11.06.2018 - 12:26 Uhr
ArzbergOberpfalz

Geschichte spüren und erleben

25 Jahre jung und voller Schwung. Das Volkskundliche Gerätemuseum Bergnersreuth feiert Jubiläum. Die Gäste sind stolz auf ihr "lebendiges Museum der Jetztzeit".

Das Trio „Houbous“ umrahmte den Festakt musikalisch.
von Josef RosnerProfil

(jr) „110 Einwohner hat Bergnersreuth, aber rund 12.000 Besucher kommen jährlich ins Volkskundliche Gerätemuseum. Wenn ein kleines Dorf jährlich so viele Besucher anzieht, dann hat es ganz offensichtlich vieles richtig gemacht“, sagte Landrat Karl Döhler beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Museums. Musikalisch wurde die eineinhalbstündige Feier vom Trio „Houbous“ umrahmt. Für die Bewirtung sorgten die Landfrauen des Kreisverbandes Wunsiedel.

„Wir feiern heute eine Erfolgsgeschichte“, so der Landrat, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes ist. Begonnen hatte alles einst mit einer Gerätesammlung, die der Fichtelgebirgsverein Arzberg in einem Bauernhof in Bergnersreuth untergebracht hatte. „Aus einer reinen Sammlung entstand ein lebendiges Museum der Jetztzeit“, freute sich der Landrat. Entstanden sei ein aktuelles Haus mit vielen Veranstaltungen, museumspädagogischen Angeboten und immer neuen Sonderausstellungen. „Ein Museum zum Anfassen, ohne museale Zurückhaltung, eben ganz nah am Menschen.“ Jedes Jahr, so Döhler, findet hier eine Reihe von Festen und Veranstaltungen statt, die die Attraktivität weiter steigern. „Allerdings: Nichts geht ohne die Menschen, die hinter all dem stehen.“ Abschließender Dank galt dem Museumsteam mit Leiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang. Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz meinte, das Gerätemuseum stehe für Authentizität. Auch deshalb komme es bei den Menschen so gut an. Sie sprach von einem wichtigen Pfeiler für die Region. Ausdrücklich dankte sie Hans-Günther Tröger, der mit seiner Sammlung von bäuerlichen Gerätschaften den Grundstock für das Museum legte. „Der ehemalige historische Bauernhof bildet das Herzstück des Museums.“ Die Regierungspräsidentin wusste, dass rund 80 Prozent aller gezeigten Exponate aus dem Landkreis Wunsiedel kommen. Beeindruckend nannte sie die Besucherzahl sowie die Vielzahl an Festen und Veranstaltungen das ganze Jahr über.

Arzbergs Bürgermeister Stefan Göcking hob hervor: „Unsere Provinz ist keineswegs provinziell. Dieses herrliche Museum ist der lebendige Beweis dafür.“ Das Jubiläum des Volkskundlichen Gerätemuseums reihe sich bestens in die 750-Jahr-Feier der Stadt Arzberg ein. Dank galt Initiator Hans-Günther Tröger. Ohne ihn würde es nicht stehen. Dr. Isabel Reindl (Landesstelle Nichtstaatliche Museen in Bayern) ging auf das Konzept des Museums ein. „Dieses Museum gibt Einblicke in die Arbeit der frühen Landwirtschaft. Mosaikstein um Mosaikstein wurde zu einem Pilotprojekt hinzugefügt.“ Gerne, so die Sprecherin, unterstützen die Nichtstaatlichen Museen dieses Projekt. Dr. Reindl zeigte sich überzeugt, dass das Museum einen festen Platz in der oberfränkischen und bayerischen Museumslandschaft hat, auch Dank wissenschaftlichen Personals. Dem Team des Museums bescheinigte sie Beharrlichkeit und viel Einfallsreichtum. Sie wünschte ein „weiter so“ und sicherte die weitere Unterstützung zu.

Monika Saalfrank, Vorsitzende des Fichtelgebirgsvereins, nannte das Gerätemuseum einen Treffpunkt für Veranstaltungen aller Art. Kinder, Jugend und Erwachsene seien hier gleichermaßen erwünscht. „Sie alle lernen, wie früher die Landwirtschaft funktioniert hat.“ Dem Museum bescheinigte sie eine wichtige und gute Arbeit. Sie nannte es wichtig, dass die alten Gerätschaften aus der Landwirtschaft erhalten bleiben, auch mit Blick auf kommende Generationen.

Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang war froh über ein lebendiges Museum, in dessen Mittelpunkt alte landwirtschaftliche Geräte stehen. Neue Wege gehe das Museum mit museumspädagogischen Projekten und mit neuen Partnerschaften. Gerade die Partner aus der Region seien es, die sich hier großartig engagierten. Das Museum nannte sie „einfach sagenhaft sehenswert“.

Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.
Viele geladene Gäste waren zum Festakt ins Festzelt gekommen.
Arzbergs Bürgermeister Stefan Göcking
Dr. Isabel Reindl von der Landesstelle Nichtstaatlicher Museen.
Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang bei ihrer Rede.
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