29.03.2019 - 15:53 Uhr
ArzbergOberpfalz

Werkstatt und Wohnheim

Die Lebenshilfe investiert 14 Millionen Euro in ein Wohnheim und eine Werkstatt. Die Gebäude werden sich in eine riesige Parklandschaft einfügen.

Spatenstich für ein Megaprojekt: Im Bild von links Marko Müller von der Firma RK Landschaftsbau, Bürgermeister Stefan Göcking, Landrat Karl Döhler, Architekt Peter Hilgarth (Werkstatt), Silvia Asadi von der Regierung von Oberfranken, Architekt Karsten Hilbert (Wohnheim), Landschaftsarchitekt Klaus Pöhlmann, Stefan Seewald von der Oberfrankenstiftung und die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Fichtelgebirge, Susanne Hilpert.
von Autor FPHProfil

Endlich. Susanne Hilpert ist sichtlich ergriffen, dass tatsächlich Handwerker und Bagger auf dem ehemaligen Schumann-Areal in Arzberg arbeiten. Damit beginnt für die Leiterin der Lebenshilfe Fichtelgebirge ein völlig neuer Abschnitt: Neben Marktredwitz gibt es - bis in voraussichtlich nächstem Jahr - einen zweiten großen Standort. Am Mittwochnachmittag griffen Susanne Hilpert, Bürgermeister Stefan Göcking, Landrat und Lebenshilfe-Vorsitzender Karl Döhler sowie die Planer und Zuschussgeber zu den bereitliegenden Spaten und gaben damit das offizielle Zeichen zum Start. Immer wieder hatte sich das Projekt verzögert und mancher Arzberger bezweifelte, ob das Gelände überhaupt jemals bebaut wird. Jetzt ist für jeden sichtbar, dass die Arbeiten begonnen haben: Bagger haben schon große Mengen Erdreich zur Seite geschoben und die Handwerker mit Erschließungsarbeiten begonnen.

Auf dem Grundstück entsteht eine Werkstatt mit 30 Plätzen und am westlichen Rand ein Wohnheim für 24 Menschen mit geistiger Behinderung und besonderen Verhaltensauffälligkeiten. Da es sich um extreme Störungen handelt, können die Bewohner weder in der Werkstatt noch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung finden. Meist liegt ein Unterbringungsbeschluss vor.

Überbelegt

Die neue Werkstatt war notwendig geworden, weil die in Marktredwitz seit Jahren überbelegt ist. "Mit den 30 neuen Plätzen bieten wir endlich psychisch behinderten Menschen eine eigene Werkstatt. Die Arbeiten hier werden sicherlich ein etwas anderes, abwechslungsreicheres Profil haben als in Marktredwitz", sagt Leiterin Susanne Hilpert. Die Mitarbeiter könnten auf dem ersten Arbeitsmarkt keine drei Stunden arbeiten und seien derzeit in Marktredwitz beschäftigt. "Im Alltag hingegen sind die psychischen Behinderungen kaum merkbar." Die Krankheitsbilder sind Borderline, leichte Formen von Depressionen, behandelte Psychosen und Folgen von Drogenmissbrauch.

35 neue Arbeitsplätze

Aufträge hat die Lebenshilfe-Werkstatt genug, da die Qualität von Unternehmen geschätzt wird. Voraussichtlich werden sechs Betreuer von Marktredwitz nach Arzberg wechseln. Etwa 35 neue Arbeitsplätze im pädagogischen und hauswirtschaftlichen Bereich entstehen im angrenzenden Wohnheim. "Hier gibt es einen hohen Betreuungsschlüssel."

Parallel zu den Arbeiten für die Werkstatt und das Wohnheim will die Stadt Arzberg östlich der alten Schumann-Ökonomie einen großen Landschaftspark mit vielen Attraktionen anlegen. Die örtlichen Vereine, unter anderem die Imker und die Obst- und Gartenbauer, seien mit eingebunden, erläutert Bürgermeister Stefan Göcking. Auch der Park, durch den künftig der Wallenstein-Radweg verläuft, wird voraussichtlich 2020 fertig sein. Allerdings hängt über den Bau der Lebenshilfe-Gebäude und dem Park ein Damokles-Schwert: Stadt und Lebenshilfe müssen die Arbeiten noch ausschreiben und geeignete Unternehmen finden. Sowohl Susanne Hilpert als auch Stefan Göcking sind trotz der in der Region ausgelasteten Handwerks-Firmen aber zuversichtlich.

Die Grüngruppe der Lebenshilfe, die ebenfalls von Marktredwitz nach Arzberg ziehen sollte, bleibt nun doch in der Großen Kreisstadt. "Das ursprüngliche Konzept hat sich nicht komplett verwirklichen lassen", informiert Susanne Hilpert.

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