29.10.2019 - 14:12 Uhr
AuerbachOberpfalz

Dekan macht die Runde in Pfarreien rund um Auerbach

Sein Besuch fällt in eine Zeit der Umstrukturierung. Auch Josef Zerndl muss sich nach 19 Jahren als Regionaldekan erst an ein neues Amt gewöhnen.

Die Aufgaben sind verteilt (von links): Pater Marek Flasinski, bisher Dekan und Pfarrer in Auerbach, ist jetzt stellvertretender Dekan im Dekanat Bayreuth und leitender Pfarrer im neuen Seelsorgebereich Auerbach-Pegnitz; Domkapitular Josef Zerndl, bisher Regionaldekan, Dekan im neuen Dekanat Bayreuth.
von Autor SCKProfil
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Kanonische Visitation

Domkapitular Josef Zerndl definiert den kirchenrechtlichen Begriff als „wohlwollende Überprüfung der Pfarrführung mit Einsichtnahme in die Matrikelbücher, die Eintragungen und die Revisionsberichte“. Sie umfasse eine Bestandsaufnahme mit der Pfarrführung über die pastorale Situation und Mitarbeitergespräche. Die kanonische Visitation solle alle fünf Jahre stattfinden. Sie sei Aufgabe des Bischofs, könne aber an einen Dekan delegiert werden.

Zur kanonischen Visitation kam Domkapitular Dr. Josef Zerndl in den bisherigen Seelsorgebereich Auerbach mit den Pfarreien Auerbach, Michelfeld, Gunzendorf und Neuzirkendorf. Einen Tag lang führte er Gespräche in den Pfarreien und Kuratien. Am Abend feierte Zerndl die Messe mit Pfarrer Marek Flasinski. Anschließend traf er Mitglieder der Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderäte der visitierten Pfarreien im Pfarrheim Arche in Auerbach.

Bei dieser Gelegenheit dankte Domkapitular Zerndl den Ehrenamtlichen für das Engagement zur Erhaltung der Kirchen und kirchlichen Gebäude sowie bei den Verwaltungstätigkeiten. Umstrukturierungen im Erzbistum führten zum neuen Seelsorgebereich Auerbach-Pegnitz mit dem leitenden Pfarrer Marek Flasinski. Der Seelsorgebereich gehört dem neuen Dekanat Bayreuth an, an dessen Spitze Zerndl steht, der vorher 19 Jahre als Regionaldekan fungierte. Mit Michael Gräf in Bayreuth und Pfarrer Flasinski in Auerbach hat er zwei Stellvertreter.

Nach den Eindrücken, die er bei der Rundfahrt durch die Pfarreien gewonnen hatte, wollte Zerndl nun wissen, "wo der Schuh drückt". Erwartete Veränderungen hinsichtlich der Gottesdienstordnung und der Personalsituation wie in der Weitergabe des Glaubens sollten nicht zu Hoffnungslosigkeit führen, sondern mit der Freude, Gott zu dienen, angenommen werden. Dies gelte vor allem auch angesichts der vielen Kirchenaustritte, die in diesem Jahr schon zu verzeichnen waren.

Priester zu selten in den Schulen

Anstehende Sanierungsarbeiten in Michelfeld, Neuzirkendorf, Gunzendorf und Ranna sprachen die Kirchenpfleger an. Sie berichteten von der guten Unterstützung durch das erzbischöfliche Bauamt und der Wertschätzung für ihre Arbeit vor Ort. Sein Missfallen äußerte Kirchenpfleger Wilhelm Schelz dagegen über die mangelnde Präsenz der Priester im schulischen Religionsunterricht wie im Lehrerzimmer. Der Priester lerne die Kinder kaum noch kennen.

Fabian Gottschalk, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Auerbach, vermisste den demokratischen Weg bei der Umstrukturierung des Erzbistums. Der synodale Weg missfiel ihm eher, und die Kommunikation beurteilte er als verbesserungsfähig.

Zufriedenheit herrscht in Gunzendorf über das Team für die Vorbereitung der Familiengottesdienste. Lobende Worte galten den geistigen Zentren im Kloster der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Auerbach wie im Kloster Michelfeld bei den Dillinger Franziskanerinnen.

Bus zur Eucharistiefeier

Angesichts des Priestermangels und des Einsatzes von Gottesdienstbeauftragten wurde die sonntägliche Eucharistiefeier in den Vordergrund gestellt. Gegebenenfalls sei es möglich, in Regionen mit einem Katholikenanteil von weniger als 20 Prozent einen Bus zu beschaffen, um gemeinsam zur Eucharistie zu fahren. Hierfür gebe es Zuschüsse von etwa 20 000 Euro seitens des Bonifatiuswerkes und etwa 10 000 Euro seitens der Diözese.

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