31.10.2019 - 15:46 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Bündnis Zukunft Ammerthal ist gegründet

Es will Ruhe in den Ammerthaler Gemeinderat bringen und hofft auf die notwendigen 60 Unterstützerunterschriften. Das "Bündnis Zukunft Ammerthal" will in vier bis sechs Wochen seine Kandidaten für die Kommunmalwahlen im März präsentieren.

Mit (von links) Felix Ehbauer, Heidi Sonn, Stefan Anderle und Edith Gassner an der Spitze will die Wählergruppe „Bündnis Zukunft Ammerthal“ dafür sorgen, dass im Ammerthaler Rathaus künftig weniger gestritten, dafür aber wieder mehr Politik für die Bürger gemacht wird.
von Autor GFRProfil

Gut zu laufen schien das Interesse an der neuen Wählergruppe "Bündnis Zukunft Ammerthal" (BZA) am Sonntag im Ammerthaler Hof, aber als es hieß "Farbe bekennen" und sich auf eine Mitgliedschaft einzulassen, da blieben gerade einmal vier Personen übrig: der Initiator Stefan Anderle, der schließlich auch zum neuen BZA-Vorsitzenden gewählt wurde, seine Stellvertreterin Edith Gassner, der Schriftführer Felix Ehbauer und die Schatzmeisterin Heidi Sonn.

Kompletter Neubeginn

In seiner Grundsatzerklärung betonte Stefan Anderle, der bereits im Jahr 2002 einen CSU-Sitz im Ammerthaler Gemeinderat hatte, dann aber aus beruflichen Gründen sein Mandat niederlegte, dass Ammerthal keinen politischen Wechsel brauche sondern einen kompletten Neubeginn. Anderle warf der Bürgermeisterin und dem Gemeinderat vor, dass man sich nicht mit Sachthemen auseinandersetze, sondern Zwietracht säe und Blockadepolitik betreibe. Vom Dauerstreit im Gemeinderat hätten die Ammerthaler die Schnauze voll, so Anderle: "Wir müssen uns der Herausforderung stellen und mit vernünftiger Politik die Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder in einem friedlichen und lebenswerten Ammerthal gestalten."

"Weiter so", habe keinen Sinn, so Stefan Ehbauer, nur mit einem Neustart könne wieder vernünftige Politik gemacht werden. "Bei uns ist es aber bereits fünf nach zwölf." Lorenz Hirsch meinte, dass man in Ammerthal respektvollen Umgang miteinander wieder lernen müsse. Im Gemeinderat müssten Bürgerinteressen vertreten werden, nicht nur die eigenen. Bei vielen öffentlichen Veranstaltungen glänzten Bürgermeisterin und Gemeinderäte durch Abwesenheit, so der Vorwurf aus der Versammlung, das sei Arroganz pur.

Kein neues Rathaus

Ruhe in die Versammlung wollte Gemeinderat und BFA-Sprecher Stephan Koller bringen, er meinte, dass eine weitere Gruppierung hinderlich für gesunde Mehrheiten im Gemeinderat sei. Sinnvoller wäre es, sich einer der im Gemeinderat vertretenen Wählergruppen oder Parteien anzuschließen. "Diesen zerstrittenen Fraktionen schließe ich mich niemals an", so Edith Gassner, die bedauerte, dass man sich in Ammerthal fürchten müsse, sobald man sich öffentlich zu einem Streitthema äußere. "Wir brauchen kein neues Rathaus. Das Geld in eine zukunftsträchtige Breitbandversorgung zu investieren, wäre weitaus wichtiger, so ein weiterer Kritikpunkt. "Eigentlich ist unsere Gemeinde Ammerthal super, und das soll sie auch bleiben", so Stefan Anderle: "Dafür werden wir eintreten, dafür steht das Bündnis Zukunft Ammerthal".

Reaktion:

"Zitate müssen richtiggestellt werden"

In Ammerthal hat sich eine neue politische Gruppierung formiert, das "Bündnis Zukunft Ammerthal" (BZA). Über die Gründungsversammlung im Ammerthaler Hof haben Amberger Zeitung und Onetz am Ende Oktober 2019 berichtet. Zu dem Bericht nehmen im Nachgang zwei Hauptakteure des BZA Stellung. Vorsitzender Stefan Anderle legt Wert darauf, dass er weder Bürgermeisterin Sitter noch Gemeinderäte persönlich angesprochen habe, als er sagte: "Wir Ammerthaler haben die Schnauze voll von dem ständigen Gegeneinander, dem Streit und der Zwietracht, die über allem wie ein Damoklesschwert schwebt, dem Drama Gemeinderat und den Umgangsformen, denen sich die Vertreter unserer Gemeinde bedienen."

Stellvertreterin Edith Gassner sieht sich mit der Aussage "Diesen zerstrittenen Fraktionen schließe ich mich niemals an", nicht korrekt zitiert. Vielmehr sei es so gewesen: "Eine Aufforderung von Gemeinderatsmitglied Stefan Koller, den bereits bestehenden Parteien beizutreten, wurde von mir lediglich verneint", erklärt sie. Auch über das Rathaus habe sie kein Wort fallen lassen.

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