(ll) Um die 400 Feuerwehrleute aus dem Landkreis, aber auch aus umliegenden Regionen mögen es gewesen sein, die am Mittwoch in Auerbach Abschied von dem im Alter von 61 Jahren verstorbenen Kreisbrandinspektor Peter Deiml nahmen.
Aus 39 Wehren besteht der Inspektionsbereich. Sie zogen, die Fahnenabordnungen voran, vom Treffpunkt am Place de Laneuveville zur Trauerfeier in der Pfarrkirche. Doch nicht alle Wehrleute fanden in dem überfüllten Gotteshaus Platz; Dutzende mussten davor stehenbleiben.
Stadtpfarrer Markus Flasinski und Notfallseelsorger Peter Bublitz zelebrierten den Gottesdienst, den auch die Kameraden von Peter Deiml mitgestalteten, ob nun als Ministranten in Uniform oder in Gestalt des Auerbacher Feuerwehr-Vorsitzenden Thomas Kormann, der die Lesung vortrug.
Thomas Lehner erinnerte eingangs an die wichtigen Stationen im Leben von Peter Deiml: den beruflichen Werdegang über die Lehre als Feinmechaniker hin zur Weiterbildung als Industriemeister bis zur Arbeit in der Firma Cherry; die Hochzeit 1978, die drei Kinder, die Anita und Peter Deiml in ihrem Heim in Degelsdorf bekamen, die vier Enkel, denen sie ihre Liebe schenkten; und an die niederschmetternde Diagnose im Jahr 2007: Krebs. „Viel Kraft, gegen die heimtückische Krankheit anzukämpfen, schöpfte er aus der Kameradschaft der Feuerwehr.“
Pater Markus wies in seiner Predigt auf das christliche Fundament hin, das Deimls Engagement trug: „Aus Liebe zu seinen Nächsten hat Peter gehandelt – das ist die tätige Liebe.“
Bei den Nachrufen am Schluss des Gottesdienstes würdigte Landrat Richard Reisinger die Familie als Quell der Stärke von Peter Deiml. Ihr dankte er für ihr „immer grenzenloses Verständnis, wenn Peter zu Einsätzen geeilt ist“. 23 Jahre lang sei Deiml als Kreisbrandmeister und -inspektor ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landkreises in der Feuerwehrführung gewesen, stets ein ruhender Pol, ein Mann, den sein trockener Humor, sein unendliches Fachwissen, seine Kompetenz und seine Zuverlässigkeit auszeichneten. „Seine Einsatzbereitschaft war unermesslich“, sagte der Landrat. Bis zuletzt habe Peter Deiml seinen Dienst versehen, „obwohl er oftmals an den Grenzen der Erschöpfung angelangt war“.
Georg Roßbacher war gemeinsam mit Deiml am 11. Februar 1973 in die Feuerwehr Zogenreuth eingetreten. Roßbacher ist heute deren Vorsitzender und erzählte, wie alle Kameraden auf die Feuerwehr-Karriere von Peter Deiml stolz gewesen seien. Eines habe ihn vor allem ausgezeichnet: „Seine Hilfsbereitschaft war unermüdlich.“
Das unterstrich Kreisbrandrat Fredi Weiß: Der Degelsdorfer habe seinen Mitmenschen über 40 Jahre lang in vielen Gefahrensituationen schnelle Hilfe gebracht. „Seine große Leidenschaft war die Jugendarbeit.“ Deshalb sei er auf die Gründung der Kinderfeuerwehr in seiner Heimatgemeinde Auerbach besonders stolz gewesen. Peter Deiml habe eine „großartige Lebensleistung im Feuerwehrdienst“ erbracht.
Mit musikalischer Begleitung durch die Michelfelder und Kirchenthumbacher Blasmusik bewegte sich anschließend der lange Trauerzug zum Friedhof. Dort stand vor dem Leichenhaus der Sarg von Peter Deiml, umgeben von einer Ehrenwache, die die acht Kommandanten der Feuerwehren im Auerbacher Gemeindegebiet bildeten. Nach dem liturgischen Teil der Verabschiedung spielte die Blasmusik „Ich hatte einen Kameraden“. Als bewegender Schlusspunkt kam der Song „Only Time“ von Enya über die Lautsprecher, die inoffizielle Trauerhymne für die Opfer der Terroranschläge am 11. September 2001.
Die Beerdigung von Peter Deiml wird im engsten Familienkreis stattfinden.












































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