01.05.2019 - 16:33 Uhr
AuerbachOberpfalz

DGB tritt in Auerbach für soziales Europa ein

"Europa nicht den Antieuropäern überlassen": Diesen Appell gibt die Gewerkschaftssekretärin Antonia Enßner den Besuchern der Vorabendveranstaltung zum 1. Mai im Gasthof Kreuzbräu mit auf den Weg.

Schon am Vorabend des 1. Mai lud der DGB in Auerbach zur Kundgebung ins Gasthaus Kreuzbräu ein. Von links Dritter Bürgermeister Norbert Gradl, DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Berndt, DGB-Ortskartellvorsitzende Sonja Hahn, der stellvertretende IG-Metall-Bevollmächtigte Udo Fechtner und die Rednerin Antonia Enßner.
von Autor CSProfil

(bt) Über den guten Besuch freute sich die DGB-Ortskartellvorsitzende und Betriebsratsvorsitzende von ZF, Sonja Hahn. Sie unterstrich das gestiegene Interesse der Arbeitnehmer an der Veranstaltung.

Der Neubau von Cherry und die wirtschaftliche Entwicklung anderer Betriebe zeigten einen Aufwärtstrend in der lange Zeit als strukturschwach bezeichneten Region, sagte Dritter Bürgermeister Norbert Gradl. Arbeitsplätze in Auerbach halten, gehöre zu den Prioritäten der Kommunalpolitik. Von den Firmen erwarte er in einer Zeit des Fachkräftemangels, Leute direkt einzustellen, statt den Umweg über die Zeitarbeit zu wählen. Sie bringe Unsicherheit für die Betroffenen und ihre Familien.

Mit den Kundgebungen zum 1. Mai, die in der Region neben Auerbach auch in Sulzbach-Rosenberg, Hirschau-Schnaittenbach und Amberg stattfinden, zeigten die Gewerkschaften abseits der Ballungsräume auch auf dem flachen Land Präsenz, betonte der DGB-Kreisvorsitzende Wolfgang Berndt. Er appellierte, sich an den Wahlen zum Europäischen Parlament zu beteiligen. Noch wichtiger sei die internationale Zusammenarbeit der Gewerkschaften, wie zuletzt auf bayerisch-tschechischer Ebene praktiziert. Hier gebe es im Vergleich zu den Unternehmen noch einen Nachholbedarf.

Die Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Amberg, Antonia Enßner, sah allen Grund, die tarifpolitischen Erfolge 2018 und 2019 zu feiern. Sie hätten erhebliche Lohnsteigerungen und neue Wege zu mehr Selbstbestimmung bei der Lebensplanung gebracht. Auf politischer Ebene sei die Einführung der Brückenteilzeit und die Wiederherstellung der Parität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei den Krankenkassenbeiträgen gelungen. Es lägen aber noch große Herausforderungen vor den Gewerkschaften, den Betriebsräten und der Gesellschaft.

Das Thema Europa stehe an vorderster Stelle, denn viele Probleme könnten nicht mehr auf nationaler Ebene gelöst werden. Dies gelte für viele Bereiche wie die Digitalisierung und den Klimawandel. Schönreden sei nicht angesagt, aber: "Europa sollte man, trotz mancher Probleme, nicht den Anti-Europäern überlassen." Ziel müssten einheitliche soziale Mindeststandards in Europa und wirksame Kontrollen für die bereits beschlossenen Schutzstandards sein. "Faire Löhne und Arbeitsbedingungen sind nicht Ergebnis, sondern Voraussetzung für wirtschaftliche Erfolge und einen funktionierenden Binnenmarkt", schrieb die Gewerkschaftssekretärin manchen Politikern ins Stammbuch. Der DGB setzt sich für ein starkes und soziales Europa ein, dem die Menschen wieder vertrauen, weil es Politik für die Bevölkerung und nicht nur für die Wirtschaft betreibe. Globalisierung dürfe nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden.

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