23.01.2020 - 16:45 Uhr
AuerbachOberpfalz

Auerbach will Fairtrade Town werden

660 deutsche Städte und Gemeinden gehören der Initiative für eine weltweite nachhaltige Entwicklung bereits an. Der Stadtrat ist sich sicher: Auch Auerbach erfüllt alle Kriterien.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Der Dorfplatz in Zogenreuth wird umgestaltet, gab Bürgermeister Joachim Neuß eingangs bekannt. Die Dorfgemeinschaft hat den dortigen alten Stadel in Eigenregie bereits abgebrochen. Stadtbaumeisterin Margit Ebner stellte nochmals kurz die Planung vor, die mit der Dorfgemeinschaft abgestimmt sei.

Edmund Goß von der SPD begrüßte die im Haushalt 2020 eingestellte Maßnahme und regte eine pflegeleichte Bepflanzung an, was ganz im Sinne des Bürgermeisters war. Auch Herbert Appl (CSU) stimmte zu, kritisierte aber die Vergabepraxis der Aufträge, bei der Auerbacher Firmen nicht zum Zuge gekommen wären. Joachim Neuß antwortete, dass die Leistungen korrekt ausgeschrieben worden waren, aber kein Angebot aus Auerbach abgegeben worden sei, wohl weil die Aufträge zu groß für die hiesigen Firmen waren.

Alles einstimmig

Die folgenden Tagesordnungspunkte gingen alle schnell und mit einhelliger Zustimmung über die Bühne: Vergabe von Beratungsleistungen zur Unterstützung und Umsetzung der Förderprogramme "Digitales Klassenzimmer/Digitalpakt Schule", die Änderungssatzungen für Beiträge und Gebühren bei Wasser- und Abwasser, die Jahresrechnung fürs Haushaltsjahr 2018 der Stadt Auerbach und der Spitalstiftung sowie der Jahresabschluss des städtischen Wasserwerks.

Festgesetzt wurden die Entschädigung für Wahlvorstände und Wahlhelfer am 15. März (50 Euro für den Sonntag, 30 Euro für eventuellen Einsatz am Montag und 40 Euro im Falle einer Stichwahl).

Auerbach erfüllt alle Kriterien

Holger Eckert (Freie Wähler/Aufschwung Auerbach) stellte den Antrag seiner Fraktion zur Fairtrade Town noch einmal vor: 660 deutsche Städte und Gemeinden hätten sich dieser Initiative für weltweite nachhaltige Entwicklung bereits angeschlossen. Auerbach erfülle bereits alle Kriterien. Er wies auch auf mögliche bayerische Förderung hin.

Bernd Scheller von den Grünen sah es positiv, dass die Antragsteller nun in Catharina Denk eine Leiterin für die Steuerungsgruppe gefunden hätten, aber Eckerts Beitrag empfand er als "etwas wahlkampflastig". Zu 100 Prozent begrüßte auch Herbert Appl die Fairtown-Bemühungen, sah den Weltladen als Motor und freute sich, dass auch der Bürgermeister nun dahinterstehe. Fairtrade gebe es schon länger in der Stadt, erinnerte er an Schulen und den Kaffee-Ausschank im Kolpinghaus.

Nicht nur der Handel, auch der Anbau der Produkte müsse kritisch geprüft werden, meinte Maria Regn (CUU). Edmund Goß freute bei der Initiative, dass man auch auf kommunaler Ebene mitwirken und vielleicht auch die regionale Vermarktung stärken könne. Auf die bereits vielfältigen Fairtrade-Aktivitäten der Mittelschule wies Arthur Schriml (CSU) hin, und Martin Weiß (FW/AA) freute sich, dass eine Leitung für die Steuerungsgruppe gefunden werden konnte. Nachdem Holger Eckert noch einmal die wichtige Verbindung von Bio, Regionalität, Nachhaltigkeit und Fair-trade betont hatte, ging der Antrag einstimmig durch.

Verkehrsproblem

Zum Schluss brachte Arthur Schriml noch den Übergang zwischen Aldi und Edeka ins Spiel, der für Fußgänger erhebliche Gefahren berge: "Mit Kinderwagen keine Chance!" Herbert Appl wünschte sich dort eine 30er-Zone, was jedoch bei der in diesen Fällen maßgeblichen Verkehrsschau auf wenig Gegenliebe stoße, wie Bürgermeister Joachim Neuß am Ende erklärte. Hier müsse man die Fachleute befragen.

Freuen durften sich in der Stadtratssitzung drei Vereine der Stadt: Der ASV Michelfeld erhielt einen Investitionszuschuss von 1338,52 Euro zur Sportheimsanierung, der MSC Auerbach 1045 Euro Zuschuss für Teilnahme an überregionalen Wettkämpfen, und der SV 08 für den gleichen Zweck 791,20 Euro. Sportbeauftragter Holger Eckert teilte seine Genugtuung über die Förderung der Auerbacher Vereine mit dem Bürgermeister.

Vergaben in nichtöffentlicher Sitzung:

Neuen Schlepper samt Mähgerät angeschafft

Zwei Neukäufe segnete der Stadtrat im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung ab, über die eine Pressemitteilung der Stadt informiert.

Da war zunächst die Beschaffung eines Kombinations-Mähgerätes für den städtischen Bauhof: Aufgrund des Alters (Baujahr 2008) und der hohen Anzahl von Betriebsstunden war die Neubeschaffung eines Mulag-Kombinations-Mähgerätes zum Anbau an den Fendt-Vario-Schlepper für den Bauhof erforderlich. Die notwendigen Mittel waren bereits im letztjährigen Investitionsprogramm enthalten. Zwei Angebote wurden eingeholt. Der Stadtrat genehmigte den Ankauf des Vorführ-Kombinationsgerätes der Firma Seitz, Eschenfelden, zum Bruttopreis von 88 750,20 Euro.

Zeitgleich ging es auch um die Beschaffung eines neuen Fendt-Traktors für den städtischen Bauhof. Zwölf Jahre alt und mit einer hohen Anzahl von Betriebsstunden (7500) belastet – da war der Ersatz des bisherigen durch die Beschaffung eines neuen Fendt-Traktors 718 Vario Power für den Bauhof dringend erforderlich. Die notwendigen Mittel waren bereits im letztjährigen Investitionsprogramm enthalten.

Die BayWa AG Nabburg hatte ein Angebot in Höhe von 172 436,95 Euro (brutto) abgegeben, wobei 50 Prozent des Kaufpreises bei Auslieferung (22. KW) und 50 Prozent im Januar 2021 fällig wären. Darüber hinaus kauft die BayWa den alten Fendt für 47 500 Euro und die bisherige Mähkombination für 12 000 Euro an. Der Stadtrat genehmigt deswegen den Ankauf des Fendt 718 Vario zum Bruttopreis mit der angebotenen Zahlungsmöglichkeit.

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