Atzlricht bei Amberg
23.07.2019 - 17:17 Uhr

Atzlricht ein Anziehungspunkt

Wenn das Kirchweihfest in Atzlricht ansteht, dann ist das ein Zeichen, dass die Ferien- und Urlaubszeit beginnt. Das Patrozinium lockt jedes Jahr viele Besucher zu dem kleinen Kirchlein in romantischer Lage mit Blick auf die Stadt.

Am Wochenende ist wieder Kirchweih Maria Schnee in Atzlricht. Archivbild: ads
Am Wochenende ist wieder Kirchweih Maria Schnee in Atzlricht.

Der Festbetrieb beginnt am Samstag, 27. Juli, um 17 Uhr. Für 20 Uhr sind alle Gläubigen zum Abendlob am Kircherl eingeladen. In den Festtag selbst, Sonntag, 28. Juli, wird mit dem feierlichen Gottesdienst um 10 Uhr gestartet, in dessen Verlauf die mitgebrachten Fahrzeuge gesegnet werden. Im Anschluss daran sind alle zum gemütlichen Beisammensein eingeladen.

In malerischer Lage steht die kleine Kirche im Stadtteil Atzlricht - mit einem oktogonalen Bauteil im Osten und einem Zwiebelturm im Westen. Vom Portal aus sieht man über den flachen Wiesenhang hinunter auf Amberg und auf den jenseits der Stadtsilhouette aufsteigenden Mariahilfberg. 1664 hatte Freiherr Franz Albrecht von Gobel, der Besitzer der Hofmark Atzlricht, die Kirche erbauen lassen. Das ungewöhnliche Patrozinium Mariä Schnee erklärt sich aus der Bekanntschaft des Hofmarksherrn mit den Jesuiten. Diese hatten nämlich den Kult der Marienkirche Roms mit dem Gnadenbild "Salus Populi Romani" ("Heil des römischen Volkes") weit verbreitet.

Die Atzlrichter Kirche erhielt eine originelle Grundrissform: das Langhaus ist ein Achteck, an das sich nach Westen der querrechteckige Altarraum und dahinter eine schmale Sakristei anschließen. Beide sind von dem mächtigen Turm überbaut. Der Altar ist gewestet. Christian Wilhelm Freiherr von Gobel ließ der Kirche 1723 ihr heutiges Aussehen geben: der zweisäulige Altar wurde umgestaltet, dessen Altarblatt die Mutter Gottes über den beiden marianischen Hauptkirchen von Rom zeigt, rechts Santa Maria Maggiore, über der ein Putto nächtlich Schneeflocken ausstreut, links Maria Rotonda, das ehemalige römische Pantheon. Die letzte Baumaßnahme war 1940 die Erneuerung des Kirchturms, der wegen Einsturzgefahr abgetragen und in gleicher Form wieder errichtet wurde. Um dem Kirchlein auch wieder ein Gnadenbild zu geben, wurde anlässlich der Restaurierung von 1987/88 eine Kopie des Gnadenbildes von Santa Maria Maggiore durch den Regensburger Weihbischof Karl Flügel übertragen und am Tabernakel des Altares befestigt. Das Patroziniumsfest wird alljährlich am letzten Juli-Sonntag gefeiert.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.