30.03.2020 - 17:48 Uhr
AuerbachOberpfalz

Archeladen Auerbach schließt bis zur Entwarnung in der Coronakrise

Ein guter Teil der Kunden wie auch der Helferinnen des Archeladens, der Bedürftigen eine günstige Einkaufsmöglichkeit bietet, gehören zur Corona-Risikogruppe. Darauf reagiert das Team jetzt.

An der Tür steht es zu lesen: "Der Archeladen ist bis auf weiteres geschlossen!"
von Autor SCKProfil

Beim letzten Lebensmittel-Ausgabetermin standen die Kunden mit ihrer Einkaufsberechtigung vor der versperrten Tür des Archeladens im Auerbacher Caritas-Hochhaus. Die Soziale Runde der Katholischen Kirche St. Johannes der Täufer Auerbach hatte in ihrem Organisationsteam den Entschluss gefasst, die Einrichtung bis auf weiteres zu schließen.

Hintergrund sind zum einen die Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung, um dem Coronavirus Einhalt zu gebieten. „Primär war der Schutz der Gesundheit auf der Seite der Kunden wie auf der Seite der Archehelfer der Anlass dafür“, erklärt Doris Graf vom Arche-Organisationsteam. Gedacht wurde dabei vor allem an Menschen mit Vorerkrankungen und höherem Lebensalter. Ein Großteil der Kunden wie auch der Archehelferinnen gehören diesen Risikogruppen an.

Zuletzt flaute auch der Warennachschub etwas ab, sagt Graf und verweist auf leere Supermarkt-Regale angesichts von Hamsterkäufen. Obwohl der Handel inzwischen wieder Lieferungen bekommen habe, brachten die ehrenamtlichen „Fahrer“ weniger Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse in den Archeladen mit. Schließlich gelang es auch nicht mehr, die geringer ausfallenden Spenden der Märkte durch Zukäufe auszugleichen. Indirekt haben die "Hamster" also auch einen Anteil an der Zwangspause des Archeladens.

Schon in der vorvergangenen Woche hatte das Team Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und jeweils nur zwei bis drei Personen gleichzeitig zum wöchentlichen Einkauf in den Laden gelassen. So wurden die empfohlenen und mittlerweile vorgeschriebenen Mindestabstände eingehalten. Auch meldeten sich bereits jüngere Personen als freiwillige Helfer zur Entlastung des Arche-Stammpersonals. Der SPD-Ortsverein Auerbach bot nach der Kommunalwahl ebenfalls an, mit jungen Leuten von außerhalb der Risikogruppen einzuspringen. An potentielle Unterstützer werde sich das Team wenden, wenn der Archeladen wieder geöffnet wird. Und das soll, wie Doris Graf hofft, schon in naher Zukunft sein: „Wir öffnen wieder, sobald seitens der Staats- und Bundesregierung die Entwarnung kommt.“

Die Tür des Archeladens bleibt bis auf weiteres geschlossen.

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