09.01.2020 - 10:49 Uhr
AuerbachOberpfalz

Auerbacher ZF-Azubis entwickeln eigenen E-Scooter

Azubis vor spannende, interessante, aber auch Spaß bringende Herausforderungen zu stellen ist bei ZF seit Jahren Standard. In Auerbach entwickelten die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres jetzt einen E-Scooter.

Azubis und Ausbilder um Ausbildungsleiter Markus Dörig (rechts.) präsentieren gemeinsam den Wheel-E-Elektroscooter
von Externer BeitragProfil

Etwa ein halbes Jahr brauchten die Auszubildenden laut Pressemeldung für die Realisierung, nachdem im Mai die Entscheidung gefallen war, was das Projekt sein sollte. In der Diskussion standen neben dem E-Scooter unter anderem eine Drohne, ein Laptopschrank oder eine Smart-Watch. Passend zum Standort – schließlich ist das ZF-Werk in Auerbach ein Standort für Elektromobilität – entschieden sich die Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres für die Entwicklung eines eigenen E-Scooters. Lediglich das Budget und das Abgabedatum werden bei diesen Projekten von den Ausbildern vorgegeben – alles andere liegt dann in den Händen der Auszubildenden, die komplett alle Entwicklungsschritte von der Planung bis zur Fertigstellung alleine stemmen müssen.

„An oberster Stelle stand natürlich die Unternehmensgründung. Vom Einkauf über die Arbeitssicherheit bis hin zur Geschäftsführung wurden alle Zuständigkeiten vergeben“, erklären Sibylle Dobmeier und Isabelle Stefandl, Auszubildende zur Industriekauffrau, die am Projekt mitgewirkt haben. Es folgte die Phase der Ideensammlung, erst danach wurde darüber abgestimmt, was eigentlich gebaut werden sollte. Gleich nach der endgültigen Entscheidung für den E-Scooter ging es an die Planung der Konstruktion. „Welche Teile benötigt man denn überhaupt? Woher werden alle nötigen Materialien beschafft? Wie baut man die am besten zusammen? Und wie soll das Produkt am Ende heißen? „Alle diese Fragen mussten die Azubis eigenständig klären. „Natürlich stehen die Ausbilder beratend zur Seite – aber die Entscheidungen müssen die Youngsters selbst treffen“, erklärt Ausbildungsleiter Markus Dörig.

Fachübergreifendes Teamwork

Das Spannende an dem Projekt: Es erfordere die Zusammenarbeit der Azubis aller Ausbildungsrichtungen: Industriekaufleute, Industriemechaniker, Elektroniker, Mechatroniker und Verfahrensmechaniker. So erarbeiten zum Beispiel die gewerblich-technischen Auszubildenden die Stückliste, dann kommt der Einkauf ins Spiel, der die Beschaffung aller Teile übernimmt. Gleichzeitig müssen immer die Kosten im Fokus bleiben. „Mit zunehmendem Fortschritt gab es natürlich auch einige Rückschläge, die es zu bewältigen galt, aber dadurch fand auch ein stetiger Verbesserungsprozess statt“, beschreibt Florian Paul, Mechatroniker.

Letztendlich steht er nun da: Wheel-E, ein akkubetriebener, bis zu 16 Stundenkilometer schneller E-Scooter mit einer Laufzeit von zehn Stunden und einem Nettogewicht von rund 27 Kilogramm. Zum Abschluss des Projektes wurde Wheel-E der Geschäftsleitung präsentiert. Harald Deiss, Leiter des Standortes Auerbach bei ZF, ist von der Leistung der Auszubildenden beeindruckt: „Ich bin begeistert, was unsere jungen Mitarbeiter hier gestemmt haben – und das im zweiten Ausbildungsjahr. Dass wir jetzt auch einen eigenen E-Scooter im Fuhrpark haben, freut mich als Leiter eines Standortes für E-Mobilität natürlich besonders.“

Wheel-E wird künftig sowohl als Vorzeigeprodukt etwa auf Ausbildungsmessen dabei sein sowie für interne Einsätze verwendet werden.

Die Azubiprojekte haben bei ZF eine lange Tradition. Zu den Highlights der inzwischen 30 Projekte gehören eine Wort-Uhr, eine Jukebox, ein Tablet-PC und jetzt natürlich Wheel-E.

Hintergrund:

Jeder Ausbildungsjahrgang erhält bei ZF im zweiten Ausbildungsjahr die Aufgabe, selbstständig ein Projekt umzusetzen. Dieses muss in sechs Monaten abgeschlossen werden - von der Ideenfindung bis zur Fertigstellung. Die Auszubildenden überlegen sich selbst, welches Produkt sie entwickeln, produzieren und auf den Markt bringen wollen und sind in der Organisation des Projekts vollkommen frei und eigenverantwortlich. Sie erhalten von den Ausbildern lediglich Unterstützung und Beratung von den Ausbildern (technisch/kaufmännisch), treffen aber alle Entscheidungen letztendlich selbständig.

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