25.07.2020 - 13:35 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Audis kleiner Kurvenkünstler

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Heute schon gecarvt? Nein, nicht mit dem Ski. Es gibt auch noch ein anderes Sportgerät dieses Namens. Und das hat Audi im Angebot – gleichwohl zu einem gesalzenen Preis. Oberpfalz-Medien hat es ausprobiert.

Der Audi A1 Citycarver im Fahrbericht bei Oberpfalzmedien Der neue Tag.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Citycarver nennen die Ingolstädter ihren kleinen Kurvenkünstler. Eigentlich ist das ja ein um knapp vier Zentimeter aufgebockter A1 Sportback, der mit robustem Offroad-Look etwas SUV-Feeling in die Kleinwagen-Klasse bringt. Und er ist stylisch, macht optisch schon was her mit dem angedeuteten Unterfahrschutz und den Kontrastfarben an Radläufen und Seitenschwellern. Ein sportlich-dynamisches Designerstück, das elegant kaschiert, dass es sich um einen Verwandten des T-Cross von Volkswagen und damit im Grunde um einen Polo handelt.

Aber die Herren der vier Ringe hatten ja schon immer ein glückliches Händchen, wenn es um Image und Prestige ging. Mattschwarzes Wabengitter im achteckigen Kühlergrill – das kennt man von den großen Audi-SUVs. Hat der Citycarver auch, darf aber dennoch kein Q1 sein. Warum nicht? Weil der Allrad fehlt.

Doch Kletterziege soll der Citycarver ja eh nicht spielen. Und für die bevorzugte Spielwiese im urbanen Umfeld reicht der Frontantrieb vollkommen aus. Mangels Großstadt-Dschungel durfte sich unser Testwagen auf den Landstraßen der nördlichen Oberpfalz behaupten. Und das tat er. Schon der Innenraum empfängt den Fahrer mit dem, was Audi ausmacht: edle Materialien, beste Verarbeitung und in Sachen Ergonomie ganz weit vorne.

Armaturenbrett und Seitenverkleidung weich unterfüttert, hier ein bisschen Klavierlack, dort ein paar silberfarbene Alu-Applikationen im Fischschuppen-Muster, dazu sogenannte Akzentflächen im orangen Satinlack und Ambientelicht wie bei denGroßen. Das alles passt irgendwie zur ganzen Erscheinung unseres Testwagens in der “Edition one”-Ausführung mit dem Farbcode “Pfeilgrau Perleffekt” und dem Dach in “Mythosschwarz”.

Tief fällt der Fahrer in die gut geformten Sportsitze, die auch in schnellen Passagen besten Halt bieten. Menschen gereifteren Alters sollten sich aber ein gerüttelt Maß an Gelenkigkeit bewahrt haben, weil das Aussteigen über die hohen Seitenwangen etwas mühsam ist. Dafür finden selbst Großgewachsene vorne viel Platz, gibt’s ausreichend Luft über dem Scheitel. Dass bei einem Vier-Meter-Auto dann hinten nicht mehr viel bleibt, sollte jetzt nicht wirklich überraschen.

In Sachen Unterhaltung, Vernetzung und Digitalisierung hat der Citycarver so ziemlich alles an Bord, was auch die großen Audis auszeichnet. Klein dagegen ist der Antrieb. Ein Dreizylinder, dem die Techniker das bauart-typische Knurren abgewöhnt haben. Dafür ertönt ein sonores Brummen. Zwar gönnt sich das Einliter-Motörchen eine kurze Denkpause, eilt dann aber unter zehn Sekunden aus dem Stand auf Landstraßen-Tempo und zieht leichtfüßig wie eine gut geölte Nähmaschine über die 200er-Marke. Der kleine Audi ist also ein ungemein agiles Fahrzeug, reizt zu einer etwas schnelleren Gangart, kann aber auch den völlig entspannten Segelmodus.

Die Siebengang-Automatik schaltet gefühlvoll und lässt sich auch über die Schaltwippen am Multifunktionslenkrad bedienen. Zielstrebig arbeitet die Lenkung, die Bremsen sind von der zupackenden Art. Das Fahrwerk entspricht Aussehen und Anspruch, ist also sportlich straff, mitunter hart.

Rückfahrkamera gibt’s keine, auch eine Anhängerkupplung ist nicht vorgesehen. Wer also die Spritztour ins Grüne mit einer Radltour verbinden möchte, muss auf einen Dachträger ausweichen. Bei einer Tragfähigkeit von 17 Kilogramm verbietet sich da ein E-Bike.

Aber Best-Ager sind wohl eh weniger unter den Citycarver-Fahrern zu finden. Zielgruppe sind da mehr schon die sportlich Jungen mit einer gewissen Affinität zu luxuriösem Lifestyle. Und die sich so ein Spiel- und Spaßgerät auch etwas kosten lassen.

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