12.06.2018 - 11:47 Uhr
ArzbergOberpfalz

Hier macht Bildung Spaß

Oberfrankens Bezirksheimatpfleger Professor Dr. Günter Dippold hält die Festrede zum Jubiläum "25 Jahre Volkskundliches Gerätemuseum Bergnersreuth". Er würdigt die Besucherzahlen und den Anspruch des Museumsteams.

Arzbergs Fichtelgebirgsverein-Vorsitzender Gerhard Wunderlich dankte Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang für 40 Jahre Mitgliedschaft im FGV.
von Josef RosnerProfil

(jr) „Bald wird kein Kind mehr wissen, wie anstrengend einst die Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft waren. Es gilt, die alte bäuerliche Welt vor dem Vergessen zu bewahren. Ein Bindeglied zu schaffen, zwischen älterer und jüngerer Generation“, sagte Oberfrankens Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold in seiner Rede beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Volkskundlichen Gerätemuseums Bergnersreuth.

Günter Dippold erinnerte an den Karosseriebauer Hans-Günter Tröger. Von ihm ging die Initiative für das Museum einst aus. Er erkannte schon damals die Notwendigkeit und Wichtigkeit, dass die Vergangenheit nicht sang- und klanglos untergehen darf, so der Festredner. Tröger begann 1971 mit der Sammlung zum bäuerlichen und dörflichen Leben, integriert im Fichtelgebirgsverein der Gruppe Arzberg. Unterstützung fand Tröger in Dr. Friedrich Wilhelm Singer. Er hielt das Erhalten des alten bäuerlichen Geräts für eine soziale Aufgabe. Professor Dippold bescheinigte dem Gerätemuseum, dass das Sammeln der Restbestände eine Art kultureller Umweltschutz sei. Die Sammlung, die 1971 begann, erfuhr raschen Zuwachs. Im Frühjahr 1974 wurden schon mehr als 500 Exponate gezählt, ein Jahr später über 2000. 1981 wurde die Sammlung erstmals im ehemaligen Schulhaus in Arzberg gezeigt. 1985 übernahm der Zweckverband die Trägerschaft und entschied sich damals für den künftigen Standort Bergnersreuth. Seit 2009/2010 sind das Volkskundliche Gerätemuseum und das Fichtelgebirgsmuseum zusammengeschlossen, „Da ist zusammengewachsen, was zusammengehört“, sagte der Festredner, der weiter deutlich machte, dass ein Museum auch immer ein Ort der Bildung ist. „Mit über 10.000 Besuchern pro Jahr kann sich Bergnersreuth sehen lassen. Damit gehört das Museum zu den sehr gut frequentierten Häusern in Oberfranken. Erst die Begegnung mit Menschen macht ein Museum attraktiv.“ Professor Dippold hob hervor: „Wenn ein Museum nur noch Kulisse für Events ist, dann brechen tragende Säulen weg. Wichtig ist doch das Sammeln, Bewahren und Forschen, sonst hört ein Museum auf, ein Museum zu sein.“

Natürlich koste ein Museum auch etwas. Professor Günter Dippold meinte, für das Volkskundliche Gerätemuseum Bergnersreuth sei jeder Aufwand gerechtfertigt. „In diesem Museum werden Geschichten von Menschen über Menschen erzählt. Hier werden Dinge bewahrt, an denen Geschichten hängen. Solchen Umgang sind wir unseren Vorfahren schuldig. Es hat auch mit Respekt zu tun vor ihren Leistungen." Abschließend gratulierte Vorsitzender Gerhard Wunderlich vom Fichtelgebirgsverein Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang zu 40 Jahren Mitgliedschaft in der Ortsgruppe Arzberg.

Oberfrankens Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold würdigte die Leistungen des Volkskundlichen Gerätemuseums Bergnersreuth.
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