13.10.2019 - 18:54 Uhr
AuerbachOberpfalz

Flugzeugabsturz in Auerbach: 200 Einsatzkräfte proben den Ernstfall

"Flugzeugabsturz, Michelfelder Straße, direkt vor dem Mutterhaus": So lautet die Alarmmeldung. Glücklicherweise kein Ernstfall, sondern eine Übung. Eine der größten in der Region.

von Jürgen MaschingProfil

Alles sehr realistisch

Um 14.10 Uhr wird es an diesem Samstag laut in Auerbach. Feuerwehr-Kommandant Sven Zocher muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen: Auf der Michelfeld Straße sind zwei Autos frontal zusammengestoßen. Auf der Wiese vor dem Mutterhaus liegt ein Flugzeugwrack, dahinter brennt der Treibstoff. Ein Gerüst ist eingestürzt. Dort rufen Menschen um Hilfe. Sofort rücken weitere Kräfte an. Sie werden von der Einsatzleitung koordiniert.

Diesmal Zuschauen erlaubt

All das wirkt sehr realistisch. Tatsächlich aber ist es eine der größten Einsatzübungen in der Region, mit insgesamt 200 Einsatzkräften aus den Reihen der Feuerwehr, vom Roten Kreuz, aus dem Arbeiter-Samariterbund und dem Verein für Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Bayern (RKT). Diese hatten die Übung bereits längere Zeit vorbereitet - und dafür sogar extra ein Flugzeug auf die Wiese vor dem Mutterhaus der Schulschwestern von Unserer lieben Frau gelegt. Da es sich um eine Schauübung handelt, hatte man dazu auch die Bevölkerung eingeladen. Fast 500 Besucher strömen bei bestem Wetter zu der Veranstaltung, die auch moderiert wird.

Bei dieser Übung ist Zuschauen also ausdrücklich erlaubt: So können die Gäste sehen, wie Menschen aus den beiden Unfallautos befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden. Dazu muss bei einem Fahrzeug das Dach entfernt werden, was die jüngeren Zuschauer mit großen Augen verfolgen. Auch das Kerosin in Flammen, dargestellt mit brennenden Containern, sorgt für Aufsehen.

Für die Wasserversorgung wird eine Schlauchleitung zum Stadtweiher gelegt. Aus dem abgestürzten Flugzeug werden Verletzte befreit. Auch hier wird sehr realitätsnah eine Wiederbelebung geübt. Im Szenario des eingestürzten Gerüstes müssen insgesamt 21 zum Teil schwer verletzte Personen versorgt und unter Bauteilen befreit werden. Nach einer Stunde sind die ersten Abschnitte abgearbeitet, nach einer weiteren halben Stunde ist die Übung zu Ende.

Alle Verletzten gut versorgt

Feuerwehreinsatzleiter Zocher sowie Markus Popp vom BRK sind voll des Lobes für die gezeigten Leistungen. "So eine Lage kommt nicht alle Tage vor, deswegen haben wir super gearbeitet", bilanziert Zocher. "Wir hatten 24 Verletzte und diese konnten alle versorgt und abtransportiert werden", fügt Popp hinzu. Auch Bürgermeister Joachim Neuss ist tief beeindruckt von der Schauübung: "Ich kann nur voll des Lobes für die Einsatzkräfte sein", sagt er.

Beteiligt an dieser Großübung waren die Feuerwehren aus Auerbach, Michelfeld, Zogenreuth, Ranna, Gunzendorf, Ranzenthal, Nitzlbuch, Nasnitz, Königstein und Neuhaus/Pegnitz sowie die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) des Landkreises Amberg-Sulzbach. Vonseiten des Rettungsdienstes war neben BRK, ASB, RKT und Wasserwacht aus dem Kreis Amberg-Sulzbach auch die Bereitschaft Pegnitz dabei.

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