05.07.2019 - 09:05 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Standortsuche für Ammerthaler Spielplatz

Nach dem Beschluss zur Verbesserung des Spielplatzes im Pürschläger Tal treffen sich Vertreter der Fraktion von Bürgerforum, Stephan Koller, und UWG, Gerda Schommer, vor Ort mit Bürgermeisterin Alexandra Sitter. Es fallen deutliche Worte.

Die DJK nutzt aktuell die Spielplatzfläche als Abstellfläche für die Tore. Nach Ertüchtigung des Spielplatzes wird das so nicht mehr möglich sein, erklärten Vertreter von Bürgerforum, Stephan Koller, und UWG, Gerda Schommer (links), vor Ort zum Termin mit Bürgermeisterin Alexandra Sitter (rechts)..
von Externer BeitragProfil

Im Gemeinderat beschlossen wurden 5000 Euro zur Sanierung und Aufwertung des Spielplatzes. Der ursprünglich vom Bürgerforum Ammerthal eingebrachte Vorschlag, das Pürschläger Tal touristisch zum Naherholungsgebiet auszuweiten, wird sich eher nicht so leicht realisieren lassen, weswegen nun eine neue Idee für einen Spielplatz an anderer Stelle ins Auge gefasst wurde, heißt es in einer Presseinfo. Es handelt sich dabei um ein Areal beim Stodlwirt am nördlichen Ortsrand, in der Nähe eines Neubaugebiets.

Gespräche mit Richard Lehmeier vom Landschaftspflegeverband und mit Georg Dobmeier vom Landratsamt haben die beiden Fraktionen bewegt, von dieser Örtlichkeit im Pürschläger Tal abzusehen. Der Vertreter des Landschaftpflegeverbands wies nochmals darauf hin, dass das Grundstück damals im Rahmen des Jura-Distel-Programms, einem Naturschutzfonds des Freistaats Bayern, erworben wurde und daher von baulichen Maßnahmen ausgenommen bleiben sollte. Auch eine Überbauung des Ammerbachs scheide aus.

Ähnliche Erkenntnisse erhielt Koller vom Landratsamt mitgeteilt. Grundsätzlich sollten bauliche Maßnahmen in Landschaftsschutzgebieten nur "sehr bedacht genehmigt und geplant werden". Was die Felsformationen betrifft, sind diese ohnehin tabu, weil sie als Biotop in diesem Bereich kartographiert sind. Hier ist es nahezu ausgeschlossen baulich was zu machen, hieß es. Die "krampfhafte Nutzung der Felsen als Kulisse" und das "Verändern des Tals" wurden vom Vertreter des Landschaftspflegeverbands als hanebüchen gewertet.

„Wir haben uns bei unserer neuen Bewertung auch auf eine Grundlagenermittlung bezogen, die eine Ammerthaler Architektin Ende Mai 2018 erstellte. Ihr Fazit ist, dass der Ort im Pürschläger Tag auch eher suboptimal geeignet ist. Der Einzugsradius für die verschiedenen Altersgruppen, die einen solchen Platz nutzen, liege außerhalb der Wohngebiete in denen die künftigen Nutzer zu Hause sind. Die Nutzung des Ammerbachs für kindliche Spielzwecke wäre zwar pädagogisch sinnvoll, aber an dieser Stelle nur mit erheblichem Aufwand in Herstellung und Unterhalt zu erreichen. Eine erforderliche Ballschutzeinrichtung wäre zudem wünschenswert, wenn der Spielplatz intensiver genutzt werden sollte. Denn der Fußballplatz ist nur wenige Meter entfernt.

"Damit entsprechen weder Einzugsradius noch mögliche Spielplatzgröße den Ansprüchen an einen voll funktionsfähigen Raum für Kinder und deren Aufsichtspersonen", sagte Gerda Schommer. „Wir erhalten so die baulich unangetastete Natur des schönen Pürschläger Tals und verbessern zugleich die angebotenen Spielplatzmöglichkeiten an diesem Ort“, so Gemeinderat Stephan Koller. Bürgermeisterin Sitter und Fraktionskollegin Gerda Schommer sind sich einig: "Wir brauchen Spielplatzangebote und Angebote für die Aufsichtspersonen dazu, aber an einem Ort, den diese Zielgruppe besser erreichen kann."

Wenig erfreut zeigen sich die drei bezüglich der Tatsache, dass die Aufforstung der widerrechtlich gefällten Bäume zum Schaden der Gemeinde Ammerthal noch immer nicht erfolgt ist. Koller äußerte sich enttäuscht: „Obwohl ein Sprecher des des Landratsamts in der AZ verkündete, dass mit den Schadensverursachern deswegen gesprochen werde, ist bisher nichts erfolgt. Nicht mal gesprochen wurde mit den Verursachern.“ Laut der Pressemitteilung hat Koller seine Information von Gemeinderat und DJK-Chef Georg Paulus, der ihm versicherte, dass er solange nichts täte, wenn er nicht vom Landratsamt dazu aufgefordert werde. „Was für ein fatales Signal setzt das Landratsamt hier, wenn dieser Schaden nicht gutgemacht werden muss?", fragten sich Koller und die Mehrheitsfraktionen.

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