Arzberg
21.09.2025 - 12:20 Uhr
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Neues Zentrum „Mia“ in Arzberg eröffnet: Aus Industriebrache wird Schmuckstück

Stolze sechs Millionen Euro flossen in das „Mia“, den neuen Mittelpunkt der Stadt Arzberg. Marion Stowasser-Fürbringer und Bernd Fürbringer haben in einen beachtlichen Platz der Begegnung investiert – Eindrücke von der Eröffnung.

Die Stadt Arzberg ist um eine Attraktion reicher. Die Abkürzung "Mia" ist Programm: "Mitten im Herzen Arzbergs" heißt das Vorzeigeprojekt, das auf einer Industriebrache entstanden ist. Wo früher eine Porzellanfabrik und zuletzt ein Supermarkt angesiedelt war, entstand in nur einjähriger Bauzeit eine vielseitig genutzte Gewerbefläche mit Café, Geschäften und Praxen. Am Freitag wurde mit vielen Ehrengästen der neue Begegnungsplatz „Mia“ offiziell eröffnet.

Der evangelische Pfarrer Sebastian Stief und sein katholischer Kollege Stefan Prunhuber nahmen die kirchliche Segnung vor. Emotionaler Höhepunkt dabei war das spontan gesungene Lied „Großer Gott, wir loben dich“. Marion Stowasser-Fürbringer, sie ist auch Zweite Bürgermeisterin der Stadt, stellte in ihrer Begrüßung fest: „Wir haben in Arzberg ein Segel neu gesetzt, und dies wohl richtig.“ Das habe schon das große Interesse an dem Projekt schon während der Bauphase gezeigt und werde auch bei der Einweihung deutlich.

Einst Standort der Porzellanfabrik

Peter Scherer ging auf die Geschichte des ehemaligen Rewe-Areals ein. „Früher diente diese Fläche als Ackerland“, blickte er weit zurück. Er wusste sogar, dass auf dieser Fläche auch schon mal Wein angebaut wurde, ehe darauf die Hutschenreuther-Porzellanfabrik gebaut wurde. 1822 sei die Geburtsstunde des Arzberger Porzellans gewesen, das in alle Welt verkauft worden sei. Diese Porzellanfabrik schloss am 31. März 1994 jedoch für immer, erinnerte der Sprecher an einen herben Einschnitt in der Stadtgeschichte. Später seien hier ein Supermarkt und anschließend ein Getränkemarkt angesiedelt gewesen, ehe das Gelände leerstehend ein tristes Dasein fristete.

„Wichtig war und ist, dass dieser Platz wieder mit Leben erfüllt wird“, betonte Investor Bernd Fürbringer, Gesellschafter der Kassecker-Gruppe. Dies sei mit dem „Mia“ vollauf gelungen, denn es liege im Herzen Arzbergs. „Ein Traumplatz“, schwärmte Fürbringer, der auch im Stadtrat sitzt. 2020 habe man die Möglichkeit bekommen, das rund 12.000 Quadratmeter große Gelände und die Gebäude käuflich zu erwerben. Ihm und seiner Familie sei klar gewesen: „Ja, wir machen was draus.“

Café, Praxen und Läden

Mit seiner Idee, die Lebensqualität im Ort deutlich zu erhöhen, sei er an die Architekten herangetreten. Ihnen zollte Fürbringer für ihre Arbeit ein hohes Lob, zumal auch Stadtentwicklungsprogramme mit angepackt wurden. Man rechne mit einer Förderung von 25 bis 30 Prozent. Der Stadtrat befürwortete eine Bebauungsänderung und bewilligte auch den Bauantrag. Danach erfolgte der Abriss des ehemaligen Supermarkts. Vor 14 Monaten fand der Spatenstich statt, erinnerte der Investor an das rasante Voranschreiten. Den Mitarbeitern des Bauunternehmens Kropf aus Thiersheim, das zur Kassecker-Gruppe gehört, machte er ein Kompliment: „Jungs, ihr wart einfach Spitze!“

Fürbringer zeigte sich stolz auf die entstandene Gewerbefläche von rund 1000 Quadratmetern, die zu 100 Prozent verpachtet seien. Einige hätten dies im Vorfeld nicht für möglich gehalten. Auch an die Umwelt sei gedacht worden. So hätten die Dächer mit einem ganz neuen Verfahren eine Begrünung erhalten. Zudem seien die Häuser mit Photovoltaik und eine Nahwärmeversorgung ausgestattet. Großes Lob zollte er Andrea Zandt, die für die Innenausstattung zuständig war. In den Räumen finden künftig das Reisebüro Stowasser, die Café-Lounge „Mamma-Mias“, eine Versicherungsagentur, eine Arztpraxis sowie demnächst eine Physiopraxis und ein rund um die Uhr zugänglicher Blumenladen Platz.

"Wie ein Sechser im Lotto"

Als Vertreter der Stadt Arzberg – Bürgermeister Stefan Göcking hatte sich kurzfristig entschuldigt – zollte Dritter Bürgermeister Michael Fuchs der Familie Fürbringer großen Dank und Respekt: „Ihr habt aus einer Ruine ein Schmuckstück geschaffen. Ihr habt damit bewiesen, dass Innenstädte nicht aussterben müssen.“ Staatssekretär Martin Schöffel meinte: „Heute ist ein sehr guter Tag für Arzberg. Denn ihr habt hier etwas Wunderbares geschaffen, ein neues Innenstadtzentrum.“ Die investierten sechs Millionen Euro seien wie ein Sechser im Lotto. Dieses hochwertige Projekt zeige, was man mit Liebe zur Heimat alles erreichen könne: „Ihr seid die Mutmacher.“

Auch Landrat Peter Berek zeigte sich beeindruckt: „Arzberg ist besonders. Man braucht solch Mutige wie hier, die sagen, wir machen was draus. Dann geht das Leben weiter.“ Die Stadt habe ein neues Herzstück erhalten. Für die Mieterschaft dankte Dr. Hermann Schaffhauser, der hier eine neue Praxis eröffnete: „All unsere Wünsche wurden erfüllt. Wir sind in den neuen Räumen happy, es macht Spaß, hier zu arbeiten!“ Nach der kirchlichen Segnung wurde ein gelb-schwarzes Band durchschnitten als Zeichen dafür, dass die öffentliche Verkehrsfläche an die Stadt Arzberg übergeht. Vor dem neuen Café wurde eine Eröffnungstorte angeschnitten.

Hintergrund:

"Mia" (Mitten im Herzen Arzbergs)

  • Kauf des Geländes 2020
  • Spatenstich im Juli 2024
  • Offizielle Einweihung im September 2025
  • Investitionssumme rund sechs Millionen Euro
  • Aus Mitteln der Städtebauförderung werden rund 25 bis 30 Prozent Förderung erwartet
  • Investoren: Marion Stowasser-Fürbringer und Bernd Fürbringer
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