der Leitung von Christine Kleinert wahrscheinlich erst mal überrascht. Denn ist "Der Schöne und das Biest".

Am Gregor-Mendel-Gymnasium gibt es die etwas andere Version von "Die Schöne und das Biest".

Wer das Märchen "Die Schöne und das Biest" kennt, war bei der Aufführung der Mobbits unter der Leitung von Christine Kleinert wahrscheinlich erst mal überrascht. Aber halt – es war ja Der Schöne und Das Biest Lou, die genau so ist, wie man es sich zeitgemäß vorstellt – gemein, zynisch, ungerecht und immer auf den eigenen Vorteil bedacht (sehr überzeugend gespielt von Jessica Dering). Im Gegensatz dazu symbolisiert Der Schöne Lu (mit viel Spielfreude Lysan Reitemeyer) leider das typische Mobbingopfer.

Von Nina Kohl und Bianca Rauchenberger Amberg.Das Biest namens Lou ist genau so, wie man sich das vorstellt: gemein, zynisch, ungerecht und immer auf den eigenen Vorteil bedacht (sehr überzeugend gespielt von Jessica Dering). Im Gegensatz dazu symbolisiert der Schöne Lu (mit viel Spielfreude Lysan Reitemeyer) das typische Mobbingopfer. Neu in der Klasse und zufällig und zu seinem Nachteil mit dem fast identischen Spitznamen wie das Biest bestraft, dauert es nicht lange, bis er am eigenen Leib erfährt, was es bedeutet, den Unmut von Lou auf sich zu ziehen. Aber Lou ist nicht alleine, sie wird von ihrer Clique (Michelle Sokolov und Melinda Kohl) unterstützt.
Obwohl Lu von den netten Mädchen der Klasse gewarnt wird (Fadim Yüksel, Amina Hajri, Toreen Rofi), macht ihm Lou bald das Leben zur Hölle. Diese hingegen, die selbst ihre Freundinnen schlecht behandelt, hat ihrerseits ganz andere Probleme: einen auf sein Karriere bedachten Vater (Silvan Rupp) und eine stylische, aber auch sehr an Statussymbolen interessierte Mutter (Marleen Kollbrand), der die Größe ihres begehbaren Kleiderschranks wohl wichtiger ist als das Wohl ihrer Tochter. Doch keiner kennt das wahre Ich von Lou.
Aber je schlechter sie Lu behandelt, ihn in Lebensgefahr bringt und in der Schule bloßstellt, umso mehr rücken ihre Mitschüler zusammen und beschließen, dass sie etwas ändern müssen. Ausschlaggebend ist die Beichte von Lous Freundin Lissi. Diese gibt zu, auf Lous Drängen gemeinsam mit ihr einen Ladendiebstahl begangen zu haben. Aus Angst, die Verkäuferin (Amelie Kny) könnte sie anzeigen, wenden sich die Schülerinnen schließlich an ihre Lehrerin (Emma Lederer), und schließlich kommt auch Lous Angst, mit ihren Eltern wieder umziehen zu müssen, ans Licht: Lu ist derjenige, der sie im Wald findet, nachdem sie sich den Kopf angeschlagen hat. Während ihrer Ohnmacht hat sie sich selbst als nette und mitfühlende Prinzessin gesehen und Lu als den sie und das gesamte Königreich rettenden Prinzen. Lu, der allen Grund hätte, Lou seinerseits schlecht zu behandeln, kümmert sich um sie und berichtet den anderen von ihren Problemen. Die Lehrerin erkennt, dass Lou nicht bloßgestellt werden darf und schlägt ein gemeinsames Projekt aller Schüler vor - als Voraussetzung dafür, dass Lou nicht angezeigt wird. Sowohl Lou als auch die Verkäuferin lassen sich darauf ein, und die Tanzaufführung wird ein voller Erfolg.
Das Ende des Stücks bleibt offen, aber Lu, der in der Schlussszene den Arm um Lou legt, zeigt, dass der Plan der Lehrerin aufgegangen ist und es wohl ein Happy End gibt. Die Botschaft war klar erkennbar: Nicht Aussehen oder Status sind wichtig, sondern der Zusammenhalt der Schüler.

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