02.06.2019 - 12:07 Uhr
AuerbachOberpfalz

Kabarettabend mit Stefan Otto in Auerbach

Wer nicht da war, am Samstag, bei Stefan Otto in der Helmut-Ott-Halle, der war selbst Schuld und hat mit „ois dabei“ bayerisches Musik-Kabarett vom Feinsten verpasst. Pointen gab es reichlich.

Baseball-Mützen seien bei jungen Leuten beliebt, sagte Stefan Otto. Manchmal stehe Fendt drauf oder andere Labels, aber was die herstellen, deren Motto auf seiner Kappe draufsteht, wisse er noch nicht.
von Autor GFRProfil
Stefan Otto in Aktion.
Stefan Otto in Aktion.

Tatsächlich ist der Stefan Otto aus Dingolfing Nebenerwerbsschreiner, arbeitet zwei oder drei Tage die Woche noch im erlernten Beruf. Aber dazu kommen monatlich bis zu zehn Auftritte in seiner bayerischen Heimat, einer davon als Auftakt zum 70. Gründungsjubiläum des Heimat- und Volkstrachtenvereins Auerbach. Obwohl Otto schon gut 15 Jahre Bühnenerfahrung hat, kam sein echter Durchbruch erst, als sein Hit-Medley massenhaft im Internet angeklickt wurde und nun wird er darüber nachdenken müssen, was mit seinem Schreinerdasein wird. „Wir Niederbayern und Oberpfälzer passen zam“, so erobert der Kabarettist schnell sein Publikum, erinnert an die zurückliegende Fastenzeit, in der er „keine geraucht habe“, was ihm leicht gefallen sei, da er auch sonst nicht rauche.

Zu seinen Grundregeln gehöre auch, dass er immer freundlich „Grüß Gott“ sage, aber sich bei diesem oder jenen schon „blöde Sau“ dabei denke. Mit Helene Fischer, der „scharfen Russin“ habe er den Jahrgang 1984 gemeinsam, sonst wenig. Dann kommt Stefan Otto gleich zum Florian Silbereisen, der jetzt „vom Fischerboot runter und aufs Traumschiff rauf ist“. Keine Schande sei es, wenn Frauen nicht kochen können, aber dagegen gebe es ja den Thermomix, der notfalls Rindenmulch oder Streugut häckseln kann, notfalls sogar zum Betonieren geeignet sei. Eine Ehe verändere das Aussehen der Männer, vor allem, wenn man sie von der Seite her ansieht. Grund seien die Frauen, die im Schlafzimmer oft nur zwei Worte haben: „Iss was?“ und dann geht er eben zum Kühlschrank, der Mann. Vor der Ehe komme der Junggesellenabschied, eine „wilde Sauferei, einer Stripperin, fünf Kilo Leberkäs und einem Kühlschrank voller Bier. Nach der Hochzeit folge der Wellness-Urlaub, bei dem "die Anneliese sich kräftig am Büfett bedient hat und der Karl das Dunkelbier-Bad aussoff".

Auch die Schwiegermütter bleiben nicht ungeschoren. Einer wollte die seine vergiften, so Otto, verlangte beim Apotheker Zyankali, das der aber erst herausgab, als er das „Rezept“ sah, ihr Foto. Im Chiquita-Outfit taucht der Stefan Otto nach der Pause auf und stimmt ein Loblied auf diese süße Frucht an, die von Kleinkindern geliebt wird, aber auch dazu führen kann, dass es häufig Probleme auf dem Klo gebe. Das Lied vom „Giegerl-Hax“ kommt an. Der zehnjährige Bub mag nichts anderes als Giegerl-Hax. Männer stehen meist da wie ein Baum namens Bonsai und Männergrippe fühle sich an wie eine Geburt. Grad einmal Mitte 30 sei er, so Stefan Otto, aber der Verfall schreite voran und dann ist die Helene Fischer wieder dran, die „Atemlos“ nicht selbst „kompostiert“ habe. Bei einem Casting, an dem sich auch Heino, Grönemeyer und Lindenberg beteiligt hätten, sei Helene Fischer übrig geblieben und dann startet der Stefan Otto mit einem grandiosen Hit-Medley durch, die Melodien kennt fast jeder, die derbdeftigen Texte hat sich der Niederbayer einfallen lassen. Das Publikum johlt. Da wird aus „quanta la mera“ schon „koa Gwand hama mehra“

Ohne Zugabe kam der Kabarettist nicht davon. Er meinte auch, er freue sich über den anhaltenden Beifall, das eigentliche „Brot des Künstlers“, den Eintritt bekomme aber trotzdem keiner zurück.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.