28.04.2019 - 18:15 Uhr
Aschach bei FreudenbergOberpfalz

Doch Chance für Kreisverkehr bei Immenstetten

Wird eine Ampelanlage installiert? Oder kommt es doch zu einem von den Bürgern favorisierten Kreisverkehr an der Abzweigung der Staatsstraße 2238 in die AS 30 bei Immenstetten?

Wo die Staatsstraße 2238 (im Vordergrund) und die Kreisstraße AS 30 bei Immenstetten aufeinandertreffen, passieren immer wieder Auffahrunfälle auf der 2238. Bauoberrat Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt präsentierte nun in Aschach seine Überlegungen, wie man hier die Unfallhäufigkeit senken kann.
von Alfred SchornerProfil

Das war das prägende Thema eines politischen Dämmerschoppens des CSU-Ortsverbandes Aschach-Immenstetten im Bienenhof Aschach, der viel Aufmerksamkeit fand. Erfreulich für den Ortsvorsitzenden Christian Drexler war, dass Bürgermeister Alwin Märkl mit der Einladung von Stefan Noll, Bauoberrat am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, einen kompetenten Referenten gewonnen hatte.

Anlass für die Umbau-Überlegungen bei der Abzweigung zur AS 30 ist die Unfallhäufigkeit bei einer hohen Verkehrsbelastung von 12 500 einfahrenden Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden. In den letzten fünf Jahren zählte man 21 Verkehrsunfälle mit verletzen Personen, darunter alleine 18 Abbiegeunfälle. Eine überörtliche Unfallkommission, die aus Polizei, Regierung, Verkehrsbehörde und Baulastträger bestand, kam zum Ergebnis, eine kostengünstige und schnell zu realisierende bauliche Maßnahme vornehmen zu lassen.

Kosten: 900 000 Euro

Noll zeigte verschiedene mögliche Varianten wie etwa eine Lichtzeichenanlage mit freigeführter Rechtsabbiegespur mit etwa 570 000 Euro Kosten oder eine Kreisverkehrslösung, die nicht unter 900 000 Euro zu bewerkstelligen sei. Erstere beurteilte er als für jeden Knotenstrom tages- und belastungsabhängig. Fußgänger und Radfahrer seien gut integrierbar, sie habe aber auch einen höheren Wartungsaufwand als ein Kreisverkehr. Dieser habe im Vergleich zur Ampelanlage ein hohes Maß an öffentlicher Akzeptanz, bringe aber auch Konfliktpotenzial für querende Radfahrer und Fußgänger und höhere Baukosten mit sich.

Die Immenstettener befürchten weiterhin, dass bei einer Lichtzeichenanlage die Fahrzeugführer in den morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten verkehrsbedingt mit höherer Geschwindigkeiten durch die Ortschaft rauschen. Noll, der selbst mehr zu einer Kreisellösung tendiere, gab zu bedenken, dass die teurere Lösung nur zuwendungs- und förderfähig wäre, wenn nachgewiesen werden könne, dass durch diese "Mehrwert" generiert wird.

Daher habe er in Absprache mit Landrat Reisinger und Bürgermeister Märkl einen weiteren Planungsentwurf entwickelt. Dieser sehe einen Kreisverkehr mit der Anbindung zum Industriegebiet Nord vor. Durch erfolgreiche Grundstücksverhandlungen mit der Stadt Amberg und drei weiteren Grundstückseigentümern könne er sich eine Realisierung vorstellen. Bis dahin sollte die Lichtzeichenanlage auf Eis gelegt werden.

Ausbau wird verschoben

Zum Abschluss seines einstündigen Berichts hob Noll die Verbesserung der Radwege-Infrastruktur längs der Staatsstraße 2238 Hirschau-Amberg hervor. Dabei würden weitestgehend die vorhandenen öffentlichen Wald- und Flurwege genutzt. So auch zwischen Steiningloh und Immenstetten im Bereich der Gemeinde Freudenberg. Der Ausbau der Teilstrecke, für 2020 vorgesehen, müsse verschoben werden, da die auf der Strecke liegende Wasserversorgungsleitung der Stadt Amberg aus dem Jahr 1892 erst erneuert werden müsse.

Zu allgemeinen kommunalpolitischen Themen nahm Bürgermeister Märkl Stellung. Die Verlegung der Wasser- und Kanalleitungen im Baugebiet Aschach-Ost käme zum Abschluss, außerdem werde die Stromversorgung sichergestellt. Die Verlängerung des Rad- und Fußwegs in der Raigeringer Straße werde demnächst farblich markiert hervorgehoben, der tatsächliche Ausbau könnte erst im Zuge der Dorferneuerung erfolgen. Die Baumaßnahme Wasser und Kanal in Immenstetten verzögere sich etwas. Auf Nachfrage versprach Märkl, die Informationsversammlungen zur gemeindlichen Wasserversorgung in den einzelnen Gemeindeteilen im Juli abzuhalten.

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