12.03.2020 - 13:22 Uhr
AuerbachOberpfalz

Derblecken und derbleckt werden beim SPD-Starkbierfest in Auerbach

Wenn die Roten in Auerbach einschenken, sind auch die politischen Mitbewerber nicht weit. "Derblecken und derbleckt werden" heißt die Devise beim SPD-Starkbierfest.

Als musikalische Seeräuber machen sich (von links) Christine Ott, Rudolf Bradl, „Captain Hektor“ Norbert Gradl, Robert Schmid und Johannes Trenz einen Reim auf aktuelle Ereignisse in Auerbach.
von Autor SCKProfil

Einen unterhaltsamen Abend erlebten die 350 Gäste des SPD-Starkbierfests in der Helmut-Ott-Halle. Mit Blasmusik begleiteten es die Boaznhocker, während der laufende Wahlkampf den Rednern "Munition" fürs obligatorische Derblecken lieferte.

Fair gehandelte Geschenke

Angesichts des abgesagten Starkbieranstichs auf dem Nockherberg eröffnete SPD-Ortsvereinsvorsitzender Peter Danninger feierlich "das erste Starkbierfest der neuen Saison". Dann machte er eine Runde mit kleinen Geschenken in Fair-Trade-Taschen an die Besucher anderer politischer Farben. Für Bernd Scheller (Grüne) packte er Kopfschmerztabletten wegen seiner Stadtratskandidaten ein, für Uwe Ditz (CSU) einen Kalender mit Bauernregeln zum Auswendiglernen für seine Wahlkampfbemühungen im Umland und für Maria Regn (CUU) einen Auer-Becher fürs Bier.

Barnabas in gebremster Fahrt

Der erste Höhepunkt des Abends war die Fastenpredigt von Bruder Barnabas alias Christoph Kasseckert, seines Zeichens Vorsitzender bei Freie Wähler/Aufschwung Auerbach. Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl hatte er die Listen nach Frauen durchsucht und mancherorts fünf Kandidatinnen entdeckt, bei der CSU vier und bei den Grünen gleich elf: "Ein weiblicher Elferrat mit Gertrud Burger als Sitzungspräsidentin".

Den Weg von der Bundespolitik zur Lokalpolitik zeichnete er personell von Kramp-Karrenbauer über Wagenknecht zu Barth nach. Die Frauen-Union um Birgit Barth avancierte bei Bruder Barnabas zur politischen Ideenschmiede der örtlichen CSU vom Auer-Becher bis zum barrierefreien Friedhof.

Bruder Barnabas alias Christoph Kasseckert.

Eine örtliche Energiewende regte er an, beginnend bei Tempolimits an Seniorenheimen, Schulen und Kindergärten. Im Tempo 20 durch Auerbach zu zuckeln, ermöglicht ein Drive-in bei allen Einzelhändlern und einen Coffee to go im Auer-Becher. Mit einer Verlegung der Waschanlage von Gabi Bauer in die Untere Vorstadt wäre das Auto bei der Kreuzung am scharfen Eck bereits blitzblank. Die Abschaffung der Atomkraft in Deutschland ließe sich mit dem Bau eines Gezeitenkraftwerks am Stadtweiher kompensieren.

Das Hotel "auf der Saaß drauß"

Nicht fehlen durfte beim Starkbierfest der Auftritt von Norbert Gradl & Friends, heuer im Seeräuber-Outfit. "Captain Hektor" Norbert Gradl präsentierte mit Rudolf Bradl, Christine Ott, Robert Schmid und Johannes Trenz Verse zu bekannten Melodien. Sie kommentierten das Thüringer Wahldebakel ebenso wie den Auer-Becher mit einer denkbar unguten Ökobilanz. Piratenkapitän Hektor wusste, dass ein Mehrwegbecher erst nach 50 Einsätzen rentiert. In 1500 angeschafften Exemplaren müssten demnach 75 000 Kaffee auf der Straße verkauft werden. Dies besangen die Piraten zur Melodie des "Puppenspielers von Mexiko" mit "Der Kaffeebecher aus Auerbach" als Schnapsidee der CSU. Die Vision eines wieder belebten Bahnhofs Michelfeld unterlegten sie mit dem Hit "Zug nach Nirgendwo", und das Projekt eines Wellness-Hotels im Gewerbegebiet Saaß besangen sie "Welcome to the hotel auf der Saaß draus" als "FW/AA-Größenwahnsinn" zum Eagles-Klassiker "Hotel California".

Beinahe-Bürgermeisterin

Zu vorgerückter Stunde ließ die "Junge Freie Auerbacher Umland-Presse" im Zusammenspiel von Manfred Götz, Josef Lehner, Josef Schäffner und Gitarrist Hubert Steger mit einer Einlage aufhorchen. Das Männerquartett erntete Beifall für seine Hymne auf die Beinahe-Bürgermeisterkandidatin Maria Regn: "Maria Regn - wir hab'n dich als Bürgermeisterin g'sehn".

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