31.03.2020 - 15:53 Uhr
AuerbachOberpfalz

Coronakrise: ASB investiert in Fahrzeuge und Technik

Während der Corona-Pandemie ist Krisenmanagement gefragt - auch beim Arbeiter-Samariterbund (ASB). Das gilt beim Einsatz des Personals, aber auch im Hinblick auf Fahrzeuge und Technik.

Ein Teil des Fuhrparks beim ASB-Regionalverband Jura mit den beiden Neuzugängen – ein Fahrzeug für den Einsatzleiterdienst und ein Krankentransportwagen in der Mitte. Mit im Bild (links) Geschäftsführer Andreas Brunner und Rettungsdienstleiter Andreas Krämer.
von Externer BeitragProfil

"Ohne engmaschige, tägliche Abstimmung läuft nichts. Mit vier Bereichen, wo unser ASB-Regionalverband Jura für die Mitmenschen da ist, geht das gar nicht anders. Wir arbeiten ja für, mit und nah an Menschen", fasst Vorsitzender Roland Löb in einer ASB-Pressemitteilung das aktuelle Krisenmanagement zusammen.

Tägliche Telefonkonferenz

Lage feststellen und beurteilen, Maßnahmen entscheiden und umsetzen und dann wieder von vorne, nach diesem Schema organisiert das Führungsteam des Regionalverbandes den Betrieb der Dienstleistungen. "Jeden Tag, außer Wochenende, zur selben Zeit halten wir eine Telefonkonferenz ab und beleuchten die aktuelle Situation im Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Essen auf Rädern, Kinder- und Jugendhilfe, den sozialen Diensten, sowie Verwaltung.

Rettungsdienstleiter Andreas Krämer berichtet, dass seit vergangener Woche täglich - auch an Wochenenden - von 10 bis 20 Uhr freiwillig ein zusätzlicher Krankentransportwagen für den Leitstellenbereich Nürnberg gestellt werde. Dabei handelt es sich um ein neues Fahrzeug, dass erst vor ein paar Tagen abgeholt wurde. Neben Nürnberg könnten auch die Leitstellen in Amberg-Sulzbach und Bayreuth rund um die Uhr auf einen weiteren Rettungswagen zugreifen. Da am Standort Velden zwei verbandseigene Rettungswagen stehen, könnten auch Paralleleinsätze laufen.

"Nebenbei" kümmere sich Rettungsdienstleiter Krämer um den Dienstbetrieb an den Standorten Auerbach und Velden. Zudem unterstütze er seit wenigen Tagen die Gruppe der Einsatzleiter Rettungsdienst im Landkreis Nürnberger Land. Der ASB Regionalverband Jura hat dazu eigens ein Fahrzeug angeschafft und ausgestattet.

Weiter schildert die Pressemitteilung das Engagement des ASB im Bevölkerungsschutz. Die Landkreise Amberg-Sulzbach und Nürnberger Land haben als Reaktion auf den landesweit festgestellten Katastrophenfall sogenannte Führungsgruppen eingerichtet. Hier brächten sich die erfahrenen Rettungsdienstler Andreas Brunner und Andreas Krämer als Fachberater mit ein. Durch freiwillige Helfer und den Umstand, dass durch den eingestellten Schulbetrieb in Bayern alle sieben Notfallsanitäter-Auszubildenden dem Regionalverband zur Verfügung stehen, ließen sich diese Zusatztätigkeiten bewältigen.

Schutzausrüstungen geliefert

Aber auch technisch leiste der ASB-Regionalverband einen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie: "Wir hatten noch drei ausgemusterte Beatmungsgeräte. Diese wurden oder werden gerade wieder funktionstüchtig gemacht", berichtet Geschäftsführer Andreas Brunner. Zwei Geräte erhielt das Nürnberger Land, das dritte Gerät werde an den Landkreis Amberg-Sulzbach geliefert. Dort habe der ASB am vergangenen Freitag auch auf zwei Touren dringend benötigte Schutzausrüstungen bei verschiedenen Einrichtungen abgeliefert.

Mehr Kosten, weniger Einnahmen

Der Geschäftsführer behalte zusammen mit dem Vorsitzenden Roland Löb und der Assistentin der Geschäftsführung, Irina Holzheu, auch die finanziellen Entwicklungen des Vereins im Auge. Der tägliche Einsatz des Krankentransportwagens zur Unterstützung sei bislang nicht refinanziert. Die Generalüberholung und Reparatur der drei Beatmungsgeräte erfolge ebenso auf Kosten des ASB-Regionalverbandes, und die zusätzliche, notwendige Schutzausrüstung belaste zudem den Haushalt. Auf der anderen Seite fehlten Einnahmen aus weggefallenen Dienstleistungen; zum Beispiel in der Breitenausbildung, wo alle geplanten Kurse abgesagt werden mussten.

Bei allen Belastungen überstrahlt bei Vorsitzendem Löb und Geschäftsführer Brunner eine Erfahrung alles andere: "So, wie die über 120 haupt- und ehrenamtlichen ASB-Kräfte des Regionalverbandes mitziehen. Das ist absolut beeindruckend. Das Verständnis die getroffene Entscheidungen und Maßnahmen mitzutragen und umzusetzen ist ebenso vorhanden, wie die Bereitschaft Zusatzleistungen zu erbringen".

Entwicklung bei der häuslichen Betreuung:

Verstärkte Nachfrage nach Essen auf Rädern

Durch die Kontaktbeschränkungen werde das Essen auf Rädern für Senioren verstärkt nachgefragt. Angepasste Verhaltensregeln würden von allen Beteiligten abverlangt. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind geschult und mit Schutzausrüstung ausgestattet“, sagt Geschäftsführer Brunner. Mit dem Jakobushof in Auerbach stehe ein starker Partner an der Seite des ASB, mit dem die schwierige Lage gemeistert werden könne.

Mit entsprechenden Schutzmaßnahmen blieben auch Leistungen möglich, wo anderweitig eine Betreuung von Senioren nicht gewährleistet wäre. Die hauswirtschaftliche Versorgung werde aber im Rahmen der gebotenen Vorsicht nach unten gefahren: „Das Fensterputzen kann zum Beispiel schon noch warten.“

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