30.08.2019 - 17:26 Uhr
AuerbachOberpfalz

Chronik zu 900 Jahren Kloster Michelfeld ist fertig

Das Projekt startete als eine Art nicht sehr anspruchsvolle "Festschrift". Herausgekommen ist ein 270 Seiten starker Prachtband, der die gesamte Geschichte des Klosters Michelfeld mustergültig abhandelt. Ein echter "Weber" eben.

Nach der Buchvorstellung fachsimpelten die ehemalige Provinzoberin Schwester Michaela Speckner (rechts) und die Michelfelder Oberin Schwester Madlen Kolbrand (links) mit dem Autor Rudolf Weber über die Passagen zur neueren Geschichte des Klosters.
von Markus Müller Kontakt Profil

Der Pressather Verleger Eckhard Bodner lobte am Donnerstagabend bei der Vorstellung des Buches "900 Jahre Kloster Michelfeld", wie spannend und gleichzeitig informativ der Heimathistoriker Rudolf Weber die nicht immer einfache Materie dargestellt habe - "und er hat nicht einmal ein Jahr dafür gebraucht". Das in einer Auflage von 500 Stück erscheinende Werk kostet 29,90 Euro.

Bodner deutete an, dass das finanzielle Engagement der Stadt Auerbach diesen vergleichsweise günstigen Preis ermöglicht habe. "Da ist alles wunderbar erzählt", lobte auch Bürgermeister Joachim Neuß den reich bebilderten Band. Weber habe die Fakten mit viel Akribie zusammengetragen. "Schmökern Sie", empfahl Neuß den Einheimischen, Klosterschwestern, Geistlichen, Stadträten, Heimatforschern und sonstigen Geschichtsinteressierten, die zur Buchvorstellung ins Gasthaus Schindler gekommen waren. Das Werk ist ab sofort im Klosterladen, bei Lebensmittel Höhn in Michelfeld, Schreibwaren Heindl in Auerbach und in der Stadtbücherei erhältlich.

"Ich will Sie glussert machen", stellte Rudolf Weber an den Anfang seines mit vielen Bildern unterlegten Ausflugs in die Klostergeschichte, der sogar mehr als 900 Jahre zurückreichte. Denn er beschrieb, wie ursprünglich die Römer das Christentum in die Region brachten, es sich dann mit ihrem Abzug aber wieder verflüchtigte. Zum Namen Michelfeld erklärte der ehemalige Lehrer, der habe keineswegs etwas mit dem Erzengel Michael zu tun, sondern "michel" sei ein alter Begriff für "groß" oder "weit". Der Name bezeichne daher die große gerodete Fläche für den Ort und das Kloster. Wichtig war Weber, dass die Urkunde zur Gründung des Klosters Michelfeld von 1119 nicht gefälscht sei, wie vor einigen Jahren behauptet worden war, sondern höchstens "verunechtet" und "inhaltlich unbedenklich".

"Das können Sie alles im Buch nachlesen", unterbrach sich Weber immer wieder, wenn ihn seine Begeisterung für die Materie zu zu detaillierten Schilderungen verleiten wollte. Als wertvolle Helfer, die ihm neue Informationen zugänglich gemacht hätten, nannte der Autor die frühere Provinzoberin der Dillinger Franziskanerinnen, Michaela Speckner, den Michelfelder Kirchenführer Luitpold Dietl sowie Reinhold Ortner, der ihm alle Unterlagen seines Vaters Josef zur Verfügung gestellt habe.

Das letzte der sieben Kapitel des Buches stellt das Kloster unter der Nutzung der Regens-Wagner-Einrichtung vor (seit 1885). Beim Blick in die Gegenwart sah Weber einen Riesen-Dienstleister für Erwachsene mit Behinderung, dessen Angebote mehr als 1000 Menschen in Anspruch nähmen und der 535 Mitarbeiter habe. In die Zukunft gerichtet war die Information von Bürgermeister Neuß, dass die Generalsanierung des Klosters 2020 beginne und rund zehn Jahre dauern werde.

Das Cover zeigt eine Ansicht des Klosters aus dem Jahr 1788.
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