23.02.2020 - 16:57 Uhr
AuerbachOberpfalz

Immer schnell die Polizei einschalten

Spannender als mancher Krimi war der Vortrag von Polizeihauptkommissar Joachim Iwanek zum Thema "Internetkriminalität - Cybercrime".

Konrektorin Silke Karl bedankte sich bei Polizeihauptkommissar Joachim Iwanek für seinen Vortrag über Cybercrime.
von Heidi KurzProfil

Über 80 Eltern und die gesamte Lehrerschaft waren der Einladung der Realschule Auerbach gefolgt.

Der Ermittlungs- und Präventionsbeamte der Polizeiinspektion Auerbach unterstrich gleich eingangs, dass im Bereich Cybercrime – wie in kaum einem anderen Deliktsbereich – eine kontinuierlich steigende Kriminalitätsentwicklung zu verzeichnen sei. Bei der Computer-, Handy- und Smartphonenutzung sollte man Vorsicht walten lassen. Smartphones werden von den Eltern an die Kinder weiter gegeben. Somit sind zunächst einmal die Eltern dafür verantwortlich, was ihre Kinder mit dem Handy treiben: "Sie können Ihrem Kind ein Handy geben, haben aber auch die Pflicht, es zu kontrollieren", erklärte Iwanek. Jedes Kind würde irgendwann einmal unangenehmen Kontakt im Internet bekommen. Beim Versenden der Bilder sollte sich jeder die Frage stellen "Will ich, dass man dieses Bild noch in 30 Jahren von mir im Internet findet?" Besonders gelte dies für Nacktfotos. Vor allem Jugendliche seien auf diesem Gebiet gefährdet. Sie fielen nicht selten auf diverse Tricks herein und ließen sich dazu verleiten, solche Fotos zu verschicken. In diesem Zusammenhang ging der Referent auch auf die Problematik der Kinder- und Jugendpornografie und ihre Verbreitung im Internet ein.

Ebenfalls sprach Iwanek die Spielsucht an, die genauso schlimm wie Drogensucht sei. So habe ein spielsüchtiger Junge innerhalb einer Stunde in Auerbach drei ältere Damen überfallen, um an Geld zu kommen. Der Polizist riet, sich professionelle Hilfe zu holen, sowie mit dem Kind eine zeitliche Begrenzung für Computerspiele zu vereinbaren.

Vorsicht sei auch bei Hotspots geboten, denn das seien meist ungesicherte Netzwerke. "Da sitzen oft Hacker, die mit einer Software die Daten aufzeichnen und verkaufen.", so der Polizeibeamte. Schützen könne man sich davor mit einer Connect App, die VPN nutzt. Außerdem gäbe es "Blokada" für Android.

Iwanek riet den Zuhörern dringend dazu, bei kriminellen Vorfällen oder Problemen möglichst rasch die Polizei einzuschalten. Nur wenn schnell gehandelt werde, könne oft größerer Schaden durch eine Weiterverbreitung vermieden werden.

Stellvertretende Schulleiterin Silke Karl dankte Iwanek für seinen hochinteressanten und lehrreichen Vortrag, an den sich eine lebhafte Diskussion anschloss.

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