16.02.2020 - 10:55 Uhr
Aschach bei FreudenbergOberpfalz

Freie Wähler Freudenberg: Aschach braucht Begegnungsstätte

Die Freien Wähler in der Gemeinde befürworten eine Dorferneuerung in Aschach. Um Näheres dazu zu erfahren, treffen sie sich mit dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber zu einem Ortstermin.

Dorferneuerung und Straßenausbaugebühren sind Themen der Freien Wähler beim Gedankenaustausch mit dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber (links). Mit dabei FW-Landratskandidat Hans Martin Grötsch (Mitte) und der Freudenberger FW-Vorsitzende Matthias Demel (rechts), der zum Ortstermin nach Aschach eingeladen hatte.
von uscProfil

Auch die Folgen der Abschaffung der sogenannten Straßenausbaubeiträge war Thema des Gesprächs vor Ort. Hauber ist Mitglied des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport im Landtag. „Es war bislang ungerecht, dass Bürger zig-tausend Euro für die Beseitigung von Schäden an Straßen zahlen mussten, die sie selbst nicht kaputt gemacht haben, sondern beispielsweise der Schwerverkehr“, erklärte Hauber. Manche Kommunen hätten bislang die Ausbausatzung angewendet, manche nicht. Die Freien Wähler hätten in der alten Regelung eine große Ungerechtigkeit gesehen und ein Volksbegehren angestoßen. Angesichts der fast 200 000 Unterschriften habe der Landtag mit großer Mehrheit die Beiträge abgeschafft. Stattdessen bekämen die Kommunen einen Pauschalbetrag.

Was die für Aschach ins Auge gefasste Dorferneuerung anbelangt, so gibt es nach Auskunft des Abgeordneten viele Fördermöglichkeiten durch das Amt für Ländliche Entwicklung. Wichtig sei für die Gemeinde, dass sie schnell ihre geplanten Maßnahme anmelde und nicht Jahre abwarte. FW-Sprecher Matthias Demel beklagte seit der Schließung des Bienenhofs das Fehlen einer Gastwirtschaft, in der sich die Dorfgemeinschaft treffen könne. Bei einer Dorferneuerung kann nach Aussagen des Abgeordneten auch ein Dorfgemeinschaftshaus gefördert werden.

Hauber kündigte neue Förderprogramme für die Interneterschließung mit 1 Gigabite für Gewerbegebiete und ein Förderprogramm zur Stärkung der Jugendfeuerwehr an. Leider gebe es für den Ausbau von Staatsstraßen wie der 2399 zwischen Raigering und Lintach ebenso eine Prioritätenliste wie für den Ausbau von Bahnhöfen. Insofern konnte Hauber den örtlichen Gemeinderäten keine Hoffnung auf eine schnellere Realisierung des Straßenausbaus machen.

Hauber nahm in seinem Statement den Kultusminister gegen Kritik aus der Lehrerschaft in Schutz, was die angeordnete Mehrarbeit an Grund-, Mittel- und Förderschulen anbelangt. „Mehrstundenarbeit von 300 Stunden an Grundschulen in fünf Jahren verfällt nicht, sondern wird wieder zurückgegeben“, versicherte Hauber. Eine Vergrößerung der Klassenstärken würde den Bestand kleinerer Schulen auf dem Land gefährden.

FW-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Mathias Demel stellte anschließend im Gasthaus Aschenbrenner in Paulsdorf das Programm für die Kommunalwahl vor. Die Vorstellungen der Freien Wähler reichen von der Ausweisung neuer Baugebiete und der Errichtung einer Apotheke über ein Angebot von Carsharing bis hin zu schnellem Internet. Gefordert werden überdies die Wiedereinführung eines Nacht-Busses, der Erhalt der Lintacher Schule und die Schaffung von Jugendkonferenzen.

In den kommenden sechs Jahren müssen nach Demels Vorstellungen weitere Wohnmöglichkeiten entstehen. Dafür notwendig sei die Stärkung bereits vorhandener Strukturen in den Ortskernen und die Ausweisung neuer Baugebiete. Mit einem guten Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln blieben Senioren auch ohne Auto mobil. „Für feiernde Nachtschwärmer wollen wir ein Angebot wieder beleben, das leider eingestampft wurde, den Nachtbus. Er hat es ermöglicht, zu feiern und für kleines Geld sicher nach Hause zu kommen“, sagte Demel.

Demel lobte die Errichtung zwei Ladesäulen für E-Autos und schlug vor, an diesen Säulen Carsharing-Angebote zu machen. Die Lintacher Schule einfach aufzugeben. komme für die Freien Wähler nicht infrage. Als Aschacher sei er davon betroffen, dass es im Dorf kein Wirtshaus gibt. Mit der Schließung des Bienenhofs sei ein Stück Kultur, Gemeinschaft, ein Stück Identität und Heimat verloren gegangen. Die Gemeinde müsse hier bei der Suche nach einem neuen Pächter unbedingt mithelfen.

Zur Verbesserung der Infrastruktur forderte Demel ein tragfähiges Verkehrs- und Radwegkonzept genauso wie die Beschleunigung der Digitalisierung für ein flächendeckendes Glasfasernetz. Potenzial sah er in der Vermarktung regionaler Produkte aus der Landwirtschaft. Volle Unterstützung sagte Demel den in Ehrenämtern Tätigen zu. Den FW schweben laut Demel außerdem regelmäßige Jugendkonferenzen vor. Man sei glücklich, dass die Arztpraxis weitergeführt werde. Als nächsten Schritt Planungen wolle man die Planungen für eine Apotheke voranbringen. Aus den Reihen der Kandidaten erging die Bitte an Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber, sich für einen vorgezogenen Ausbau der Staatsstraße Raigering-Lintach einzusetzen.

FW-Landratskandidat Martin Grötsch begrüßte die externe Bewertung der Reparaturbedürftigkeit der Kreisstraßen, hielt E-Busse gegenüber Bussen mit Dieselmotor für viel zu teuer, warnte davor, Wasserstofftechnik zu verschlafen und forderte einen adäquaten Lastenausgleich für die Übungsplatzanrainer.

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