06.08.2018 - 16:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Angemessen angezogen im Büro

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und das Thermometer zeigt um die 30 Grad Celsius an. Es ist heiß in der Oberpfalz. Aber welche Kleidung ist bei sommerlichen Temperaturen im Büro angemessen?

Langärmliges Hemd, lange Hose und geschlossene Schuhe - am besten aus Leder. So sollten Männer laut Schneider Andreas Moller ins Büro gehen.
von Eva Hinterberger Kontakt Profil

(ehi) Arbeitnehmer, die in einem Unternehmen mit Dresscode arbeiten, haben es im Sommer leicht. Für sie entfällt die Frage, wir kurz die Hose sein darf, wie dünn der Träger eines Tops sein kann. Bei den Sparkassen Amberg-Sulzbach gilt zum Beispiel ein Dresscode, der allen Mitarbeitern bekannt ist, wie Sprecherin Ulrike Zinnbauer erklärt.

Für Männer bedeutet das: lange Hose und langärmliges Hemd. Wenn es warm ist, können sie die Ärmel aber hochkrempeln. "In Abhängigkeit von den jeweiligen Terminen ist ein Verzicht auf die Krawatte möglich", ergänzt Zinnbauer.

Damen können im Sommer "den Blazer durch eine Kurzarm-Bluse ersetzen oder ein passendes Kleid", fährt Zinnbauer fort. Zu kurz dürfe das Kleid aber nicht sein. Zudem sei ärmellose Kleidung nicht erlaubt.

Röcke "handbreit über dem Knie"

Bei Frauen sollten Röcke grundsätzlich auch im Sommer nicht kürzer sein als "handbreit über dem Knie", erklärt die Auerbacher Knigge-Trainerin Birgit Barth. Sie empfiehlt den Sitztest: Auf einen Stuhl setzen und prüfen, ob der Rock hochrutscht. "Ein Rock kann wunderbar aussehen, und dann setzt man sich in einer Konferenz hin und merkt, dass er mehr zeigt, als man möchte." Ebenso rät Barth von Oberteilen mit Trägern ab. "Die Schultern sollten bedeckt sein." Und: Die Kleidung sollte nicht zu eng oder durchsichtig sein. "Man darf die Unterwäsche nicht sehen." Grundsätzlich gelte: "Umso mehr Haut Frauen zeigen, desto inkompetenter gelten sie."

Die Knigge-Trainerin rät Frauen, sich eine Garderobe mit eher dezenten Farben und Mustern zuzulegen. "Dann lassen sich die Teile einfacher kombinieren."

Männer hingegen haben es da im Sommer schwerer. Es ist aber möglich, sich trotz langer Kleidung für den Sommer angemessen zu kleiden. Bei der Hose schlägt der Weidener Herrenschneider Andreas Moller zum Beispiel Modelle aus Leinen oder Fresco vor. "Das kühlt im Sommer." Zudem gehe der Trend aktuell wieder zu weiteren Hosen. "Diese sind im Sommer sehr angenehm zu tragen."

Bei Hemden rät er ebenfalls zu leichten Leinen oder sehr feiner Baumwolle wie Popeline. "Auf keinen Fall Polyester. Das atmet nicht, man schwitzt leicht und fängt an zu stinken." Das Hemd sollte langärmelig sein. "Man kann die Ärmel aber hochkrempeln."

Grundsätzlich gebe es beim Hemd viele Möglichkeiten, sich angemessen und doch seinem Stil entsprechend zu kleiden, erklärt der Modeexperte. "Es gibt sportliche Hemden mit Taschen oder Schulterklappen. Oder auch verschiedene Kragenformen." Auch bei den Hemdknöpfen sei Variation möglich. "Ich persönlich mache den zweiten Knopf selten auf. Aber auch das ist typabhängig." Und: Ob Hemd in der Hose oder darüber. "Auch da ist beides möglich - so lange das Hemd nicht zu lange ist." Und die Schuhe? "Lederschuhe", schlägt Moller vor. "Mokassins oder leichte Slipper. In einem guten Lederschuh schwitzt man nicht", weiß der Experte.

Kleidung passend zum Anlass

Dass Kleidung aber auch im Büro nicht zwangsläufig reguliert werden muss, zeigt das Beispiel der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz. "Wir haben keinen Kleidervorschriften, trotzdem kommen alle angemessen gekleidet", sagt Martin Siller, Bereichsleiter Multi-Kanal-Vertrieb. Das habe viel mit Berufsethos und dem Respekt gegenüber dem Kunden zu tun. "Jedem unserer Mitarbeiter ist klar, welche Kleidung zum jeweiligen Anlass passend ist." Im Sommer seien kurze Hemden anerkannt. Aber auch das sei nirgends festgehalten. "Wenn wir eine Linie rausgeben, gilt die immer. Da die Welt aber bunt ist, ist diese Linie immer falsch", fasst Siller zusammen.

Ähnlich sieht es bei der Sparkasse Oberpfalz Nord aus. Im Prinzip sei die Kleiderordnung bereits die vergangenen Jahren gelockert worden, erklärt Alexander Brittinger. Für Männer bedeutet das laut dem stellvertretendem Vorstandsmitglied zum Beispiel: „Lasst das Sakko oder lasst die Krawatte weg.“ Die Mitarbeiter sollten jedoch gepflegt und vernünftig abgezogen ins Büro kommen. Daher seien kurze Hosen, T-Shirt und Jeans ein „No go. Manche Dinge gehen halt nicht“. Es gebe auch „Termine, zu denen man einfach mit dem Anzug kommt“. Prinzipiell versuche die Sparkasse, es mit dem „ein Stück weit gelockerten“ Dresscode den Beschäftigen erträglicher zu machen. Auch würden sie bei diesen Temperaturen mit Mineralwasser und Tipps zum richtigen Lüften versorgt.

Keine kurzen Hosen bei der Polizei

Entscheiden können sich auch die Beamten der bayerischen Polizei. Jedoch nur zwischen Weiß oder Blau – den Farben des aktuell kurzärmeligen Hemdes der Uniform. „Da ist nix mit kurzer Hose“, lacht Kemnaths Inspektionsleiter Bernhard Gleißner. Wie die Beamten aufzutreten haben, sei in den Anzugsbestimmungen genau geregelt. Der Erste Polizeihauptkommissar ist jedoch froh, mittlerweile auch ein weißes Hemd überstreifen zu können. Dieses nehme die Wärme nicht so auf, ebenso sei die neue Uniform seiner Meinung nach angenehmer zu tragen. Eines bleibt aber: Beim Hemd darf weiterhin nur der oberste Knopf geöffnet werden.

Geschlossene Schuhe sollten im Büro Pflicht sein. Bei Frauen sollte der Rock nicht kürzer sein als handbreit über dem Knie.

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