Auerbach
27.07.2018 - 14:03 Uhr

Drei Augen sehen mehr als zwei

Der tote Winkel im Blickfeld eines Lastwagenfahrers bringt immer wieder Menschen in höchste Gefahr. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Der Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Auerbach, Martin Kozik, landet gleich bei seiner ersten Kontaktaufnahme mit heimischen Speditionsbetrieben bei der Alfred Böhm GmbH einen Treffer. Rechts im Bild als deren offizieller Vertreter Ilhan Altincik. cs
Der Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Auerbach, Martin Kozik, landet gleich bei seiner ersten Kontaktaufnahme mit heimischen Speditionsbetrieben bei der Alfred Böhm GmbH einen Treffer. Rechts im Bild als deren offizieller Vertreter Ilhan Altincik.

(cs) So schnell fündig zu werden, hatte der Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Auerbach, Martin Kozik, nicht erwartet. Erst kürzlich berichtete er bei der Jahreshauptversammlung über seine Absicht, mit den ortsansässigen Speditionen über die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ins Leben gerufene "Aktion Abbiegeassistent" für Lastwagen zu sprechen.

Freiwillige Basis

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme landete er einen Treffer, obwohl es noch keine gesetzliche Bindung an diesen Assistenten gibt und die Ausstattung der Lkw auf freiwilliger Basis erfolgt. Zur Einführung nach EU-Recht kommt es wohl frühestens 2022.

Das Auerbacher Transportunternehmen Alfred Böhm GmbH besitzt neue Mercedes-Actros-Zugmaschinen mit diesem System. Der Abbiegeassistent, auch "Toter-Winkel-Assistent" genannt, soll dem Fahrer helfen, Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern außerhalb seines Sichtfelds zu vermeiden - sozusagen sein drittes Auge. "Andere Verkehrsteilnehmer" sind häufig Radfahrer und Fußgänger, die sich einem rechts abbiegenden Lkw von hinten nähern. Sie sind aus dem Führerhaus des Lasters heraus schwer zu sehen. Immer wieder ereignen sich deshalb folgenschwere Unfälle.

Der radargestützte Abbiegeassistent warnt den Fahrer rechtzeitig, und kann somit Menschenleben retten. Beim vereinbarten Besichtigungstermin in Anwesenheit von Ilhan Altincik als offiziellem Vertreter des Fuhrunternehmens und Matthias Heimer konnte Kozik, der selbst im Besitz eines Lkw-Führerscheins ist, die Funktion des Assistenten gleich prüfen.

Nach dem Starten des Motors mimte Mitarbeiter Matthias Heimer den Fußgänger im toten Winkel, und sofort reagierte der Abbiegeassistent durch ein leuchtendes Dreieck. "Top, dass Auerbacher Fuhrunternehmen wie die Böhm GmbH diese absolut sinnvolle und unfallverhütende Maßnahme freiwillig einsetzen und die Kosten von 2500 Euro auf sich nehmen, um diese Aktion zu unterstützen", sagte Kozik zu dieser Investition in der Hoffnung, dass sie Schule macht.


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