11.07.2019 - 13:15 Uhr
ArzbergOberpfalz

Planer wollen Kreisverkehr

Nach der Ortsdurchfahrt Wölsau wird jetzt auch die weitere Verbindung zwischen Brand und Seußen ausgebaut. 2,05 Millionen kostet der erste Bauabschnitt.

Dringend sanierungsbedürftig ist die Kreisstraße von Seußen in Richtung Brand. Foto: Uwe von Dorn
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Die Kreisstraße WUN 18 ist neben der B 303 die wohl wichtigste Verbindung von Marktredwitz/Brand über Wölsau und Seußen nach Arzberg. Vor einigen Jahren wurde die Ortsdurchfahrt von Wölsau ausgebaut. Nun geht es weiter. Allerdings nicht von Brand aus, sondern in einem ersten Bauabschnitt von Seußen in Richtung Brand.

Das Staatliche Bauamt und der Landkreis Wunsiedel hatten vor Beginn der Baumaßnahmen und dem Abschluss der Planungen erst einmal die Bürger von Seußen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Landrat Dr. Karl Döhler hieß dazu Abteilungsleiter Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt, den Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking und zahlreiche Bürger aus Seußen und Brand willkommen.

Der Vertreter des Staatlichen Bauamtes informierte ausführlich über die geplante Baumaßnahme. „Der Abschnitt von Seußen her wird wegen des Straßenzustandes vorgezogen“, betonte er. Teils sei die Decke schwer in Mitleidenschaft gezogen. „Die Kurven zwischen Brand und Seußen sollen im weiteren Verlauf begradigt und entschärft werden.“

„Die Straße ist ein Unfallschwerpunkt im Landkreis“, fuhr Beck fort und unterstrich das mit einer Karte, auf der viele rote Punkte Unfälle der vergangenen Jahre markierten. Er forderte die zahlreichen Besucher aus Seußen und Brand – im TSV-Sportheim war kein Platz mehr frei – auf, freimütig ihre Meinung zu den Plänen zu sagen.

Mit 2500 Fahrzeugen täglich, auf der Strecke Wölsau-Brand sind es mit 5000 sogar doppelt so viele, gehört die WUN 18 zu den vielbefahrenen Straßen im Landkreis Wunsiedel. Erneuert werden muss dabei die Brücke über die Kösseine. Für die Straßenkreuzung kurz vor Seußen hat sich das Staatliche Bauamt etwas Besonderes einfallen lassen. Hier soll ein Kreisverkehr für einen besseren Verkehrsfluss, aber auch für mehr Sicherheit sorgen. Mit drei Ein- und Ausfahrten soll der Kreisverkehr die bisherige Kreuzung ersetzen.

Gegenüber einem Neubau mit einer Abbiegespur habe der Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 35 Metern sogar einen finanziellen Vorteil. Denn in diesem Fall müsse die Brücke bei Seußen nicht neu gebaut werden. Außerdem bremse der Kreisverkehr den Verkehrsfluss aus Richtung Heid etwas ab.

Während die Fahrbahn der Straße nur geringfügig von 5,90 auf 6 Meter verbreitert werden soll, wird sie im Kreisverkehr 7,50 Meter breit, damit auch Lastwagen und große landwirtschaftliche Fahrzeuge keine Probleme haben. „Wenn alles gut geht, die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen sind und die Mittelzusagen auf dem Tisch liegen, könnte noch im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen werden“, erläuterte Siegfried Beck. Bis zum Spätsommer des folgenden Jahres könne die Straße dann wieder befahrbar sein.

Die Kosten des ersten Bauabschnitts, der die Strecke von der jetzigen Kreuzung auf 520 Metern in Richtung Brand auf der WUN 18 und das Reststück der Staatsstraße 2456 bis zum Ortseingang Seußen umfasst, liegen bei insgesamt 2,05 Millionen Euro. Davon entfallen auf den der Landkreis Wunsiedel 1,16 Millionen Euro (ohne Kreisverkehr). Der Freistaat Bayern gibt 570 000 Euro dazu. Der Kreisverkehr kostet weitere 320 000 Euro, die ebenfalls der Landkreis aufbringen muss.

Der Neubau einer konventionellen Kreuzung würde Mehrkosten von weit mehr als einer Million Euro bedeuten, fuhr Beck fort, weil dann die Brücke bei Seußen neu gebaut werden müsste. Hier könnte es dann Probleme mit dem Denkmalschutz, der dortigen FFH-Fläche und der mit Quecksilber belasteten Röslau geben. „Der zweite Bauabschnitt könnte unmittelbar nach dem Abschluss der Bauarbeiten folgen“, betonte Beck.

Anschließend diskutierten die Anwesenden vor allem über eine Umleitung für die Landwirte, aber auch darüber, die Straße breiter zu bauen. Für Umleitungen werde gesorgt, versprach der Vertreter des Staatlichen Bauamtes. Für eine breitere Straße aber gebe es zum einen keine Gelder. Außerdem wolle man nicht zu breit bauen, um die Autofahrer nicht zum zu schnellen Fahren zu verleiten.

Für eine mögliche fußläufige Verbindung bei Seußen müssen sich die Planer noch einmal mit dem Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking zusammensetzen.

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