10.07.2018 - 10:36 Uhr
AuerbachOberpfalz

Feiner Jazz der alten Schule

Die Maffeispiele 2018 locken am Sonntag Hunderte auf das ehemaligen Bergwerksgelände. Zum Genuss vor der Kulisse der stählernen Fördertürme gibt es feine Musik. Den beliebten Jazz-Frühschoppen gestaltet die Jean-Baptistes-Jug-Band

Sie haben den Jazz im Blut (von links): Volker Hofmann (Piano), Adam Meyer (Waschbrett), Mitch Sauer (Klarinette), Harald Thiel (Banjo), Max Stadler (Bass), Jörg Gründer (Kamm) und Georg Haselbek (Saxophon).

(sck) Für runde drei Stunden unterhielt die Jean-Baptistes-Jug-Band beim traditionellen bayerischen Frühschoppen mit Weißwurst, Brezel und Weizen oder wem dies besser zusagte beim familiären Sonntagsfrühstück mit Kaffee und Kuchen. Urgemütliche Biergartenatmosphäre herrschte schon bei der ersten von drei größeren Runden der Band, die als siebenköpfige Combo aufspielte. Die Gründungsmitglieder der Band, Harald Thiel am Banjo, Michael Gölling und Jörg Gründer an den beiden Kämmen, starteten, verstärkt durch Georg Haselbek am Klavier, Michael Sauer an der Klarinette, Adam Meyer am Waschbrett und Norbert Weigand an der Tuba, pünktlich. Um 10 Uhr gab es „Forty and Tight“ und „Gate Mouth“. Mit diesen Melodien eines erfrischenden traditionellen Old Time Jazz legten sie los und erinnerten so an die 20er- und 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals hatte sich diese neue musikalische Stilrichtung in New Orleans und Chicago entwickelt. Von den Zuhörern erhielten sie schon für „My Baby“ oder „Perdido Street Blues“ dankbaren Beifall für die Erinnerungen an Louis Armstrong, Duke Ellington oder Buddy Holly.

Bei den sommerlichen Temperaturen schützten sich die Musiker wie die Gäste vor der prallen Sonne. Das Sonnendach über der Bühne und Sonnenschirme an den Tischen spendeten willkommenen Schatten. Der Rhythmus fuhr manchem in die Beine und Finger tanzten an so manchem Weizenglas im Takt zur virtuosen Jazzmusik. Nach „Mama don’t allow“ am Ende der ersten musikalischen Runde gönnte sich das Jazz-Septett selbst ein sicherlich wohlverdientes Weißwurstfrühstück.

Schnell füllte sich bei den sommerlichen Temperaturen das weite Rund des Maffeigeländes. Zwischen den Songs und Instrumentals streute die souverän aufspielende Jean-Baptistes-Jug-Band dann auch Melodien aus den Zeiten des Swing der 30er-Jahre. Sie sangen und spielten „Nagasaki“ und „Honey suckle Rose“ oder forderten auf „Lady be good“. Für die dritte Runde nach dem sonntäglichen Mittagsläuten kam man nicht nur in Folge der sommerlichen Temperaturen ins Schwitzen. Die Musiker, schon durch Auftritte der letzten Jahre in Auerbach bekannt, hatten für ihr Publikum auch „Sweet Georgia Brown“ und „Sweet Sue“ aus ihrem breiten Repertoire ins Programm aufgenommen. Jung und Alt genoss die Rhythmen und den ureigenen Sound der Band. Sie lauschten dem Gesang wie den Instrumenalsoli auf dem Jug, dem bauchigen Glaskrug oder auf den Kämmen, ebenso wie auf dem Klavier, dem Banjo, der Saxophon, dem Waschbrett oder der Tuba.

Der Jazz-Frühschoppen zu den Maffeispielen kann inzwischen als Tradition bezeichnet werden. Unverwechselbar erfreute die Band aus dem Nürnberger Land die Gäste ihres Konzerts. Ihnen ist auch nach fast fünf Jahrzehnten die unbändige Spielfreude und der Spaß an Arrangements und spontanen Einfällen geblieben.

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