03.06.2019 - 16:20 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Kita-Neubau auf Ammerthaler Gemeindegrund

Weitestgehend Einvernehmen herrschte im Ammerthaler Gemeinderat, wenn es um die geplante Erweiterung des Betreuungsangebotes für Kinderkrippe und -tagesstätte ging. Nun nicht mehr.

Die Kita in Ammerthal platzt aus allen Nähten.
von Klaus HöglProfil

Das Thema stand auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Ein Vorschlag von Gemeinderat Robert Weiß (CSU) machte Bürgermeisterin Alexandra Sitter und die Mitglieder von UWG und BFA ziemlich fassungslos. „Ich möchte definitiv nicht, dass dieses Thema zu einem Wahlkampfthema degradiert wird, dafür sind die Betreuungsangebote für unsere Eltern und Kinder zu wichtig“, hate Alexandra Sitter klar gemacht. „Und der vom CSU-Sprecher vorgeschlagene Weg, etwas anderes zu beantragen als man baut, ist ein Weg, den es mit mir nicht geben wird“, zeigte sich die Bürgermeisterin verärgert.

Alexandra Sitter hat den Gemeinderat über einen Besprechungstermin beim Bistum in Regensburg informiert. Wie bei den meisten Kindertageseinrichtungen in Bayern hat auch in Ammerthal die Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Nikolaus die Trägerschaft über die Kindertagesstätte, die Gemeinde ist mit einer 80:20 prozentigen Regelung an Defiziten beteiligt. Das ist bekannt, war schon mehrfach Thema im Gemeinderat. Weil, darüber waren sich alle einig, die Einrichtung in der Dorfmitte aus „allen Nähten platzt“. Wie es hieß, hat die Kirchenverwaltung in Absprache mit der Gemeinde beim Bistum in Regensburg einen Antrag gestellt, die derzeit viergruppige Kindertagesstätte St. Nikolaus baulich um einen Kindergarten- und Kinderkrippengruppe zu erweitern. Das wurde nunmehr von der bischöflichen Finanzkammer abgelehnt. Mit der Begründung, nach den diözesanen Richtlinien könne lediglich eine zusätzliche Gruppe über den Regelfall hinaus etabliert werden.

„Das persönliche Gespräch in der Diözese hat leider auch kein anderes Ergebnis gebracht“ informierte Sitter den Gemeinderat über die Haltung der Diözese. Zwar hob sie die gute Zusammenarbeit vor Ort mit Pfarrer Klaus Haußmann und der Einrichtungs-Leiterin Anita Klatzl hervor, absolut kein Verständnis aber hatte sie für die Verfügung der Diözese. „Das geht nicht mit christlichen Werten wie Nächstenliebe einher“ , zeigte sie sich enttäuscht, „und die Kommune in die absolute Bredouille bringe“. Vor allem vor dem Hintergrund, da eine zweite Einrichtung in Ammerthal dringend erforderlich ist.

Weil die Zeit drängt, habe man andere Alternativen für einen eigenen gemeindlichen Bau einer Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Einrichtung entwickeln müssen, bekundete die Bürgermeisterin. Einen neuen Träger habe man bereits gefunden: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) würde die Einrichtung übernehmen.

CSU-Fraktionssprecher Robert Weiß (in Personalunion auch Mitglied der Ammerthaler Kirchenverwaltung) wollte von diesem Vorschlag nichts wissen. Er schlug in der öffentlichen Sitzung vor, doch jetzt an der bestehenden kirchlichen Einrichtung einen Anbau zu tätigen. Er ließ durchblicken, dass dann wohl das zuständige Kreisjugendamt, die Genehmigung erteilen müsse.

Ein Vorschlag, mit dem sich weder Bürgermeisterin noch die Räte von UWG und BFA abfinden mochten. Fraktionssprecher Stephan Koller (BFA) hat die negative Entscheidung aus Regensburg auch nicht nachvollziehen können. Er sah eine realisierbare Lösung darin, auf gemeindeeigenem Grund selbst ein Bauwerk zu errichten und das BRK als Träger für den Kindergarten mit zwei bis drei Gruppen ins Boot zu holen. Die Förderquote, so Koller, für das Gebäude von bis zu 85 Prozent durch Bund und Freistaat mache diese Variante wirtschaftlich. Gemeinderat Hans Weber (CSU) schlug noch die Version vor, die Räume im alten Pfarrheim nach über 30 Jahren wieder zu reaktivieren. Dieser Vorschlag ist zum einen, so wurde festgestellt, nicht machbar, zum anderen ändert das, so hieß es, auch nichts an der Tatsache, dass die Diözese keine Trägerschaft für zwei bis drei weitere Gruppen übernehmen wird.

„Das Projekt mit dem BRK vorantreiben“, dies fand auch Stefan Badura (CWG) als die wohl bessere Lösung. Ein „solches Bauwerk auf eigenem Grund und Boden hat auch den positiven Effekt, den Kinder in der Mittagsbetreuung der Grundschule, deren Zahl stetig steigt, zusätzliche Raumkapazitäten zu bieten“, sah die Bürgermeisterin als weiteren positiven Effekt.

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