13.05.2019 - 14:50 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Ammerthaler Blaskapelle räumt ab

Ein Tag für die Geschichtsbücher. Die Ammerthaler Blaskapelle nimmt nach sechsjähriger Pause wieder an einem Wertungsspiel des Nordbayerischen Musikbundes teil. Das Ergebnis ist verblüffend.

Die erfolgreichen Musiker der Ammerthaler Blaskapelle nach ihrem glänzenden Wertungsspiel mit ihrem Dirigenten Manuel Jung (vorne, rechts).
von Autor MOFProfil

Als sich der 34-köpfige Tross unter der Leitung von Manuel Jung auf den Weg ins oberfränkische Forchheim machte, ahnte wahrscheinlich noch niemand, mit welchem außergewöhnlichen Ergebnis die Blaskapelle zehn Stunden später wieder nach Ammerthal kommen sollte. Die Konzertkapelle stellte sich der Fachjury in der Mittelstufe mit Steven Reinekes Werk „Sedona“ und Bert Appermonts „Gulliver’s Reisen“.

Mit dem Pflichtstück „Sedona“, das von der gleichnamigen US-Stadt im Bundesstaat Arizona erzählt, eröffnete die Kapelle ihre Wertung. Hier war von den Musikern ab dem ersten Takt höchste Konzentration abverlangt, um das hohe Tempo mit der ersten Note aufzunehmen. Im Stück erfolgte ein Wechselspiel zwischen kräftigen Tuttipassagen im Forte, solistischen Stellen im Tiefblech mit Horn und Posaune sowie filigrane Abschnitte im Zusammenspiel zwischen Klarinette, Querflöte und Bassklarinette. Besonders wurde bei ihrem ersten Werk die Konzertkapelle in den Kategorien „technische Ausführung“ und „Interpretation“ mit Lob bedacht und mit der Höchstpunktzahl ausgezeichnet.

Als Selbstwahlstück hatte Dirigent Manuel Jung das vierteilige Arrangement „Gulliver’s Reisen“ auserkoren. Angelehnt am Buch, erzählt Bert Appermont musikalisch von den einzelnen Reiseabschnitten von Gulliver. Gerade um diese Unterschiede darzustellen, musste präzise gearbeitet werden. Dem Holzregister wurde dabei alles abverlangt. Die Herausforderung bestand darin, zwischen schnellen Läufen und sanften, einfühlsamen Abschnitten zu wechseln. Neben durchweg sehr guten oder ausgezeichneten Wertungen, erhielt auch hier die Konzertkapelle unter anderem für „Phrasierung und Artikulation“ die Höchstpunktzahl.

In der Gesamtbeurteilung honorierte die Jury, die ausschließlich aus studierten Profimusikern bestand, insbesondere die Kategorien „Stückewahl/Leistungsfähigkeit“ und den „musikalischen Gesamteindruck“ mit den bestmöglichen zehn von zehn Punkten.

Nach der Wertung begab sich die Ammerthaler Blaskapelle in den Forchheimer Kellerwald zum Greif Bräu, um auf die Ergebnisbekanntgabe zu warten. Nachdem auch schon ein paar andere Gäste vor Ort waren, griffen die Musiker spontan erneut zum Instrument und gaben noch ein paar zünftige Märsche und Polkas zum Besten, um die Wartezeit zu überbrücken. Dies wurde mit tosendem Applaus gewürdigt.

Schließlich kamen auch die letzten Wertungsteilnehmer am Bierkeller an und die Bekanntgabe konnte starten. Nachdem alle Orchester ihre Wertung erhalten hatten, bekamen die Ammerthaler (als letztes) aus den Händen des Vizepräsidenten des Nordbayerischen Musikbundes, Thomas Kolb, die Urkunde überreicht. Die Ammerthaler Blaskapelle erhielt das Prädikat „mit ausgezeichnetem Erfolg“ und 96 von möglichen 100 Punkten. Ein solch hohes Ergebnis gab es in der ganzen Vereinsgeschichte noch nicht, und nun galt es, dies anschließend würdig zu feiern. Für die Musiker war dies ein besonderer Tag der noch lange in den Köpfen bleiben wird.

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