05.12.2019 - 13:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Zimmer für Zimmer zur Plastik-Freiheit

Vielen Menschen fällt gar nicht auf, wie viel Plastikmüll sie tatsächlich produzieren. Wie jeder Einzelne das in Zukunft vermeiden kann, erklärte Nadine Schubert im Ring-Theater Amberg.

Nadine Schubert berichtete darüber, wie sie seit 2013 plastikfrei lebt und gab den Besuchern Tipps und Rezepte mit auf den Weg.
von Sarah BayerschmidtProfil

„Ab morgen werden Sie kein Plastik mehr kaufen“, da war sich Nadine Schubert schon bei der Begrüßung ihrer Zuhörer im alten Kino sicher. In ihren Büchern „Besser leben ohne Plastik“ und „Noch besser leben ohne Plastik“ finden sich Tipps und Tricks, wie sich der Alltag meistern lässt, ohne Kunststoffmüll zu produzieren.

Seit 2013 verzichtet die zweifache Mutter aus dem unterfränkischen Oberaurach auf „schlechtes Plastik“, denn sie unterscheidet zwischen langlebigem Plastik und dem, der dafür gemacht ist, in den Müll zu wandern. „Manchmal werde ich gefragt, ob ich zu Hause Lichtschalter habe, denn die sind ja auch aus Plastik“, erzählte Schubert und lieferte die Antwort gleich mit: „Ja, ich habe Lichtschalter und sogar Klodeckel. Auch mein Staubsauger ist aus Plastik, aber es gibt nunmal keine aus Holz.“ Sollten langlebige Geräte doch einmal kaputtgehen, werden die repariert: „Wir müssen die Dinge wieder wertschätzen.“ Ein Beispiel: Im Sommer seien ihre alten Badelatschen mit ein bisschen Hilfe von ihrem Mann wieder auf neu getrimmt worden: „Fair-Trade-Flip-Flops kosten auch nur 20 Euro. Es hätte mich sicherlich nicht pleite gemacht, einfach neue zu kaufen. Aber solange ich etwas noch verwenden kann, tue ich das auch.“

Begonnen hat das Leben ohne Plastik, nachdem Nadine Schubert einen Dokumentarfilm gesehen hatte. Sie sei schockiert darüber gewesen, wie wenig sie als Journalistin über das Thema wusste: „Es wurde damals kaum über Plastikmüll geschrieben. Aber selbst ohne mich einzulesen, sind mir viele Dinge eingefallen, die man anders machen könnte um Kunststoffmüll zu vermeiden.“ Der erste Schritt: Sie habe ihrem Mann gesagt, dass er Getränke nur noch in Glasflaschen kaufen soll. „Den Rest habe ich selbst in die Hand genommen.“ Zunächst habe sie nur in der Küche auf Plastik verzichtet, also Lebensmittel unverpackt eingekauft. Danach ging es weiter ins Badezimmer: „Später haben mich auch dort die ganzen Plastikflaschen gestört. Ich kaufe jetzt nur noch festes Shampoo und Duschgel sowie Seife am Stück.“ Waschmittel und Kosmetika habe sie kurzerhand selbst hergestellt. Wer das auch lernen möchte, kann einen ihrer Workshops besuchen.

Ganz schlimm sei auch der Lebensmittel-Müll, der mit Plastik erst einmal nichts zu tun hat: „Halten Sie beim Einkaufen Ausschau nach einzelnen Bananen.“ Denn die blieben meist übrig und müssten weggeschmissen werden. Schubert: „Glauben Sie mir, Sie werden keinen Unterschied schmecken.“ Das Fazit der Referentin: „Sie brauchen keinen Plan, nur einen Startpunkt und vielleicht ist der heute Abend.“

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