31.01.2019 - 13:49 Uhr
Atzmannsricht bei GebenbachOberpfalz

40 Jahre danach: Atzmannsricht im Rennfieber

Fast 5000 Zuschauer waren dabei, als beim 4. Amberger Bergpreis über 100 PS-strotzende Boliden die kurvenreiche B 299 hinauf bretterten. Das war vor 40 Jahren. Und sorgt doch jetzt wieder für Begeisterung. Nicht nur bei Rennsportfans.

Nach mehr als 40 Jahren donnerten die PS-Boliden beim Film-Nachmittag noch einmal den Atzmannsrichter Berg hinauf
von Autor GFRProfil

Der gebürtigen Atzmannsrichterin Monika Forster ist es zu verdanken, dass im Atzmannsrichter Gemeinschaftshaus ein Hauch von längst vergangener Rennatmosphäre zu schnuppern war. Einen Schal-Film aus dem Jahr 1975 hatte Monika Forster, eine geborene Pfab, ausfindig gemacht. Der frühere AZ-Fotograf Werner Lischka hatte ihn beim 4. Amberger Bergpreis im September 1975 gedreht.

Jetzt, bei der Vorführung des Films, erkannte sich mancher Atzmansrichter wieder - damals freilich noch weit über 40 Jahre jünger und die Haare länger. Selbst des Bürgermeisters Frau erkannte sich wieder, als kleines Mädchen am Streckenrand.

Nur ein paar Leitplanken

A propos Streckensicherheit: So ein Bergrennen wäre heute undenkbar - oder der Rennleiter hinter Gittern. Damals reichten der Genehmigungsbehörde nämlich die paar Leitplanken entlang der Bundesstraße, vielleicht noch einige Strohballen an den nahen Hausecken, und das war's. Der 4. Amberger Bergpreis des Neuen Automobil-Club Amberg verlief trotz neuen Streckenrekords von Peter Stürtz ohne nennenswerte Unfälle. Stürtz kam auf dem gut zwei Kilometer langen Bergkurs mit seinem 280 PS starken BMW Chevron bereits nach 57,77 Sekunden ins Ziel. Damit unterbot er den Streckenrekord von Heinz Wengert aus dem Jahr 1972 um gut eine Sekunde.

Seinen Heimvorteil nutzte Dieter Rebhan aus Amberg. Er holte sich in der Golf-Klasse mit einem perfekten Trainings- und drei noch besseren Wertungsläufen mit 7/10 Sekunden Vorsprung den Klassensieg. Der Atzmannsrichter Ortssprecher Werner Kohl erinnerte sich im "ausverkauften" Gemeinschaftshaus daran, diese Bergrennen, fünf an der Zahl, hautnah miterlebt zu haben. Einer, der damals ebenfalls dabei war, war für diesen Nachmittag extra aus Burghausen angereist.

Für die Dorfjugend seien diese Bergrennen Jahrhundert-Ereignisse gewesen, berichtete Werner Kohl. Das ganze Drumherum vergesse er sein Leben lang nie. Aber ohne kurvige Strecke durch Atzmannricht und die Sandgruben gebe es keinen Bergpreis mehr. Mancher Atzmannsrichter Austragsbauer erinnerte sich noch daran, dass der Stürtz, der Wengert oder der Kern, alles Bergspezialisten der 1970er-Jahre, ihr Fahrerlager in "meinem Stadel" hatten. Die landwirtschaftlichen Maschinen standen derweil draußen am Acker.

30 Minuten "alte Zeit"

Werner Kohl dankte Monika Forster, dass sie diesen Film organisiert hatte. Der ließ gut 30 Minuten lang die alte Zeiten aufleben - mit dröhnenden Motoren am Atzmannsrichter Berg, zumindest für einen Nachmittag.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.